Kieler Woche: Philipp Buhl bestraft – extremer Starkwind in Kiel

+++ Unerlaubter Vortrieb +++

Laser Höhepunkte bei Extrembedingungen:

Es hackt bei der Kieler Woche. Am Sonntag sind nur die Laser gesegelt. In einem wie in allen Olympiaklassen qualitativ schwach besetzten Feld ist Philipp Buhl bei seinen Lieblingsbedingungen noch nicht richtig in Fahrt gekommen.

Buhl, Laser, Kiel

Philipp Buhl gibt alles auf seinem Laser für die Wiederholung des Kieler Woche Sieges. © Buhl

Im zweiten Rennen zwangen ihn zwei gelbe Flaggen von der Jury auf dem Wasser wegen Regel 42 (unerlaubter Vortrieb) zwangen ihn zum Aufgeben. Das heißt, die Jury fährt auf dem Motorboot hinter dem Delinquenten her und pfeift ihn an, wenn er unerlaubt stark schaukelt und an den Schoten reißt und verdonnert ihn beim ersten Vergehen zu zwei Strafkreisen auf dem Wasser.

[ds_preview] (Ab hier Text für SR Clubmitglieder)

Beim zweiten Vergehen innerhalb der Serie muss der Segler aufgeben. Beim dritten Mal wird er disqualifiziert und darf dieses Ergebnis auch nicht streichen. Eine harte Strafe, die gleichbedeutend ist mit dem Verlust eines guten Gesamtplatzes in der Regatta.

Buhl schreibt selber: “Viel Wind auf dem TV Kurs direkt unter Land mit schweinischen Drehern 🙂 und einem 3. Platz und einer Disqualifikation aufgrund von zwei gelben Flaggen. Ich wiederhole: ZWEI GELBE FLAGGEN!!!! Aber gut, für sowas gibts ja einen Streicher. Aber die Presse-Hyänen haben mich nach dem Segeln heute fast gefressen. I like!”

Die Flagge Oscar

Dass diese Strafe bei extremen Starkwindbedingungen bei den Laser erfolgte ist ein spezielles Phänomen der Klasse. Bei den Finn Dinghies und 470ern wird längst ab 10 bzw. 8 Knoten Flagge Oscar gezogen, und dann ist das “Pumpen” freigestellt. Aber die Laser-Offiziellen weigern sich nach wie vor, die Regeln für das athletische Segeln zu öffnen.

Oft werden die Segler Opfer der unterschiedlichen Interpretationen der Jury. Es ist nicht einfach, den Standard gleich zu halten. Philipp Buhl hat offenbar die Grenzen überschritten. Glück im Unglück für ihn, dass beide Vorfälle in einem Rennen passierten. So ist nur ein Lauf verpatzt.

Ab heute beginnen die Finalläufe. Und wenn der Wind weiterhin so stark weht, gibt es in dem Laser Feld eigentlich niemandem, der ihm das Wasser reichen kann. Die Aufholjagd kann beginnen. Allerdings muss der Bayer seine Technik den aktuellen Jury-Anforderungen anpassen. Er darf sich keine weitere gelbe Flagge mehr erlauben.

Überraschend gut ist der ex 49er Olympionike Tobias Schadewaldt in die Kieler Woche gestartet. Der Hamburger liegt nach der Laser Qualifikation auf Rang drei, obwohl er international bisher nicht an seine vergangenen großen Erfolge in dieser Klasse anknüpfen konnte.

Bisher schien es nicht so, als dass er Philipp Buhl im Kampf um die Olympiafahrkarte gefährlich werden könnte. Aber vielleicht gelingt es ihm doch noch, den WM Dritten etwas zu ärgern.

Ergebnisse Kieler Woche

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Carsten Kemmling

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