Kollision: Soto 40 mit Vollkontakt

Bestraft

 

Video-Link

 

Eine chilenische Soto 40 wird ohne Vorfahrt an der Luvtonne erwischt und gedreht. Der gegnerische Bugspriet hakte im Achterstag ein.

Es ist wie beim täglichen Kampf im Stadtverkehr. Nicht alle wollen sich brav im Stau anstellen. Einige nehmen die Außenbahn und schlüpfen irgendwo weiter vorne in eine Lücke. Das nervt die Stau-Steher, fühlt sich aber gut an, wenn man es selber schafft, ohne einen Unfall zu provozieren.

In einer Regatta sind es die von-links-Kommer an der Luvtonne, die immer wieder für Unmut sorgen. Es ist oft ein Vabanque Spiel, mit Wind von Backbord an der Marke reinzuflutschen. Jede Menge Plätze sind zu gewinnen, aber viele auch zu verlieren.

Die Regeln machen es risikoreich, sich von links in eine Lücke zu quetschen. Wer im Drei-Längenkreis wendet und ein von rechts kommendes Schiff auch nur zu einer kleinen Kurskorrektur zwingt, begeht eine Regelverletzung.

Selten wird man so brutal bestraft wie im Video. Das vorfahrtsberechtigte Schiff versucht noch, dem Störer auszuweichen, bleibt aber mit dem Bugspriet im Achterstag oder Heckkorb hängen. Das Schiff wird herumgedreht. Gott sei Dank weit genug, sonst würde auch noch das Kamera-Boot mit dem amerikanischen Segelprofi Dee Smith in Schwierigkeiten geraten.

Der Vorfall ereignete sich bei der Regata de Chiloé 2014 vor Chile, wo die Soto 40 Klasse eine hochwertige Rennserie mit 11 Yachten etabliert hat. Smith siegte als Taktiker auf der “Apolonia”.

Tipp: Thorsten Paech

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „Kollision: Soto 40 mit Vollkontakt“

  1. avatar Jörg sagt:

    …..und ein von rechts kommendes Schiff auch nur zu einer kleinen Kurskorrektur zwingt, begeht eine Regelverletzung.

    Ist das richtig?
    Meines Wissens darf man das andere Boot nicht über einen Am Wind Kurs zwingen. Solange man aber die Wende beendet hat (und RRS13 nicht güldet) kann das Boot mit Wind von StB doch ruhig den Kurs ändern müssen. Oder nicht?

    Bin aber kein Freund von port-bargen… (weiss jmd woher der Begriff kommt?)
    .

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 7

    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      genau, das boot mit wind von StB darf nach RSS 18.3,a nicht über am wind kurs gezwungen werden. da es auf der anliegelienie am wind segelt, ist das ausweichmanöver meist nur “eine kleine kurskorrektur”. besonders für schwere schiffen ist es schwierig, nach der wende genug fahrt aufzubauen, um das von rechts ankommende schiff nicht zu behindern. der abstand muss groß genug sein.

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      • avatar Fix oder Nix sagt:

        18.3a gilt zwischen den beiden kollidierenden Booten garnicht. Die Regel würde nur gelten, wenn das auf steuerbord segelnde Schiff innerhalb des 3 bootslängen Kreises, seine Wende zu Ende gesteuert hätte. Dann dürfte das Leeboot nicht höher als “close hauled” luven.

        Hier handelt es sich aber um eine klare Port / starboard Situation. Und das von steuerbord nähernde Schiff, zwingt das Backbord Bug segelnde Boot zur Kursänderung um nicht selbst Regel 14 zu verletzten, und damit verstößt, das steuerbord segelnde Boot, gegen Regel 10

        Regel 13 gilt hier auch nicht, da das steuerbord segelnde Boot, sich in keiner Wende befindet….

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  2. avatar SR-Fan sagt:

    Ist das verlinken des Videos schon der neuen (lokalen) Rechtsprechung geschuldet?

    VG

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

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