Knarrblog: 19,6 Knoten mit der J/70 vor Monaco – Revier mit Tücken

Ritt auf der Rasierklinge

Letztens in Monaco. Unser zweiter Auftritt bei der Winter-Serie. Nur zwei Rennen, aber immerhin ein epischer Glitsch am Limit. Das Revier wird seinem Ruf gerecht.

Zwei Rennen in drei Tagen sind etwas mühsam. Im Dezember verhindert erst Mistral, dann Regen und Flaute eine längere Regatta. Aber dieser eine Ritt zurück in den Hafen kurz vor dem Abbruch des Starts hilft über die dunkeln Wintertage.

Eine hohe Welle schief zum Wind dreht in die Bucht. Die Wettfahrtleitung traut sich nicht, das Rennen anzuschießen und schickt die Flotte zurück in den Hafen. Noch einmal kurz den Gennaker setzen und die Limits austesten.

Außerdem wollen wir Jule (15) etwas bieten, einem Talent aus der NRV-Jugendabteilung, das erstmals die Crew verstärkt. Also Blase hoch, Schoten dicht und ab geht die Post. Mist, dass die GoPro Head-Cam zu hoch eingestellt ist. Aber vielleicht ist der On-Board-Eindruck trotzdem nachvollziehbar:

Wir wollen die 20 Knoten knacken. Aber es klappt nicht ganz. Eine kleine Welle quer zur Dünung reißt das Schiff aus der Balance. 19,6 Knoten Max-Speed werden es immerhin.

J/70 Max Speed

19,6 Knoten Maximumg und 17,9 im Schnitt über 30 Sekunden. © SegelReporter

Da stellt sich die Frage, ob schon jemand die 20 Knoten geschafft hat. Tatsächlich findet sich Spuren im Netz von einem Franzosen der schon 2013 die 20 geknackt haben will. Es wird wohl so sein. Diese Glitsch-Schiffchen benötigen einfach eine ordentliche Welle, dann sind sie noch sehr lange, sehr gut zu kontrollieren.

Danach konnte erst am nächsten Tag wieder etwas gesegelt werden. Zwei magere Rennen, bei denen sich die Wettfahrtleitung mit schiefen Linien und vielen Startversuchen nicht gerade mit Ruhm bekleckerte.

Monaco Winter Series

Enger Start am Leefass… © YCM

Monaco Winter Series

…mit ordentlichem Ausgang. GER vorne. Andi Lachenschmidt vom Augsburger Segel Club (1015) trifft diesen Start noch besser und wir (1250) sind auch ordentlich dabei. © YCM

Aber am Ende lag doch wieder die Russin vorne, die ständig gewinnt. Sie soll erst vor zwei Jahren mit dem Segeln begonnen haben. Erstaunliche Geschichten, die das J/70 Segel-Leben so schreibt.

Morgen geht’s weiter. Mal sehen, was der vierte Act in Monaco bringt…

Valeria Kovalenko

Valeria Kovalenko, die Russin, die immer in Monaco gewinnt. © YCM

Monaco Winter Series

Zu fünft auf der hohen Kante. Platz zwei im ersten Rennen. © YCM

Monaco Winter Series

Sicher ist sicher. © YCM

Monaco Winter Series

Der Oman schickt ein Frauenteam. © YCM

Ergebnisse Winter Series Monaco Act3

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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