Jugendsegeln: Wenig Wind und viele Titel bei Young European Sailing

Schwachwindspiele in Kiel

Jung, dynamisch, erfolgreich: Die deutschen Youngster zeigten bei der größten Jugendnachwuchssegelveranstaltung Europas, YES, mit mehr als 800 Teilnehmern aus 12 Nationen über Pfingsten vor Kiel, dass sie international ganz vorne mitmischen.

Hochkonzentrierte Tonnenmanöver © www.segel-bilder.de

Hochkonzentrierte Tonnenmanöver © www.segel-bilder.de

Dabei hatten die Veranstalter vom Kieler Yacht-Klub und dem Norddeutschen Regatta-Verein mit Flaute und drehenden Winden zu kämpfen, doch am Ende konnten alle Klassen drei bis sechs Wettfahrten absolvieren. „Wir haben heute nur noch die Klassen auf die Bahn geschickt, die keine vier Wettfahrten gesegelt hatten“, so Organisationsleiter Peter Ramcke am Pfingstmontag.

Damit waren die Deutschen Junioren Meisterschaften in den Klassen Laser Standard Männer, Laser Radial Frauen und 470er gemischt schon vorzeitig vergeben. Allein die 29er, 505er, 14-Footer und Piraten segelten am dritten Regattatag noch auf den Innenbahnen, als gegen 12 Uhr Wind aufkam. Die Juniorenmeister-Titel sicherten sich Theodor Bauer (Malchin/Laser Standard), Annika Matthiesen (Duisburg/Laser Radial) und Simon Diesch/Patrick Aggeler (Deggenhausertal/470er).

Perfekte Bootsbeherrschung bei schwierigen Windbedingungen © www.segel-bilder.de

Perfekte Bootsbeherrschung bei schwierigen Windbedingungen © www.segel-bilder.de

Im Laser Standard Männer wurde Junioren-Welt- und Europameister Theodor Bauer, der als Kieler Internatsschüler vor der eigenen Haustür gegen 37 Konkurrenten startete, seiner Favoritenrolle gerecht. Bauer musste nur dem Dänen Christian  Guldenberg den Vortritt lassen. In der DJoM gewann der Junioren-Welt- und –Europameister mit 13 Punkte vor den punktgleichen Ole Nietiedt (Zielow) und Magnus-Paul Simon (Kiel/beide 17).

„Mit Magnus und Ole sind es immer enge Rennen. Ich freue mich, dass es geklappt hat, obwohl am Sonntag nicht alles rund lief“, so der 19-Jährige aus Malchin. Im Laser Radial war Annika Matthiesen (DuYC) das Maß der Dinge. Die Dritte der Eurosaf-EM setzte sich mit zwei ersten und zwei zweiten Plätzen durch. In der Junioren-Wertung folgt Lena Haverland. Die Tochter des DSV-Vizepräsidenten war eigentlich angetreten um zu siegen. „Aber dazu waren die Starts nicht gut“, so Haverland, die weiß, dass sie in der Startphase weniger Respekt haben muss.

Im olympischen 470er setzten sich bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft Simon Diesch/Patrick Aggeler (Deggernhausertal) durch. Sie belegen zwischen den Dänen Balder Tobiasen/Magnus Jung Johannsen und den Polen Filip Florek/Dominik Janowczyk Platz zwei der YES-Wertung. Zweite bei der Junioren-Wertung wurden Malte Winkel/Matti Cipra (Kiel). Die besten Juniorinnen sind Greta und Anna Markfort (Kiel) als Gesamtsiebente und damit Dritte in der gemeinsamen DjoM-Gesamtwertung.

Die größte Flotte vor dem Steilufer © www.segel-bilder.de

Über 120 420er nehmen Kurs auf die Steilküste © www.segel-bilder.de

Die größte Flotte bei den YES-Regatten stellen traditionell die 420er. In dieser Zweimann-Nachwuchsklasse kam es zu einem deutsch-schweizerischen Mehrkampf mit polnischer Bereicherung. Den 103 gemeldeten deutschen Crews stellen sich 14 Schweizer Teams, vier polnische Crews und ein dänisches Duo. Nach drei Wettfahrten gewannen die Kieler Gwendal Lamay/Philipp Roitsch aufgrund der besseren Einzelplatzierungen punktgleich vor den Schweizern  Maxime Bachelin/Philippe Pittet und den Wülfrathern Jan und Lea Borbet (alle 11 Punkte).

Sehr international war die Spitze bei den Laser Radial Männern besetzt. Gleich vier Nationen teilten sich die ersten sechs Plätze. Mitten drin in der Leistungsspitze ist der Rechliner Max Wilken, der hinter dem Dänen Patrick Döpping Platz zwei belegte. „Ich glaube, die Leistung der Laser-Segler aus Mecklenburg-Vorpommern kann sich sehen lassen“, so Landestrainer Roberto Güldenpenning über den Erfolg seiner Schützlinge in Kiel.

Im Laser Radial Männer geht Platz drei nach Schweden (Simon Lundmark), Rang vier nach Dänemark (Mikkel Korsby) und Platz fünf nach Norwegen (Havard Katle). Im Laser 4.7 setzte sich Leon Zartl (Tettnang) durch. Das Talent aus Baden-Württemberg ließ Jara Seide (Zernsdorf) mit einem Punkt hinter sich. Den dritten Rang belegte Vorjahressieger Marcus Kirketerp aus Dänemark.

In der Europe zog Janika Puls aus Ratzeburg einsam ihre Bahnen an der Spitze und holte sich den YES-Titel 2014. Die Seglerin des Lübecker Yacht-Clubs hat sich nach einem kurzen Intermezzo im olympischen Dreifrauenboot Elliot als begeisterte Europe-Seglerin geoutet und fühlt sich nun in dieser einstigen olympischen Einmann-Jolle ganz besonders wohl. Gekonnte Auftritte bei der Kieler Woche und Siege bei den Young Europeans Sailing stehen zu Buche.

„Ich habe in diesem Jahr zwar erst einen Tag in der Europe gesessen, aber es macht mir einfach Spaß, auch wenn der Beruf wenig Zeit lässt“, so Janika Puls, die noch die Kieler Woche und die EM in diesem Jahr auf dem Plan hat. Mit sechs Punkten verwies sie Marisa Roch (Wees/18) und Martin Kotte (Glinde/18) auf die Plätze.

Nutzten jeden Windhauch: die 29er-Segler © www.segel-bilder.de

Nutzten jeden Windhauch: die 29er © www.segel-bilder.de

Im 29er gehört die Flotte des gastgebenden Kieler Yacht-Clubs zu den stärksten im Lande. So sicherten sich drei Crews aus Kiel die Tickets für die ISAF-Jugend-WM in der Türkei im Juli und für die EM im August in Polen. Jost Lindemann/Lukas Schäper vertreten Deutschland bei der Jugend-WM, Fritz Waßner/Linov Scheel und Jacob Clasen/Luke Willim bei der EM.

Bei den YES-Regatten setzte sich Jacob Clasen durch, der im Vorjahr die 29er-IDJM mit Vorschoter Mats Ludwig gewonnen hat und erst seit dieser Saison mit Luke Willim aus Schleswig zusammen segelt. Bei den YES schlug die neue KYC-Kombi gleich ein. Ingmar Vieregge/Henrik Vieregge (Alsdorf) belegten Platz zwei. Auf Rang fünf segelten die ISAF-WM-Starter Jost Lindemann/Lukas Schäper (Hamburg).

Bei den 505ern nutzten viele Crews die Möglichkeit, schon vor der Kieler Woche (21. bis 29. Juni) das WM-Revier zu testen. Mit dem 21-fachen Kieler-Woche-Sieger Wolfgang Hunger mit „Ersatz“-Vorschoter Oliver Lewin, den dänischen Brüdern Jörgen und Jacob Bojsen-Möller, vielfache Kieler-Woche-Sieger im FD und amtierende 505er-Europameister, sowie dem ehemaligen 505er-Weltmeister Jan Saugmann mit Karbo Jacob waren zumindest drei Favoriten für den WM-Titel im August (13. bis 22.) bereits Pfingsten vor Kiel am Start. Und gerade diese drei Crews haben Erinnerungen an Kiel, denn sie kämpften bereits 2009 bei der 505er-EM während der Kieler Woche um den Titel, den schließlich Hunger/Kleiner gewannen.

Alle Ergebnisse 

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