Jules Verne Trophy: Portrait von Seeheld Loick Peyron. 41mal über den Atlantik

Wahre Größe

Das Champagner-Spritzen kennt Peyron noch vom Barcelona World Race Sieg 2011. Nun droht wieder das nüchterne America's Cup Geschäft. Sein Energy Team ist alles andere als siegfähig. © BCPE

Apropos Legenden: Loick Peyron hat neben seinem seglerischen Können im Laufe der Jahre auch einen sicheren Instinkt bewiesen, mit dem er sich (fast) immer die Sympathie der Medien sicherte. Der Abenteurer und dennoch begeisterte Familienvater (verheiratet, 4 Kinder) ist ein lässiger Kommunikationsmensch, der es verstanden hat, immer zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort die richtigen Worte zu äußern.

Hustet das Schiff?

Die Medien lieben ihn dafür, ausnahmslos. Seine Rekordfahrt auf “Banque Populaire” war wochenlang auf den Sportseiten der französischen Presse und im französischen TV präsent, auch weil der Meister unterwegs freimütig Interviews gab.

Der Tageszeitung Liberation beschrieb er, woher sein Erfolg im Umgang mit Schiff und Mannschaft rührt: „Als Skipper auf so einer Rekordfahrt muss man vor allem den Einsatz von Mensch und Material abwägen. Ich stehe seit unserem Start jeden Tag, jede Stunde unter Strom.

Ich bin im Dauerzustand körperlich angespannt, höre ohne Unterlass auf die Geräusche des Schiffes. Mir entgeht nicht die kleinste Vibration, und dafür muss ich nicht mal Ruder gehen. Was hat das Schiff für Probleme, was bereitet ihm gerade Schwierigkeiten? Wo ächzt es? … Hustet es?

Also: Runter mit der Geschwindigkeit! So segele ich seit 30 Jahren, und das ist ganz schön anstrengend. … Ähnlich ist es mit der Mannschaft: Ich bin eine Art demokratischer Diktator!… Muss die kollektive Temperatur messen, sozusagen. Wenn’s kühler wird muss ich eingreifen, wenn’s sich zu sehr erhitzt, ebenfalls.“ Loick Peyron geht gerne den Zen-Weg der Mitte – noch ein Zeichen für wahre Größe!

Steckbrief von Loick Peyron 

Geboren am 1. Dezember 1959 in Nantes, Frankreich. Verheiratet, 4 Kinder.
Karriere auf dem Wasser:
1987: La Baule-Dakar, einhand, 1.
1990: Vendee Globe, einhand, 2.
1990: Transat, einhand,1. (und 1996, 2008)
1996: WM Mehrrumpfer 1. (und 1997, 1999, 2002)
1999: Transat Jaques Fabre, zweihand, 1. (und 2005 mit Jean-Pierre Dick)
2001: The Race, 2.
2011: Barcelona World Race, zweihand mit Jean-Pierre Dick, 1.

 

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Michael Kunst

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6 Kommentare zu „Jules Verne Trophy: Portrait von Seeheld Loick Peyron. 41mal über den Atlantik“

  1. avatar T.K. sagt:

    Danke – sehr schöner Artikel!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 20 Daumen runter 0

  2. avatar Stumpf sagt:

    ditto

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  3. avatar Laser1 sagt:

    Schöner Beitrag, aber im Text steht einmal 4Kinder und im Lebenslauf unten 1 Kind. Hier geht es schließlich um seine Leistung.

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  4. avatar Lipton sagt:

    Loick Peyron bei seinem seglerischen Tun zu verfolgen ist eine wirkliche Freude.
    Auf vorbildliche Weise scheint er absolute Professionalität und Zielstrebigkeit zu verkörpern,
    jedoch ohne dabei die so häufig anzutreffende Verbissenheit auszustrahlen.
    Selbst in ekeligen Konkurrenzsituationen kann man sich seinerseits an kein unfair wirkendes Verhalten oder an irgndwelche geringschätzigen Bemerkungen gegenüber Wettbewerbern oder Verantwortlichen erinnern.
    Diese, über Peyrons lange Profikarriere hinweg zu beobachtende Konstanz von sportlich vielseitigem Erfolg und Fairness weist (bei aller Professionalität im Umgang mit den Medien) auf einen wahren Sportsgeist hin.
    Chapeau Loick!

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