Open Bic Ausflug: Freundinnen fordern Papa beim Mini-Jollensegeln

Ausflug mit Prinzessinnen

Das Jugendboot O’pen BIC im Glitsch:
Vorstellung der 2500-Euro Mini-Jolle:

Mitten in der Besprechung klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meine 14-jährige Tochter Charly. Aus dem Hörer kommt ein langgezogenes, zuckersüß aufgeschwungenes: ”Du Papaaa….?“ direkt gefolgt von einem “Hast Du am Wochenende schon was vooor?“

Im Bruchteil einer Sekunde schalten meine Sinne auf ALARM! Die Muskelspannung erhöht sich, die Augen weiten sich und auf der Stirn bilden sich einige Querfalten. Ich antworte mit einem ebenso schön aufgeschwungenen: ”Naaa….?“ und bereite mich mental schon einmal darauf vor, in wenigen Augenblicken als Windengewächs am kleinen Finger des liebreizenden Fegers zu enden.

Die einfache Jugendjolle O'pen BIC an der Kreuz. © O'pen BIC KV

Die einfache Jugendjolle O’pen BIC an der Kreuz. © O’pen BIC KV

”Papaaa, Nina und ich haben uns da was überlegt…..“ (Nina ist ihre gleichaltrige Freundin und hängt ansonsten im 420er Trapez). ”Ahaaa“ entgegne ich und finde ich komme dabei noch recht cool rüber.

”Also wir dachten, äh, hättest du Lust am Wochenende mit uns zu segeln?“ Die Muskelspannung lässt nach, die Mundwinkel wandern leicht nach außen: ”Ihr wollt mit mir segeln? Wie komme ich denn zu der Ehre? Nichts los am Wochenende?“

Um den Finger gewickelt

Während ich mich amüsiert entspanne und uns drei schon bei einem gemütlichen Schlag im Zugvogel auf der Alster sehe, vielleicht noch ein Eis danach – und alle sind glücklich…..fährt mein ”Gegenüber“ listig mit der ”Um-den Finger-Wickeltechnik“ fort.

”Nee – nichts los und außerdem hätten wir Lust uns mal wieder richtig auszupowern um den Kopf frei zu kriegen.“ ZACK – Spannung wieder da! ”Auspowern? Ahaaa?! Und was habt ihr euch da so gedacht?“ Das hört sich nicht nach Zugvogel an.

”Na ja – wir war’n doch im Mai bei  in Surendorf zum Boote testen. Und übernachten kann man da auch….und Boote zum toben haben die auch… und…“ (Im Frühjahr hatte der Verein ein Wochenende zum Testsegeln der RS-Flotte bei Nordwind-Wassersport in Surendorf an der Eckernförder Bucht organisiert. )

”Stopp mal! Wieso Surendorf? Geht nicht auch Alster oder Elbe? Was haben die denn da für Boote? Wisst ihr denn ob da am Wochenende noch Zimmer frei sind? Und was sagen Ninas Eltern denn dazu?“ sprudelt es aus mir heraus.

”Ja Surendorf. Ist viel cooler als Elbe. Und Boote haben die da genug. Alles mögliche von Opti bis Strandkat. Und wegen der Zimmer können wir ja gleich mal anrufen, ok? Und Ninas Eltern haben auch nichts dagegen. Bist Du auch einverstanden – jipiiii !?“ Suggestivfrage – schon klar! Noch zwei halbe Schläge drauf und die Fingerwicklung ist erledigt. Die Damen haben’s drauf!

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7 Kommentare zu „Open Bic Ausflug: Freundinnen fordern Papa beim Mini-Jollensegeln“

  1. avatar Martin sagt:

    supernette Geschichte, top geschrieben

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  2. avatar Thomas Strohm sagt:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.
    Diese Telefonate bescheren mir an diesem Wochenende Medemblik.
    Aber ich darf aufs Mobo die Kinder wollen Opti brettern.
    Grüße von einem Papa der eh überall hinfährt und sowieso alles mitmacht.
    Tommy

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  3. avatar Hobby-Regatteur sagt:

    Da hast Du ja Glück gehabt – ohne die Überredungskünste und Überraschung hättest Du das Bootchen sicher nicht näher kennengelernt.

    Wir haben am See mittlerweile drei von den Dingern liegen, die sich im Sommer großer Nachfrage erfreuen. Die Optis werden jedenfalls viel seltener aufgeriggt. Den Rumpf finde ich eher schwer im Vergleich zu einem GFK-Boot. Das Teil reagiert sensibel auf suboptimalen Gewichtstrimm, die weiteren Trimmoptionen sind überschaubar: Baumniederholer + Vorliek wird zusammen dichtgeholt, Unterliekstrecker, Steckschwert (schwimmt). Das durchgelattete Segel funktioniert ganz gut, 4,5qm reichen eigentlich aus. Als Laser-Recke sollte dir das vertraut sein, sonst hättest Du ja Boote mit ganz ganz vielen Streckern gesegelt 😉

    “vernünftiges Segeln?” – Die Klassenvereinigung organisiert (mit kräftiger Unterstützung des Importeurs) eine Regattaserie, bei der nicht nur Dreieck-Schleife oder Up&Down gesegelt wird, sondern ganz andere Kurse möglich sind ( http://www.openbic-kv.de/uploads/File/OBCA%2012%20-%20Sample%20Race%20Formats%20040712.pdf ) . Das lockt auch die Kinder/Jugendlichen, denen Regatta sonst weniger Spaß bereitet.
    Die Klassenregeln weichen erheblich von denen der DODV ab ( http://www.openbic-kv.de/uploads/File/OBCA%2012%20-%20Std%20Event%20Rules%20020712.pdf ), man hat gelernt:
    “No Protests will be accepted. Open Cups will be decided on the water by the jury, not in the protest room”
    Frühstarter dürfen informiert werden, damit nicht erst nach einem Lauf das OCS frustriert.

    Viele interessante Ansätze, um Segeln attraktiv zu gestalten.

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  4. avatar Bernhard sagt:

    Hallo,
    SUUUUUUUPPPPPPPPPPPPPPPPPPPEEEEEEEERRRRRRR
    geschrieben.
    wie im normalen Leben.
    Habe mich abgerollt.
    Mehr davon.

    Es gibt doch Nachwuchs.

    DAnke

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  5. avatar john sagt:

    Hmm….. Was hat Herr Kaufmann und die Firma Bic denn dafür gelöhnt?
    Und da wird Digger mit seiner Varianta Werbung vorgeworfen?

    Mit 70 kg an Bord glitscht eine Open Bic definitiv nicht!!! Das habe ich bei 18 Knoten Wind vor 3 Jahren selbst getestet und war aufgrund des sportlichen Designs mehr als enttäuscht!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 18

    • avatar Eule sagt:

      Unseren Jungendlichen im Verein macht das Ding einen Heidenspaß. Endlich eine moderne Alternative zum Opti, die in den Augen der Jugendlichen cool ist und gut segelt – wenn man es denn schon ein wenig kann. Insofern ist es doch nur gut, wenn mehr von diesem Boot erfahren, das es erleichtern kann, Jugendliche für das Segeln zu begeistern und sie dabei zu halten. An dieser Art von “Reklame” kann ich keinerlei Verwerflichkeit erkennen.

      Die „Großen“ werden natürlich immer wieder animiert, es doch auch mal zu probieren. Welche Probleme man dabei mit 1,75m und 70 kg + hat, wird in dem Artikel herrlich beschrieben. Das man den BIC auch unter diesen Bedingungen zum Gleiten bringt, kann ich aus eigener Anschauung nur bestätigen – es braucht aber schon ein wenig mehr Wind (wie in dem Artikel beschrieben!).

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      • avatar Christian sagt:

        Über manches a, O*pen Bic lässt sic sicherlich streiten. Aber das Ding hat gegenüber dem Opti mehrere Vorteile:

        1) Es ist sicherer, da überkommendes Wasser von selbst abfließt und nach dem Kentern kein Wasser im Boot ist.
        2) Sprietsegel gibt es in dieser Form nur am Opti. Vieles von dem, was die jungen Segler hier an Trimm lernen, ist wertlos, denn es wird in anderen Klassen nicht benötigt. Das Bic bereitet henigen auf moderen Bootsklassen vor.
        3) Das Aufbauen des Sprietriggs ist kompliziert und aufwändig. Das Bic-Rigg ist easy.
        4) Der PE-Rumpf ist wesentlich unempfindlicher. Beim Opti kommt es an den scharfen Rumpfkanten schon bei leichten Berührungen zu Schäden an Gelcoat und GFK.
        5) Die Ergonomie beim Ausreiten ist auf dem Opti suboptimal, da dass Süll eine sehr schmale Fläche bietet.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 6

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