Knarrblog-Saison: Online im Netz, Laser bei Plön, J/70 in Kiel,Törn auf der Schlei,Drachen in HH

"Es geht wieder los!"

Das fühlt sich fast schon wieder wie früher an. Nach der Corona-Atempause wird auch wieder auf der Alster gesegelt. NRV-Drachen-Auftakt mit Freibier.

Da ist sie die ersehnte Mail: “Liebe DoDra-Segler, es ist soweit am Donnerstag geht es ENDLICH wieder los!” Tatsächlich. In der vergangenen Woche hat sich erstmals seit über einem Jahr die Drachenflotte wieder auf der Alster versammelt. Gut 40 Teams genossen die Aufbruchstimmung nach der Corona-Zwangspause. Man darf wieder zu dritt und auch Regatten segeln. Zur Feier des Tages wurde beim NRV sogar Freibier ausgegeben.

“Der Start in Lee war ziemlich Okay…” Na ja. Sieht auf den ersten Blick erschreckend aus…© H.H Hoffmann / NRV

…Entpuppt sich aber später auf dem Außenbogen beim Anlieger zur ersten Tonne als Top-Drei-fähig. © H.H Hoffmann / NRV

Die plötzliche Nähe fühlte sich nicht nur an Land noch etwas komisch an – aber besonders auf dem Wasser. Wenn eine solche Drachenflotte bei wenig Wind und einem Raumschotsstart auf die Startlinie zutreibt, wird es schon mal unübersichtlich. Normalerweise auch laut.

Diesmal scheint es irgendwie gesitteter zuzugehen. Ist das die neue Corona-Milde? Überwiegt die Freude über die neue Wasser-Zeit etwa den Ärger über vermeintliche Vergehen anderere Skipper? Der Eindruck mag sehr subjektiv sein. Oder einfach nur Wunschdenken?

Es ist jedenfalls zu schön, wenn es wieder im Kielwasser gluckert, wenn die Böe zum richtigen Moment einsetzt, sich der Spi etwas früher füllt als bei den Kollegen, die Alster so funktioniert, wie man es erahnt – Platz zwei nach der ersten Runde.

Corona-konformes SR-Segeln, als noch Stoffmasken verlangt wurden. © Volker Göbner

Umso eher erträgt man, wenn dieses Gewässer mal wieder seine Spielchen treibt. Der Wind bleibt kurze Zeit völlig aus – und setzt dann auf der “falschen” Seite 180 Grad gedreht wieder ein.

Ex 505er Weltmeister Martin Görge checkt es am besten, Drachen Corinthian Weltmeister Benny Morgen auch und Altmeister Gerd Zachariassen. Platz 4 finden wir gut, auch wenn ich ordentlich Mecker bekomme, als ich die historische erste Post-Corona-Drachen-Alster-Bezwingung per Handy festhalten möchte.

Aber es ist einfach zu schön, wieder auf dem Wasser spielen zu dürfen. Danach sind wir auch wieder auch schon wieder J/70 Kiel trainiere – in zwei Wochen startet der verschobene Segelbundesliga-Auftakt in Überlingen. Und die Freunde vom SSC haben während der Corona-Pause neue Techniken erlernt. Mal sehen, was da sonst noch kommt.

Zuvor musste in Eiseskälte immer mal wieder der Laser herhalten auf einem See bei Plön:

Aber jüngst durften wir auf der Schlei auch schon wieder einen Mini-Törn mit Freunden unternehmen.

Bis dahin jede Menge Online-Segelei. Insbesondere im Rahmen der Vendée Globe mit mehr als eine Millionen Teilnehmern beim Virtual Offshore Game. Wenn Armel Le Cleac’h der Dummbatz nicht gegen die Eisgrenze gedonnert wäre – und ich hinterher – wäre vielleicht mehr drin gewesen als Rang 7926. Aber auch so war man eine Zeitlang gut beschäftigt.

Immer ein Auge auf die Großen wie Armel Le Cleac’h. © SR

Vendée Globe Platzierung im Feld der Millionen. © SR

Die letzten Meilen der Weltumsegelung. © SR

Hauptsache, beim Medien-Wettkampf mit gut 300 Booten die Kollegen vom Voile Magazin geschlagen 🙂

Dann auch noch die Virtual Inshore Segelei, bei der doch seglerisch mehr gefordert wird, als man zugeben mag. Ich hatte schon die Hoffnung einen Leistungssprung machen zu können durch den dem schwindenden Augenlicht angepassten Umstieg vom iPhone auf den iPad.

Aber dann wurde es nur ein Hopser. Jedenfalls kam beim eSailing Chmapions-League-Auftritt für den WVH das Aus wieder zu schnell. Immerhin konnte ich einmal Robert Scheidt schlagen – was mir im richtigen Laser-Leben nur äußerst selten gelungen ist 🙂

Bei einer VRI-Challenge Robert Scheidt geschlagen. © SR

Zuletzt bin ich in der Community scheinbar eher durch inadäquates Verhalten aufgefallen, wie mir beim Liga-Training in Kiel ein VRI-Segler vom anderen Boot herüberrief. „Was hast du denn da veranstaltet?“

Danach habe ich mich erstmal auf der einschlägige Online Plattform die genervten Worte eines Engländers eingelesen. Keine Ahnung, was passiert ist. Offenbar habe ich in einem Rennen die mir eher unbekannte VRI-Hierarchie nicht ausreichend bedacht und einem Online-Champ zu viel Windschatten gespendet?

Einer der früher immer mal wieder bei diesem Spiel auftretenden Wutanfälle gegenüber fies tricksenden Penalty-Gebern, die schon mal zu regelrechten Jagden auf dem virtuellen Wasser führten, können es eigentlich nicht gewesen sein. Die sollte ich doch einigermaßen in den Griff bekommen haben. Wegatmen hilft – und schult fürs Leben.

Egal. Es ist wohl höchste Zeit, wieder auf das richtige Wasser zu kommen. Dort scheint es außerhalb der Anonymität dann doch etwas gesitteter zuzugehen. Zumindest ist das bei der ersten Drachenregatta so. Mal sehen, wie lange dieser Eindruck hält.

Beim ersten Liga-Training jedenfalls dauerte es nicht lange, bis es zum Ereifern kam. Best Buddy Willi vom Schlei Segel-Club war davon überzeugt, dass ich bei einem Start zu hoch und durch den Wind luvte – was natürlich ausgeschlossen ist! . Es wurde etwas lauter auf dem Wasser und die danach geplante Verabredung zum Kaffee fiel in das Selbige. Die Taktikerin habe kalte Füße – schon klar.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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