Kieler Woche olympisch: Buhl und Grotelüschen im Laser Wechselspiel

Land unter in Kiel

Die deutschen Olympiastarter im 470er Gerz/Follmann müssen sich strecken und sind vorerst auf Platz zwei zurückgefallen. © Kieler Woche/okpres

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Ein schwer kalkulierbares Wetterszenario bestimmte den dritten Regatta-Tag der Kieler Woche auf den Bahnen der olympischen Disziplinen und der Einheits-Kielbootklassen. Nach einer Wettfahrt musste Organisationsleiter Jobst Richter (Kieler Yacht-Club) das Geschehen auf dem Wasser am Mittag unterbrechen, da sich eine kleine, aber kräftige Gewitterzelle schneller der Kieler Außenförde näherte, als zunächst vorhergesagt. Nach vierstündiger Pause wurde das Geschehen aber mit weiteren Rennen bei stürmischen Böen fortgesetzt.

„Den Wettfahrttag zu unterbrechen, war die richtige Entscheidung. Das Gewitter hat uns zwar weitestgehend verschont, aber über Eckernförde und Damp hat es ordentlich gekracht. Und das wäre nicht zu verantworten gewesen“, zog Richter am Abend Bilanz. Zustimmung bekam er von der Bahn. „Als wir nach dem ersten Rennen durch das Ziel gegangen sind, stand die Gewitterzelle schon über Schilksee. Wir sind dann gleich durchgewunken worden, den Weg in den Hafen anzutreten. Und genau das hatten wir auch gehofft“, sagte Martin Menzner (Wendtorf), der Führende in der J80-Klasse.

Die Franzosen Lebrun/Peponnet bei der feuchten Luvtonnenrundung im 470er. © Kieler Woche/okpress

Nach einem späten Programm konnten die deutschen Segler in den olympischen Disziplinen am Abend voller Zufriedenheit auf die Ergebnislisten blicken. Weiterhin eine deutsche Doppelführung gibt es bei den Lasern. Im Wechselspiel an der Spitze hat nun Simon Grotelüschen (Kiel) bei Punktgleichheit den Bug knapp vor Philipp Buhl (Sonthofen) während der WM-Dritte Andrew Maloney (Neuseeland) auf Platz drei folgt.

Bei den Laser-Frauen setzte Franziska Goltz (Kiel) ihren Steigflug fort und liefert sich mit der weißrussischen Ex-Weltmeisterin Tatiana Drozdovskaya einen Zweikampf an der Spitze. „Das ist ein sehr gutes Training für Olympia mit der Weißrussin. Der Speed stimmt, und auch vom Kopf und Körperlichen fühle ich mich fit. Nur an der Vorm-Wind-Technik muss ich noch arbeiten. Manchmal komme ich in der Welle richtig gut in Fahrt, manchmal parke ich aber auch ab“, berichtete Goltz, die bei den Olympischen Spielen wieder auf die Weißrussin treffen wird. Nach sieben Regatten führt Goltz mit 13 Punkten punktgleich mit Tatiana Drozdovskaya.

Der beste deutsche Finnsegler hängt sich auch nach verpasster Olympiaqualifikation voll rein und liegt auf Ragn fünf. © Kieler Woche/okpres

In der dritten Einhand-Klasse, dem Finn, hat sich Matthias Miller (Laupheim) von seiner Nicht-Nominierung für Olympia nicht unterkriegen lassen. „Das war natürlich eine schwere Enttäuschung, und es war nicht einfach, die Motivation hochzuhalten. Aber ich segele gern hier und wollte daher unbedingt bei der Kieler Woche dabei sein“, sagte Miller.

In einem international sehr reich bestückten Feld liegt Miller auf Platz fünf. An der Spitze behauptet sich der Este Deniss Karpak vor dem Australier Casey Brendan . Miller richtet seinen Fokus nun auf die Zukunft: „Ich habe die Olympia-Kritierien verpasst, deshalb muss und kann ich die Entscheidung des DSV akzeptieren. Aber ich bleibe dem Finn treu. Für 2016 gibt es ja eine neue Chance.“

Ihre Chance auf Olympia haben die 49er Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel) bereits genutzt. Und dafür nehmen sie nun Fahrt auf. Nach einem verhaltenen Start am ersten Tag, sind die Titelverteidiger nach eigenen Worten immer besser in die Kieler Woche gekommen und nach neun Rennen auf Platz eins angekommen.

„Auch wenn Olympia im Fokus steht, so hat die Kieler Woche doch eine große Bedeutung, gerade für uns als Titelverteidiger“, sagte Hannes Baumann. Sein Steuermann kann sogar gar nicht genug von der Kieler Woche bekommen und will auch im zweiten Teil in einer internationalen Klasse an den Start gehen.

Zu deutschen Festspielen werden die Wettbewerbe in den 470er-Klassen. Bei den Männern mussten die Olympia-Starter Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München) den Platz an der Spitze zwar räumen, dafür sprangen aber die Potsdamer Magnus Masilge/Moritz Klingenberg in die Bresche und führen nun das Feld vor Gerz/Follmann an.

Eine beeindruckende Bilanz haben bei den Frauen die Junioren-Vizeweltmeisterinnen Annika Bochmann/Elisabeth Panuschka (Berlin/Uerdingen). Mit vier Siegen in sechs Rennen führen sie vor Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee/Strande) mit einem Punkt.

In der paralympischen Disziplin 2.4mR hat derweil Heiko Kröger (Hamburg) mit Platz drei im Zwischenklassement den angestrebten Podiumsplatz erklommen, hinter Damien Seguin (Frankreich) und Thierry Schmitter (Niederlande).

Bei den sechs Einheits-Kielbootklassen dürfen die deutschen Crews zudem mit vier weiteren Gesamterfolgen rechnen. Als Führende gehen in die beiden verbleibenden Tage: Martin Menzner (Kiel, J80), Reinhard Schroeder (Uerdingen, Laser SB3), Christian Soyka (Itzehoe, X99) und Ingo Lochmann (Berlin, Platu25). Bei den Melges 24 ist der Italiener Riccardo Simoneschi in Führung und bei den Albin Express Kim Lago Nörgaard (Dänemark).

Kieler Woche im Ergebnis

Paralympische Klasse:

2.4 mR: (5) 1. Damien Seguin (FRA,5/1/(6)1/2)9 Punkte; 2. Thierry Schmitter (NED,2/(5)4/3/3)12; 3. Heiko Kröger (Ammersbek,9/(9)1/2/1)13; 4. Hans Asklund (SWE,6/4/2/(8)7)19; 5. Johnsson Henrik (SWE,(19)2/7/10/6)25; 6. Paul Tingley (CAN,1/7/11/(36)8)27;

 

Olympische Klassen:

49er: (9) 1. Tobias Schadewaldt / Hannes Baumann (Kiel,5/5/3/(8)1/1/3/1/3)22; 2. Mathieu Frei / Yann Rocherieux (FRA,(9)2/2/2/6/8/1/4/1)26; 3. Erik Heil / Thomas Plößel (Berlin,7/1/8/1/2/5/1/2/(10))27; 4. Thomas Zajac / Thomas Czajka (AUT,1/(11)3/3/3/5/4/7/4)30; 5. James Peters / Ed FitzGerald (GBR,1/1/5/1/1/7/11/5/(26))32; 6. Julian Ramm / Oliver Lewin (Kiel,8/6/6/7/2/1/2/3/(11))35;

 

470 M: (7) 1. Magnus Masilge / Moritz Klingenberg (Kiel,4/(19)3/3/4/6/3)23 Punkte; 2. Ferdinand Gerz / Patrick Follmann (München,(19)2/2/5/1/12/2)24; 3. Balder Marius Tobiasen / Magnus Jung Johansen (DEN,1/11/14/6/3/1/(22))36; 4. Jan-Jasper Wagner / Dustin Baldewein (Mannheim,12/4/(17)10/2/14/1)43; 5. Julien Lebrun / Kévin Peponnet (FRA,18/10/1/7/(23)3/4)43; 6. Denny Naujock / Nils Schröder (Berlin,2/23/5/2/8/4/(23))44;

 

470 W: (7) 1. Annika Bochmann / Elisabeth Panuschka (Kiel,(13)5/1/1/1/1/3)12 Punkte; 2. Tina Lutz / Susann Beucke (Bergen,1/2/3/3/2/2/(4))13; 3. Ewa Szczesna / Irmina Mrozek Gliszczynska (POL,2/1/5/5/4/(5)2)19; 4. Mengxi Wei / Xinyan He (CHN,(11,20,7/6/2/3/4/1)23; 5. Cassandre Blandin / Charlotte Mery de Bellegarde (FRA,13/3/2/6/(13)3/5)32; 6. Nadine Böhm / Karoline Göltzer (Buchloe,3/6/7/11/7/6/(13))40;

 

Finn: (7) 1. Karpak Deniss (EST,1/(3)1/1/2/2/2)9 Punkte; 2. Brendan Casey (AUS,4/1/2/(7)3/1/1)12 Punkte; 3. Caleb Paine (USA,(9)2/6/3/5/3/4)23; 4. Björn Allansson (SWE,3/4/5/5/4/4/(7))25; 5. Matthias Miller (Laupheim,(15)6/8/2/1/5/9)31; 6. Selivanov Alex (RUS,2/(13)4/9/9/6/5)35;

 

Laser: (7) 1. Simon Grotelüschen (Kiel,(9)3/1/1/1/2/1)9 Punkte; 2. Philipp Buhl (Sonthofen,1/2/1/(3)2/1/2)9; 3. Andy Maloney (NZL,7/1/(9)1/1/3/4)17; 4. Thorbjoern Schierup (DEN,1/1/4/(9)3/4/6)19; 5. Ryan Palk (AUS,(8)7/3/2/3/8/5)28; 6. Sam Meech (NZL,(9)4/4/4/2/5/9)28;

 

Laser Radial: (7) 1. Franziska Goltz (Kiel,(28)1/1/4/2/3/2)13 Punkte; 2. Tatiana Drozdovskaya (BLR,4/2/3/2/1/1/(4))13; 3. Anna Weinzieher (POL,(23)3/6/1/5/7/1)23; 4. Lisa Fasselt (Rostock,(21)4/2/5/3/5/6)25; 5. Anke Helbig (Kiel,(14)9/4/8/6/6/3)36; 6. Ashley Stoddart (AUS,(20)8/5/7/7/4/7)38;

 

Internationale Klassen:

J80: (8) 1. Martin Menzner / Carsten Hopp / Frank Lichte / Mika Rolfs (Stein,2/1/1/1/(7)1/2/1)9 Punkte; 2. Malte Christophersen / Olaf Hug / Thilo Merz / Simon Merz (Berlin,1/2/5/2/2/3/3/(16))18; 3. Thomas Dehler / Christoph Peper / Torsten Viebrock / Klaas Simon (Kiel,6/3/3/4/(9)2/4/4)26; 4. Boksa Pawel / Mateusz Blazejak / Mariusz Klupinski / Piotr Harasimowicz (POL,(8)5/6/3/6/5/1/7)33; 5. Fynn Terveer / Patrick Flofl / Felix Stallforth / Malte Harneit (Kiel,9/(12)2/5/5/6/6/3)36; 6. Matthias Herzberg / Paul Kohlhoff / Tilmann David-Walek / Sven Johnson (Strande,(11)7/4/7/4/7/5/2)36;

 

Albin Express: (8) 1. Kim Lago Noergaard / Brian Foged / Morten Buhl / Jesper Misfelt (DEN,(3)1/2/2/2/1/1/1)10 Punkte; 2. Morten Arndal / Dennis Petersen / Anders Hilkjaer / Terkel Hilkjaer (DEN,1/3/1/1/3/2/(4)2)13; 3. Hans Christian Erbs / Jacobsen Jacob / Lauridsen Klaus / Carsten Erbs (DEN,2/4/3/4/1/(11)2/3)19; 4. Andreas Pinnow / Katrin Kraus / Julian Heller / Jan Heinecke (Kiel,4/2/4/3/4/5/5/(11))27; 5. Nils Krafft / Fritz Gurke / Hendrik Lippek / Niels Joseph (Ellerbek,7/6/6/(7)6/4/3/6)38; 6. Kai Plassmeier / Andreas Hesse / Andreas Gustafsson / Kirsten Braun (Norderstedt,6/8/7/5/5/7/(11)5)43;

 

Laser SB3: (8) 1. Reinhard Schroeder / Benedikt Spiegel / Sven Gauter (Grabow,1/3/1/4/2/1/3/(4))15 Punkte; 2. Daniel Spänle / Bernd Fluck / Tobias Spänle (Niestetal,3/2/2/1/1/9/(9)1)19; 3. Nils Beltermann / Christian Zieger / Nico Gebhardt (Hamburg,(6)5/4/3/3/4/1/2)22; 4. Borodinov Sergey / Oleg Shpoltakov / Fayzullin Ramis (RUS,5/1/3/2/5/5/(5)3)24; 5. Vladislav Ivanovski / Natalia Sukhareva / Andrey Poltanov (RUS,2/4/5/5/4/2/2/(6))24; 6. Kristof Wenger / Marlies Linke / Jan Wachlin (Berlin,4/6/6/9/(9)3/4/7)39;

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
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