Knarrblog: Schweden-Törn von Mollösund nach Marstrand

"Endlich Sommer in Schweden"

Ein erstaunliches Erlebnis in diesem Sommer. Segeln mit angenehmer Backstagbrise und Sonne. © SegelReporter

Es schien eine tolle Idee. In Marstrand gastiert die RC44 Flotte mit Russell Coutts, Markus Wieser, Ed Baird oder Brad Butterworth, wir liegen nur knapp 12 Meilen entfernt, das könnte ein schönes Ziel sein. Wollte schon immer mal das legendäre natürliche Segelstadion sehen, wo alljährlich die großen Match Races stattfinden.

Der Törn bedient alle Sinne. Sonne, Rückenwind, schmales Fahrwasser, tolle Landschaft, schnelles Schiff – grandios. In Marstrand pulsiert das Leben. Die Tageszeitungen jubeln: “Endlich Sommer in Schweden.” Die Menschen sind ausgelassen, der Hafen ist voll.

Eigentlich wollten wir in einer ruhige Schäre festmachen, aber die Stimmung steckt an. Und nach ein, zwei Kreisen samt üblicher, schwieriger Entscheidungsfindung für den besten Liegeplatz krame ich den Anker unter dem Skateboard (Arrgh) aus der Backskiste, lasse ihn achteraus fallen und wir legen den Bug an die Stegspitze.

Direkt unter dem Schild “Nicht ankern”. So unglaubliches es klingt: Dieses Symbol fällt uns erst am Abend auf. Wir haben es irgendwie nicht auf uns bezogen. Wohl weil alle anderen scheinbar auch ihren Heckanker geworfen haben. Erst später wird klar, dass es Mooring-Leinen sind. Toll!

Aber es gibt kein Mecker vom Hafenmeister. Wie soll er auch den Überblick behalten. Am Samstag herrscht totales Chaos. Jugend-Crews fallen mit Yachten und Motorbooten ein, um Party zu machen. Marstrand scheint ein Hot-Spot zu sein. Gröhlend sitzen sie auf den Booten und brennen für die Nacht vor. Die Stimmung ist ausgelassen. Polizei-Patroullien auf den Stegen verhindern das Ärgste. Es ist zwar laut, aber auch spannend. So viel überbordende Lebensfreude.

Und das alles wegen einer RC44 Regatta. Die Facebook-Generatio ist hier um Russell Coutts zu huldigen? Wohl kam. Die Rennen liegen zwar ordentlich vermoort an ihren Tonnen in der Stadt, aber ansonsten macht die Regatta offenbar kaum Eindruck auf das Umfeld.

Ein kurzer Schnack mit Eberhard Magg und Christian Binder vom österreichischen AEZ Team und am nächsten Tag ein kurzer Steg-Talk mit Taktiker Markus Wieser vor dem Auslaufen bringt etwas Nähe zur Regatta.

Ich freue mich, ab Mittag auf der anderen Seite der Felsen dem Segelspektakel beizuwohnen und stimme schon die Familie auf den Höhepunkt ein. Wir steigen die Rockies empor, wo am Abend zuvor der Jüngste beim Klettern heftig abgerutschte, und mit unglaublichem Glück nur zahlreiche Schrammen erlitt.

Aber wo sind sie nun die Racer? Am Horizont ziehen sie ihre Bahnen. Das Wasser schäumt, das wäre Segel-Action pur. Aber die Eigner wollen wohl unter sich bleiben. Was für eine Enttäuschung. In die Felsen-Arena passen aber eben auch nicht 11 44 Fuß Yachten. Das würde Kleinholz geben.

Egal, Marstrand war absolut einen Abstecher wert. Weiter geht’s Richtung Inland. Das Wetter soll wieder schlecht werden und der Wind stark. Bloß Schutz suchen.

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Knarrblog: Schweden-Törn von Mollösund nach Marstrand“

  1. avatar jan sagt:

    Hallo,
    schöner Urlaub – nur segelt Ihr auf dem letzten Bild
    nicht bei Backstag-Brise.
    Schoten ziemlich dicht, Wellenbild auch leicht
    von vorne, das ist wohl mehr hoch am Wind, oder ?!

    Viel Spaß noch

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    • avatar Liese sagt:

      In den Schären gibt es selten die Möglichkeit von A nach B auf direktem Wege zu segeln.
      Finde ich jetzt nicht unbedingt merkwürdig.

      Aber das da jetzt Sommer ist!!! Wir haben bisher vergebens darauf gewartet und in SWE diese Headline bekommen
      http://diggerhamburg.files.wordpress.com/2012/06/foto.jpg
      2 Tage gut, 3 Tage schlecht, 1 Tag gut, 3 Tage na geht so….und alles unter 20°C an der Westküste…

      Viel Glück Carsten

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    • avatar Uwe sagt:

      Egal, Hauptsache die Kiste rennt !

      Bin schon auf den nächsten Bericht gespannt !

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  2. avatar Heini sagt:

    Das Boot ist einfach sooooooooooooooo schnell, dass er IMMER am Wind fährt. 😉

    Schon einen MOD70 versägt? :p

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  3. avatar Flyer2 sagt:

    Ganz schön eng auf dem Schiffchen. Puh!

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  4. avatar Andreas Ju sagt:

    Hey, ihr habt jetztbein iPad.

    Wir haben hier jetztt so ein Ding mit allem Navigations-Schnickschnack, den ich auch mit 300 Seiten Handbuch nicht vstehe. Und ein iPad mit wasserdichtem Case und de Navionics App im Cockpit. Und lernen, dass es alle ohne Steuerrad und Plotter genauso machen.

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