Jules-Verne-Trophy: Schnellste “Yacht” der Welt – Schaden zwingt Team Gitana zur Aufgabe

We're done.

Team Gitana hat seinen zweiten Rekordversuch bei der Jules-Verne-Trophy abgebrochen. Ein Ruderschaden machte die Hoffnung der Crew zunichte – 900 Meilen Vorsprung umsonst.

Der Rekordversuch verlief vielversprechend. Team Gitana absolvierte die Strecke von Ushant zum Kap der Guten Hoffnung in 11 Tagen, 14 Stunden und ihm gelang damit auf dem Jules-Verne-Kurs die schnellste Atlantik-Passage aller Zeiten. Die Stimmung war bestens. Kurz nach dem Passieren des Kaps stand allerdings fest: nach zwölf Tagen auf See geht es für den Super-Trimaran nicht weiter.

Trotz eines Vorsprungs von 860 Meilen auf den aktuellen Rekordhalter IDEC Sport, ist die Crew der Maxi Edmond de Rothschild gezwungen, ihren Rekordversuch bei der Jules Verne Trophy abzubrechen.

Begutachtung des Ruderschadens an Bord der Edmond de Rothschild.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist der Steuerbord-Ruderschaft so schwer beschädigt worden, dass der Trimaran wenden musste und nur noch auf Backbord-Bug segeln konnte. Der Schaden ist so gravierend, dass das Ruder an Land ausgetauscht werden muss. Dabei sei es nicht einmal zu einem Zusammenstoß mit Treibgut gekommen, sondern es handelt sich offenbar um einen strukturellen Schaden.

Skipper Charles Caudrelier ist die Enttäuschung anzumerken. “Alles lief gut an Bord. Wir hatten eine harte Nacht mit wirklich schwerem Seegang hinter uns, aber seit unserer Halse wurde es besser. Dann hörten wir seltsame Geräusche und spürten immer stärkere Vibrationen am Ruder. Wir bemerkten, dass sich unser Steuerbordruder in Lee stark von einer Seite zur anderen bewegte. Wir stellten schnell fest, dass der Ruderschaft schwer beschädigt war.

Einen Crash haben wir nicht bemerkt. Auf See lässt sich der Schaden nicht reparieren und das Ruder ist nicht mehr zu benutzen. Wir haben das Blatt hochgezogen und segeln jetzt nur noch auf Backbordbug. Wir sind in Sicherheit, können aber nicht mehr schnell fahren.”

Team Gitana beendet das Rennen um die Jules-Verne-Trophy.

Damit ist Weltrekordversuch ist wieder einmal vom Tisch. Es ist der zweite Abbruch innerhalb weniger Monate und eine herbe Enttäuschung für die Crew der Edmond de Rothschild. Bereits vergangenen November hatte sich Team Gitana zeitgleich mit dem Konkurrenten Sodebo Ultim 3 auf den Weg gemacht, die schnellste Weltumseglung der Welt zu schaffen. Beide Crews mussten den Versuch auf Grund von Schäden abbrechen.

Der 32-Meter-Trimaran befindet sich nun auf dem Rückweg. Ursprünglich hatten die beiden Skipper mit ihrem Wetterrouter Marcel Triest einen Boxenstopp in Kapstadt beabsichtigt. Die aktuellen gesundheitlichen Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie führten jedoch zur Planänderung.

Mit dem erneut gescheiterten Rekordversuch schließt sich nun erst einmal das optimale Zeitfenster für den Gewinn der Jules Verne Trophy. Erst zum Ende des Jahres können Caudrelier und Cammas einen neuen Start erwägen. Mit der Bestzeit auf dem Atlantik haben sie immerhin bewiesen, dass sie zurzeit die schnellste Hochsee-“Yacht” der Welt segeln.

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