Jules Verne Trophy: Ultims „Sodebo“ und „Baron de Rothschild“ gestartet – rundum im Team

Im Matchrace-Modus um die Welt!

Seit Mitte Oktober warten die Fans darauf, heute Nacht war es soweit – und das auch noch mit einem Kuriosum: Die beiden Ultim-Trimarane „Baron de Rothschild“ und „Sodebo“ starteten mit nur wenigen Minuten Abstand zur Jules Verne Trophy. 

Skipper Franck Cammas und Charles Caudrelier und ihre Crew (Baron de Rothschild/Gitana) sowie Thomas Coville und Team (Sodebo) wollen – unabhängig voneinander – die schnellste Weltumseglung aller Zeiten schaffen (SR-Bericht). 

Der aktuelle Rekord wurde im Januar 2017 von IDEC Sport mit Skipper Francis Joyon aufgestellt: 40 Tage, 23 Std., 30 Minuten und 20 Sekunden! 

Sodebo und Edmond de Rothschild im gleichen Wetterfenster

Thomas Coville und seine siebenköpfige Crew machten kurz vor der Startentscheidung am Dienstagmorgen noch einen letzten Kontrollschlag vor Lorient, um die vom Shoreteam durchgeführten Reparaturen am Steuerbord-Foil zu überprüfen. Das Foil war am 8. Oktober während einer Trainingsfahrt bei einer Kollision mit einem UFO schwer beschädigt worden. 

Mittags kehrte Sodebo zurück nach La Base und schon drei Stunden später setzten sie erneut die Segel. Diesmal, um mal eben schnell um die Welt zu rasen. 

Franck Cammas, Charles Caudrelier und Team hatten bereits vergangene Woche einen Start mit ihrer Baron de Rothschild angekündigt, machten aber im letzten Moment einen Rückzieher: Das angepeilte Wetterfenster schloss sich aufgrund einer unsicheren, atlantischen Wetterlage auf Höhe Äquator wieder. 

Matchrace-Modus kaum zu vermeiden

Dass beide Teams nahezu zeitgleich gestartet sind, macht diesen Rekordversuch respektive Ritt um die Welt für die Zuschauer an Land umso spannender. Im Prinzip sind beide Teams jetzt nicht nur gegen den virtuellen Gegner und aktuellen Rekordhalter IDEC unterwegs, sondern werden sich auch untereinander belauern und beäugen. 

Cammas und Caudrelier – ist das Rundum-Dreamteam wirklich schneller als Coville? © gitana

Im Vorfeld wurde diese (nun eingetretene) Situation von den Protagonoisten kontrovers beurteilt. So sagte etwa Franck Cammas, dass er nichts gegen einen Match-Race-Modus habe, solange er vorne segelt. Thomas Coville äußerte sich zurückhaltender und bemerkte lediglich, dass Konkurrenz eben das Geschäft belebe respektive durchaus die Geschwindigkeit erhöhen und den Wettkampfgeist stärken könne.

Das nun ganz offensichtlich weit geöffnete Wetterfenster wird die beiden Ultim-Trimarane bei ca 20 Knoten Windstärke rasch durch die Biskaya bringen. Vor Portugal erwartet sie stärkerer Wind, der Baron de Rothschild und Sodebo rasch Richtung Äquator schieben dürfte, den sie in ca fünf Tagen überqueren werden. Einmal in der südlichen Hemisphäre angekommen, werden beide Teams mit der Herausforderung konfrontiert, das St. Helena-Hoch möglichst smart zu vemeiden, um die Einfahrt zum Indischen Ozean in weniger als 12 Tagen zu erreichen. Dazu wiederum müsse sie vor Brasilien möglichst ein Tief erwischen, das es ihnen ermöglicht, auf kürzestem Weg bei Höchstgeschwindigkeit den südlichen Atlantik zu queren. 

Vor dem 5. Januar zurück? 

Aber solche Szenarien sind nur Hypothesen. Denn obwohl die Meteorologen in kurzfristigen Zeiträumen erstaunlich präzise Vorhersagen treffen, sind mittelfristige Aussichten über ca 10 Tage hinweg nach wie vor mit Vorsicht zu genießen. 

Doch es wird nicht nur auf schieren Speed ankommen – Teamwork gilt als ebenso wichtiger Faktor bei dieser Weltumseglung! © sodebo!

Um den Rekord von Non-Foiler-Ultims IDEC Sport zu brechen, müssen die beiden foilenden Teams vor dem 5. Januar um 2:20 h über die Start- und Ziellinie zwischen dem Leuchtturm Creac’h auf der bretonischen Insel Ouessant und Lizard Point (Südwest England) segeln. 

Team Sodebo: Thomas Coville, François Duguet, Sam Goodchild, Corentin Horeau, Martin Keruzoré, François Morvan, Thomas Rouxel und Matthieu Vandame.

Team Baron de Rothschild/Gitana: Franck Cammas und Charles Caudrelier, Skipper. David Boileau, Erwan Israël, Morgan Lagravière, Yann Riou.

Tracker Edmond de Rothschild

Tracker Sodebo

Website Jules Verne Trophy

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

4 Kommentare zu „Jules Verne Trophy: Ultims „Sodebo“ und „Baron de Rothschild“ gestartet – rundum im Team“

  1. avatar breizh sagt:

    Die Monster der Meere sind unterwegs. Endlich geht es auch hier los. 🙂
    Dann schauen wir einmal wer wem wo begegnet auf der Route um die Welt. Jetzt hat man noch zwei weitere Tracker die man morgens gleich einmal checken muss. Das es auf der JVT Seite keinen Tracker von beiden Booten gibt, ist schon schwaches Marketing. Noch besser wäre natürlich ein Tracker auf dem die beiden JVT Teilnehmer und die VG Teilnehmer zu sehen sind. Wer hier eine Seite kennt, würde mich über den Link freuen.

  2. avatar Rainer sagt:

    Unter folgendem Link sind zumindest beide Tracker untereinander auf einer Seite zu sehen:
    https://nautica.news/jules-verne-trophy-tracking-map-in-real-time/

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