Kommentar: Über das Vergütungssegeln und “First-Ship-Home”

Ungehörige Freude?

"SEB" als erste Yacht im Ziel. Legitime Freude? © Franck/stockmaritim

Eine erstaunliche Diskussion, die sich in den vergangenen Tagen auf SR abspielt. Im Kern geht es um die Frage: Ist das “First-Ship-Home” ein Sieger oder nicht? Ist die Freude darüber ungehörig?

Im internationalen Vergütungs-Segelsport hat sich die Sichtweise durchgesetzt, dass jeweils zweimal gejubelt wird. Sei es bei Rennen wie dem Sydney-Hobart, Rolex Middle Sea Race, Bodensee Rund oder Bol d´Or am Genfer See. Sei es bei allen Regatten um Blaue Bänder auf dieser Welt, beim Yardstick-Rennen am Baggersee, oder eben Atlantik-Rennen wie dem DCNAC. Das schnellste Schiff über alles wird gewürdigt und geehrt, später dann auch das schnellste nach berechneter Zeit.

Natürlich ist es banal. Aber für diese sogenannten Line honours werden extra große Yachten gebaut. So die 100 Fußer beim Sydney Hobart, oder vor einiger Zeit die sogenannten Brückenkratzer für das rund Seeland Rennen, deren Limit die Brückenhöhen für die Masten waren. Auch das europäische Esimit Team mit Skipper Jochen Schümann segelt mit dem 100 Fußer, der ex “Alpha Romeo” meist ohne direkte Konkurrenz um die Ehre als erstes Boot im Ziel zu sein.

Deshalb ist den Speedsailing-Jungs kein Vorwurf zu machen. Ihre Freude über das “First-Ship-Home” entspricht den internationalen Gepflogenheiten auch wenn sich über den sportlichen Wert streiten lässt. Es sollte klar sein, dass im Allgemeinen ein größeres Boot ein kleineres absolut schlagen muss.

Schwierig wird es eigentlich erst, wenn man die Leistung im Vergleich zu den anderen Yachten werten will. Dann besteht immer Diskussionsbedarf. Die sportliche Leistung der Teams ist besonders bei der diesjährigen Pantaenius Rund Skagen Regatta aller Ehren wert, besonders da es mal wieder ordentlich gehackt hat und allein 14 Yachten aufgeben mussten. Aber wer war nun der beste?

Diese Frage ist im Segeln eigentlich nicht zu beantworten, wenn man mit unterschiedlichen Sportgeräten gegeneinander antritt. Schlaue Menschen haben sich zwar komplizierte Rechenmodelle ausgedacht, die es möglich machen sollen, die Leistungsfähigkeit von Segelschiffen zu nivellieren, um die sportliche Leistung der Crews zu vergleichen. Aber mal ehrlich, das hat noch nie funktioniert.

Wie soll es auch? Gleichmacher-Formeln hätten nur dann eine Chance, wenn bei exakt gleichen Bedingungen gesegelt würde. Wechselnder Wind und Strom sind die Grundlagen einer Segelregatta, aber je länger die Strecken werden, umso absurder wird die vermeintliche Vergleichbarkeit. Die Großen ankern vorne möglicherweise im Gegenstrom, während die Kleinen von hinten unter Spi heranrauschen. Oder umgekehrt.

Bei der Pantaenius Rund Skagen Regatta hat Herr Kohfahl nach berechneter Zeit gewonnen. Er kam mit seiner neun Meter Yacht als letztes Schiff ins Ziel, soll aber objektiv der Schnellste gewesen sein. Es ist wahrlich eine tolle Leistung, den Parcours bei harten Start-Bedingungen relativ schnell abgesegelt zu sein. Aber er hatte später völlig andere Bedingungen als der Rest. Die Flaute hinter Skagen fehlte.

Natürlich ist es ein hübscher Spaß, wenn man am Ende eine Ergebnisliste hat. Und man kann sich dann auch herrlich über die ungerechte Vergütung aufregen. Die Schwächen des Handicap-Segelns sind mit einer gewissen Lockerheit sehr gut zu ertragen. Ist doch schön, wenn man ein System findet, nach dem man sich vergleichen mag.

2010 bin ich IMS-Meister geworden. Aber wie gut sind wir wirklich gesegelt? Hätte die Vergütung der neuen Dehler 35 bei mehr Wind auch gepasst? Man kann es nicht sagen. Ist ja auch nicht schlimm. Spaß hat es trotzdem gemacht.

Vielen Menschen reicht die annähernde Vergleichbarkeit ihrer Schiffe aus. Aber vor diesem Hintergrund scheint die Heftigkeit der First-Ship-Home Diskussion doch deutlich übertrieben.

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://nouveda.com

41 Kommentare zu „Kommentar: Über das Vergütungssegeln und “First-Ship-Home”“

  1. avatar Skagenwinner sagt:

    Vergütungssegeln wie wir es betreiben hat starke Limitierungen und es macht dabei überhaupt keinen Unterschied, welche Formel bzw. VPP-Programme wir nutzen, sie taugen alle nur zu 70%. Das gilt gleichermaßen für IOR, IMS, ORC, IRC und Yardstick. Das muss man wissen, und sich darüber Gedanken machen, ob man dabei sein will oder nicht.

    Seit es Vergütungssegeln gibt gibt eine Diskussion über First-Ship-Home. Die vermeintliche Ehre ist nichts Wert, und man weiss das eigentlich auch, wenn man First-Ship-Home ist. Da man an Land dann aber trotzdem einen großen Pokal bekommt, fühlt man sich trotz des vermeintlich gekauften Sieges wie ein Held. Deshalb gibt es nur eine Antwort darauf: Schafft Line Honours beim Vergütungssegeln ab, verteilt keine Pokale mehr dafür und seid Euch über die Limitierungen des Vergütungssegelns bewusst.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 12 Daumen runter 36

    • avatar Lyr sagt:

      Finde ich nicht gut! Natürlich ist es eine tolle Leistung als erster übers Ziel zu fahren. Manche tun immer so, als wenn die Dinger von alleine fahren würden. Dem ist aber gewiss nicht so. Im Gegenteil, so größer um so schwerer zu segeln. Und wenn dann noch das Budget so klein ist, wie das von speedsailing, wo peinlich genau drauf geachtet wird, das nichts kaputt geht und jeder der Crewleute etwas zur Bordkasse beisteuern muss, dann ist ein solcher Sieg durch aus eine nicht zu gering einzuschätzende Leistung!

      Naja, eine endlose Diskussion und jeder hat eh seinen eigenen Horizont. Nur eins noch (für den großen Bogen 🙂 ), wer First-Ship-Home abschaffen will, der hält vermutlich auch nichts vom Americas Cup, aber Segelsport lebt gerade von diesen Facetten 😉

      grüße

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 40 Daumen runter 6

    • avatar Christian sagt:

      Wo ist eigentlich das Problem?

      Ist doch ganz einfach: Das eine tun, das andere nicht lassen – also Das First Ship Home würdigen u n d einen berechneten Gewinner ermitteln. Tut sich doch gegenseitig nicht weh. Ist doch toll, wenn gleich zwei Crews Grund zu feiern haben. Gibt mehr Freibier für alle.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 48 Daumen runter 5

      • avatar schärenkreuzer sagt:

        Genau!

        1.) Erster ist immer toller als Zweiter! (und V.O. 60 segelt ja auch nicht gerade von selbst schnell…)
        2.) erlaubt eine Formel, die besondere SEGLERISCHE Leistung ggf. auch Glück mit dem Wetter, was auch immer, eines kleineren/anderen Schiffes in RELATION zu würdigen, ist doch toll.
        3.) alle, die das nicht mögen, müssen ja nicht mitfahren, oder können mit 100 anderen Laser oder Optis um die Tonnen hetzen… auch toll.

        also: zwei Sieger (am besten nochmehr!) machen mehr Party als nur einer… 😉

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 1

  2. avatar RVK sagt:

    Es muss einem nur bewusst sein, dass der First Ship Pokal eben auch ein Geldbeutel Pokal ist. Und das ohne jegliche moralische Wertung. Viele der Kritiker der SEB tun so, als ob der Sieg des V.O. 60 selbstverständliche Sache gewesen sei und völlig abzusehen. Dabei wird aber ignoriert, dass die Jungs durch Willen, Seemannschaft, Erfahrung und bewährtes Material sich ihren Sieg ersegelt haben, während andere heiße Anwärter eben Opfer der widrigen Bedingungen waren.

    Es ist ja nicht so, dass bei allen großen Regatten immer nur ein großer Favorit sich anmeldet. Egal ob Bol D´Or, Rund Um, Cento, Sydney Hobart oder Middle Sea Race: Der Line Honours Pokal zieht immer wieder magisch eine Gruppe ehrgeiziger Eigner an, die sich spezielle Maschinen für diese Trophy bauen. Und somit auch für ordentlich Konkurrenz und Spannung sorgen. Es gab ja auch nie nur eine Libera, sondern immer ein ganzes Rudel. Principessa, Gardazurra, Raffi.ca, Italia, Clan Des Team, Telebox. Es war immer spannend wer wann wen schlägt. Und auch auf dem Genfersee gibts nicht nur einen Ventilo, sondern eine Vielzahl an verschiedenen Formen von Schnellseglern. Mehrrümpfer, Kombinationen aus Trapex, Canting Kiel und Wasserballast etc. Ihr glaubt doch nicht, dass so eine neue Wilke49 mit Canter gebaut wurde um irgendeinen Formelkram zu bekommen? Der Eigner will schlicht als erster über die Ziellinie. Koste es was es wolle. Die Titanic wollte schließlich auch nicht die schnellste Atlantiküberquerung in Relation zur Wasserlinie. Sondern wirklich die schnellste Zeit.

    Das ganze mag eine besonders potente Form des Schwanzvergleichs sein. Aber eine, die den Segelsport voran treibt. Denn genau diese Eigner fordern stetig das Innovationsstreben der Schiffsbauingenieure ab, suchen neue Wege schneller zu werden und testen halsbrecherische Konstruktionen nur um am Ende eben wirklich der schnellste gewesen zu sein. Sorry, aber bei jeder Formel der letzten dreißig Jahre ist immer das Gegenteil passiert. Schlaue Füchse haben dort ihre Boote genau in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Ob Beule, Holzschuh oder Extragewicht, schneller oder innovativer ist kein Formel-Boot geworden.

    Mag sein, dass hier bei allen Kritikern der Neid mitschwingt, dass jemand ohne große Neubauten, mit kleinem Budget mal einen Stich gemacht hat und berechtigt vor den neuen innovativen Kisten ankam. Lasst ihm doch diese Freude. Denn das bleibt wohl echt die Ausnahme…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 37 Daumen runter 1

    • avatar Schifffahrtshistoriker sagt:

      @RVK
      “Die Titanic wollte schließlich auch nicht die schnellste Atlantiküberquerung in Relation zur Wasserlinie. Sondern wirklich die schnellste Zeit. ”

      Das gehört schon lange ins Reich der Legenden, siehe unter anderem hier:
      titanicverein.ch
      “Besonders im deutschen Sprachraum ist die Legende weit verbreitet, dass die Titanic auf ihrer Rekordfahrt um das Blaue Band (Auszeichnung für die schnellste Atlantiküberquerung) mit einem Eisberg kollidierte und sank. Die Beharrlichkeit, mit der sich die Legende hält, verdanken wir dem in unserem Sprachraum am weitesten verbreiteten Titanicbuch: “Titanic, Die Tragödie eines Ozeanriesen” von Josef Pelz von Felinau. Dem Buch stand ein angeblicher überlebender Offizier der Titanic Pate, Max Dittmar-Pittmann. Obwohl das Buch als Roman künstlerische Freiheit zulässt, betonte der Autor immer wieder, wie historisch exakt seine Schilderung sei.
      Die Titanic war aber für eine solche Rekordfahrt gänzlich ungeignet. Sie hatte eine maximale Geschwindigkeit von ca. 24 Knoten. Zu jener Zeit hiess die Rekordhalterin Mauretania und brachte es bereits 1909 auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit (!) auf der Westpassage von 26.06 Knoten. Das viel kleinere Schiff war mit einer wesentlich leistungsfähigeren Maschinenanlage ausgerüstet als die grössere Titanic. Von einer Rekordfahrt um das Blaue Band kann also nicht die Rede sein, viel mehr setzte die White Star Line auf Grösse, Zuverlässigkeit und Komfort.
      Ganz unwichtig war aber die Geschwindigkeit nicht. Es gab durchaus Bestrebungen, die Titanic möglichst schnell über den Atlantik zu “jagen”, um bei der prestigeträchtigen ersten Fahrt vielleicht eine Schlagzeile zu erhaschen, wonach der neue Liner unerwartet schnell sei. Es ging nicht um einen Streckenrekord, sondern die Titanic sollte einfach überraschend schnell in New York sein. Und sie war auf dem besten Weg, wenige Stunden vor der Kollision mit dem Eisberg wurde die Presse informiert, dass die Titanic bereits am Dienstagabend (17. April 1912) statt im Laufe des Mittwochs in New York sein wird. Ein Körnchen Wahrheit ist also doch dran an der Rekordfahrt, aber mehr nicht.”

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 9

  3. avatar Martin sagt:

    Was für eine unwürdige Diskussion. Die Jungs von Speedsailing sind in erster Linie gegen sich und das Wetter, an zweiter Stelle vielleicht gegen Varuna und Opal gesegelt. Da ist keiner an Bord gewesen, der die schnellste gesegelte Zeit nicht vernünftig einordnen kann…

    Ja, ja. Ich bin Lokalpatriot. 🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 34 Daumen runter 2

  4. avatar Lutz sagt:

    Hmmmm… Verstehe die gesamte Diskussion nicht. Es ist doch absolut selbstverständlich, dass es für das First-Ship-Home eine besondere Ehrung gibt. Würde es die nicht geben könnten wir alle mit der Sprinta Sport weiter segeln und jegliche Entwicklung im Hochseesegeln vergessen.

    Auch würden wir Schiffe wie Opal, Waruna, SEB, etc. (hier soll sich bitte niemand auf den Schlips getreten fühlen, wenn nicht genannt!!!!) sicherlich auf den Regatten in unserer Region nicht zu sehen bekommen. Aber wir sind doch alle hot auf schnelle Schiffe…

    Die Diskussion ist doch nur durch Jürgen und Albert begonnen worden, da die PM nicht jetzt gerade bescheiden war. Das wurde unverzüglich und mit absolut passenden und sportlichen Worten klargestellt. Besser ging es nicht!

    Lob an die SEB Crew für Vorbereitung und Durchführung der Regatta.

    Gern würde ich in 2 Jahren noch mehr große und schnelle (meinetwegen auch teure – ist doch völlig egal) Yachten am Pfingstmonatag am Start sehen! Wenn die Großen dann in der Flaute hängen und die Kleinen nicht, dann ist es zwei Jahre später sicher auch wieder anders. Dies tut den sportlichen und seglerischen Leistungen der Teilnehmer nichts an. So ist unser Sport nunmal und dsa muss auch nicht jeder nachvollziehen können.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 31 Daumen runter 4

  5. avatar Ben sagt:

    Ätzende Diskussion über den sportlichen Wert von Vergütungsregatten. Der Rennwert gibt an, welches Potential ich als Crew dem jeweiligen Boot abverlangen kann. Bringe ich dieses Potential nicht aufs Wasser, bin ich schlecht gesegelt. Punkt.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 20

  6. avatar Jorgo sagt:

    Nicht vergessen:
    Es gibt auch Formeln, die Innovation fördern und trotzdem vergütungsfreies Segeln ermöglichen:
    Die sogen. Grenzmaß-Formeln wie: A-Cat, Formula 16, 18, 20 Cat, Mini, Class 40, Transpac 52 etc.
    Neben Einheitsklassen halte ich dies für die sportlichste und fairste Art des Wettkampf-Segelns und ich meine, dass das hierzulande bei den Yachten zuwenig praktiziert wird …. aber: Jeder so wie er es mag! Die Thekendiskussionen um die Formeln haben ja für viele Leute auch ihren Reiz wie man sieht. Mich persönlich nerven sie eher.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

    • avatar John sagt:

      Das ist doch völlig unrealistisch, dass die Eigner auf Formel-Boote umsteigen. Wer soll das denn bezahlen?

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  7. avatar Wikileaks sagt:

    Mal gaaanz langsam:

    “Ist das “First-Ship-Home” ein Sieger oder nicht?” (Zitat aus Carsten’s Artikel): Das “First-Ship-Home” ist dann – und nur dann – ein Sieger, wenn der Veranstalter in seiner NoR eine Wertung nach gesegelter Zeit ausschreibt. In der NoR steht absolut nichts davon, dass es bei der Skagen Rund eine Wertung nach gesegelter Zeit hätte geben sollen. Dass ein kommerzielles Unternehmen, das mit der Veranstaltung nichts zu tun hat, aber de jure Eigentümer des “First-Ship-Home” ist, sein eigenes Schiff zum Sieger erklärt (um damit in Zukunft hoffentlich viele Charterkunden anzulocken), dürfte wohl einmalig sein – einmalig unverschämt. Ein Vergleich mit anderen Hochseeregatten hinkt hier gewaltig lieber Carsten, da bei anderen Regatten (z.B. Middle Sea Race) sehr wohl eine solche Wertung von vornherein vorgesehen ist. Damit werden GEZIELT die grossen, absolut schnellen Yachten angelockt, um eben nach diesem einfachen System ihren Besten zu ermitteln. Die Veranstalter der Skagen Rund wollen aber offensichtlich so eine Wertung und die entsprechende Zielgruppe dafür gar nicht an ihrer Startlinie haben (was eine durchaus legitime Politik ist).

    Es geht hier nicht um die seglerische Leistung der SEB-Crew, sondern um die unangemessene Propaganda von Speedsailing (die Du, Carsten, kommentarlos hier bei SR wiedergegeben hast). Eine einmal herausgegebene inhaltlich unwahre Pressemitteilung wird auch nicht wieder gerade gebogen, indem man später einem wesentlich kleineren Kreis (nämlich den Lesern hier) gegenüber einräumt, “…dass die o.g. PM missverständlich aufgefasst werden kann.” Dieser Satz ist nichts anderes als der erneute Versuch, die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen. Die PM war in keinster Weise missverständlich, sondern UNWAHR!

    Es geht bei der Diskussion hier auch nicht um die Frage, ob sich die SEB-Crew freuen darf. Natürlich dürfen sie sich freuen, schliesslich sind sie angekommen. Was 14 Andere nicht geschafft haben. Aber dürfen sie sich als “Sieger” feiern lassen? “Sieger” wovon? “Sieger” von Allen mit Dacron-Gross?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 14 Daumen runter 40

    • avatar Martin sagt:

      Mein Gott! Wir haben eine initial etwas zu euphorische Meldung einer stark übermüdeten Shore-Crew. Wobei “Crew” ein sehr euphemistischer Begriff ist, da die komplette “Live coverage” von genau einer Person gestemmt wurde…

      Wer nun die Keule des “kommerziellen Unternehmens” zieht, sollte auch die andere Perspektive zulassen: Da gewährt ein Taxi-Unternehmen Teilen seiner Besatzung (und deren Freunden) den Spass eines Rennens mit dem Dienstfahrzeug und kaut sich “bergauf” die Nägel ab, ob die Schüssel wohl im Stück wieder nach Hause kommt.

      Weil sie Geld verdienen muss.

      Wir müssen uns ganz gewiss nicht um Speesailings Eigentümer sorgen, aber ich glaube, einige Leute überschätzen den medialen Wert der Veranstaltung.

      Zumindest im Vergleich zum Wert des fahrbereiten “Taxis”.

      Punkt.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 29 Daumen runter 1

      • avatar Thilo sagt:

        RICHTIG!

        Und ich bezweifle ganz stark, dass speedsailing den vermeintlichen Medienhype um ein deutsches Hochseerennen nötig hat, um in Zukunft potenzielle Charterkunden zu anzulocken. Das können die offensichtlich auch ganz gut ohne irgendwelche “First – Ship – Home” Geschichten. Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass 90% der Charterkunden in ihrem Leben noch nie was von Skagen Rund gehört haben…

        Und jetzt schiebt euren Neid auf den Erfolg dieses Unternehmens endlich beiseite und macht es besser!!!

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 3

  8. avatar Manfred sagt:

    …irgendwie ne blöde Diskussion und keiner mag zugeben, dass es beim Ankommen an fast allen Langstrecken Regatten der Welt, der Crew einfach nur um die Maxime: “best berth, best girls” geht. Darum will man “first ship home” sein. Wen interessiert der Pott, der in diesem Fall noch nicht einmal ausgeschrieben war. Will das denn hier keiner zugeben?

    Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 2

  9. avatar grande sagt:

    Ich habe zwar sehr wenig Ahnung vom Hochseesegeln…aber selten eine so überzogene Diskussion wie diese hier gesehen. Meiner Meinung nach ist die Problematik von SR in diesem Artikel sehr gut aufgearbeitet worden. Stellungsnahmen von Wikileaks haben wohl nichts mehr mit der eigentlichen Diskussion zu tun sondern sollen wollen eher der Aufarbeitung einer persönlichen Antipathie gegenüber der SEB Crew oder speedsailing allgemein dienen und ist absolut überzogen…nur noch peinlich. Aber so Typen begegnet man halt immer mal wieder auf den Regattabahnen und leider auch im wirklichen Leben.
    Grüße aus Hamburg

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 29 Daumen runter 3

  10. avatar Friedrich Hausmann sagt:

    Jetzt muss ich auch noch: Na klar Manfred, deshalb bin ich auch innerhalb weniger Jahre vom alten Vierteltonner zu länger und schneller aufgestiegen. Sonst ist immer Bier und sonst auch alles alle im Ziel.

    Das, was den Langsamersegler und Nachformelgewinner zurecht nervt, ist, dass die dummen Pressefutzis bei den Langstrecken fast immer nur über irgendeinen Riesendampfer berichten, der – oh Wunder – als größtes Schiff auch als erster im Ziel war. Ich bin 10 mal Rund Bornholm gesegelt und habe berechnet nach ORCi, IRC oder Yardstick, wenn ich richtig rechne, min. viermal über alles oder die Wertungsrgruppe oder beides gewonnen. Jedesmal haben die PM und danach Yacht und andere tolle Medien begeistert vom Sieg eines V.O. 60 berichtet, weil der als erstes über die Ziellinie gebrettert ist. Das ist das, was die Leute auf den kleineren Schiffen nervt, dass man sich viele Stunden länger über die Bahn prügelt, zumeist deutlich weniger Komfort hat, als ein 50 oder 60 Füßer und sich die Medienwelt dann nur für die Line Honours interessiert, obwohl der tatsächlich Schnellste berechnet ganz hinten liegt oder sich sogar den Messbrief spart und ohne Gegner einfach nur auf First Ship segelt. Am albernsten fand ich 2006 einen Bericht von Matze Beilken in der Yacht über die Wamüwo und Rund Bornholm: Erst ließ er sich (2006!!!) über die Kadersegler auf den Hiddensees aus und dann besang er in drei Absätzen den “Sieg” der Illbruck bei Rund Bornholm. Wir hatten berechnet mit einer Zweimann Crew über alles nach Yardstick und ORCC gewonnen, waren mit einem 9,5 m Schiffchen als 6. im Ziel. Der Illbruck hatten wir berechnet viele Stunden aufgebrummt. Da ist man enttäuscht, genauso wie die Skagen-Sieger von 2012, wenn über sie nur eine Fußnote geschrieben wird.

    Jetzt sagen manche vielleicht: Heul doch. Nee, ist auch alles nicht wirklich wichtich, aber schade doch. Aber als Mitspieler im öffentlichen Leben weiß ich sowieso: was in der zeitung steht ist immer, ich betone immer (!!!) falsch. Bei dem hiesigen Medium handelt es sich nach bisherigher Erfahrung um eine der seltenen Ausnahmen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 11

    • avatar mk sagt:

      Lieber Friedrich, man kann Deinen Beitrag mögen oder nicht, aber Du hast da eine ganze Menge auf den Tisch gepackt, was durchaus auf den Tisch gehört! Da kommen einige interessante Stichworte zusammen: Rund Bornholm, die Berichterstattung in der YACHT und ihre Autoren, Presse und Aufmerksamkeit, die Volvos, die “Kadersegler”, die Hiddensees…

      Von den Letzteren (“DDR-Vierteltonner”) wurde ein ganz spezielles Schiffchen übrigens vor ein paar Jahren tatsächlich auch mal “Fist Ship home” von Rund Bornholm – unmittelbar vor der bedrohlich am Horizont auftauchende Spi-Kulise von Schlachtschiffen wie UCA und Co. Geniale Leistung – grandioser Moment – eine absolut legendäre Geschichte im Rostocker Seglertalk! Damals gab’s allerdings auch noch den bizarr-genialen Kanguruh-Start und damit eine echte Chance für kleine Boote auf die Line Honours. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema… Wollte jedoch sagen, dass ich Deinen offensichtlichen Frust sogar nachvollziehbar finde, obwohl sich durchaus Gegenbeispiele aufführen lassen wie das Genannte.

      Auch mit den Volvos bei Rund Bornholm hast Du aus Deiner Sicht vllt nicht ganz unrecht, aber hier gibt es mindestens eine weitere Faceette und das ist ebenfalls ein eigenes Thema (das wahrscheinlich sowieso keiner versteht, aber egal). Die Volvos sind quasi wie Arbeitspferde (ein anderer Martin schrieb weiter oben treffend “Taxis”), die über die Segelsaison zuallererst Ihr Geld einsegeln/-fahren müssen – auch bzw. gerade dann, wenn alle anderen schön Regatta segeln können. Sie zu erhalten bzw. Ihren Zustand ggf noch zu verbessern produziert enorme Kosten, die irgendwie wieder reinkommen müssen und zwar (mangels Mäzen) mit zahlenden Gästen und/oder Sponsoren. Rennen wie Skagen oder Bornholm sind nun jedoch das ziemliche Gegenteil von “Geld einnehmen” und können bei Bruch zum echten (betriebswirtschaftlichen) Killer werden – was die Jungs tunlichst zu vermeiden versuchen. Theoretisch wäre es jedenfalls schlauer die Hobel an der Pier zu lassen. Bornholm (jährlich) und Skagen (alle zwei Jahre) sind aber auch die einzigen Optionen für die speedsailing-Stammcrew, die Boote mal richtig auszufahren wie es ein VO60 braucht: nämlich zuerst sicher und dann möglichst schnell. An Bord sind dann i.d.R. auch eine Handvoll befreundeter Regattasegler – aus Ost und West gelichermaßen übrigens – sowie ein paar Gäste.

      Rund Bornholm hat aber nunmal auch einen eigenen Preis für das First Ship Home ausgeschrieben (da wären wir wieder beim Thema ;o) – nämlich den „hanseboot-Pokal“ für die schnellste gesegelte Zeit! Mehr Einladung geht nun wirklich nicht. Zudem gibt’s den Rekord der alten UCA von 2001 zu knacken, der bei irgendwas mit 28 Stunden für 270 Meilen liegt, also hochgradig schlagbar ist und alle (inkl. der Presse) warten jedes Jahr auf’s neue drauf, dass er endlich fällt. Genau das ist es, worauf die Volvos Bock haben. Sie müssen mit ihren “Pflegern” sowieso immer wieder mal “offshore” gehen um anzutesten, ob Schiff und Crew-Work bei härteren Bedingungen passig sind. Junge Nachwuchssegler bekommen hier nicht nur ihre Chance, sondern gleich auch noch ihre Offshore-Ausbildung, ihren Segelspaß und mitunter auch ihre Feuerprobe. Diese Jungs werden übrigens inzwischen auf anderen Schiffen mit Kusshand genommen, zunehmend auch auf fetzigen Rennboot-Pojekten mit ausschließlichem Regatta-Anspruch (sofern da ebenso fetzige Typen draufsitzen). Will sagen, die bösen Volvos gehen gerade 1,5 mal pro Jahr in dem ihnen möglichen Rahmen auf Rekordjagd oder – wenn das nix wird, weil das Wetter wieder mal nicht mitspielt – dann aber doch wenigstens auf “First Ship home” und wie bei RB auf den “hanseboot-Pokal”. Wer damit ein Problem hat, kann das ja gern äußern und auch darüber kann prima diskutiert werden.

      Dass die VO60 in der jüngeren Vergangenheit wiederum eine Art “Abo” auf die RundBornholm-LineHonours zu haben scheinen, ist zwar doof in manchen Augen, hat jedoch zwei wesentliche Ursachen: zum einen den leider nicht mehr existenten Känguruh-Start (auch hier große Diskussionen über Verrechnung und Gerechtigkeit!), bei dem sogar die ganz kleinen Vierteltonner noch die ganz großen UCAs dieser Welt als First Ship Home schlagen konnten. Zum Zweiten – spätestens seit dem Fernbleiben der UCA – war’s einfach der Mangel an vergleichbar großen Teilnehmerschiffen (eine der ganz wenigen Ausnahmen war die Schokakola). Hinzu kommt, dass die Warnemünder Woche latent unter einer Art “Aufmerksamkeitdefizitsyndrom” litt oder leidet (wer von Euch hat regelmäßig was drüber gelesen?). Da waren dann Boote wie SEB, ILLBRUCK und SEB2 ob ihrer Größe gut genug, um immer wieder als (manchmal in der Tat PR-mäßig arg strapazierter) Eyecatcher herzuhalten. Dies darf BTW gern als Einladung an all die VARUNAs, OPALs, HEXEn usw. verstanden werden: hier würde man sich freuen über so eine Meldung! Auch würde es dem Rennen “Rund Bornholm” sicher nicht schaden, wenn außer den “Usual Suspects” noch ein paar bekanntere Flitzer aus dem 12-15m-Bereich dazu kämen – sei es nun eine Rogers 46, ein JV 45 Daysailor oder auch eine Class40…

      Kleinere Rund Bornholm-Schiffe gibt’s (zum Glück) reichlich, wobei diese (und da gebe ich Dir Recht Friedrich!) definitiv deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient haben, als sie derzeit bekommen. An dieser Stelle hätten sicher auch die Volvos kein Problem damit, wenn sie medial mal einen Schritt zur Seite oder zurück treten müssten.

      Lieber Friedrich, Du hast sehr interessante Punkte angestoßen (sagte ich schon). Das Ganze und noch ein paar Dinge sind es absolut wert diskutiert zu werden. Sei es nun hier, auf RostockSailing oder sonst wo. Bei Interesse kannst Du mich gern kontaktieren – vorzugsweise per Mail (hab leider keinen Kontakt von Dir). Vllt können wir uns ja sogar auf der “WaWü” mal ein halbes Bier teilen und dabei überlegen, ob und wo evtl was zu verbesseren wäre. Zumindest das dürfte ja erstmal keinem weiter weh tun…

      gruß aus hro
      martin

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 28 Daumen runter 0

  11. avatar skagenwinner sagt:

    Nach 48 Stunden und vielen Kommentaren lässt sich hier ein interessanter Trend erkennen. Es gibt hier nämlich grob unterteilt zwei Fraktionen, nämlich die” Zahlengläubigen” und die “Emotionalen”. Guckt Euch mal alle Kommentare an, dann werdet ihr dieses Schema mitunter auch finden. Die Zahlengläubigen argumentieren hart an den Fakten und kommen mit komplexen fachlichen Argumentationen und werden dafür abgewartscht. Ihnen ist das First-Ship-Home ein Dorn im Auge, und sie können es sauber belegen. Die Emotionalen feuern tendentiell aus der Hüfte, fühlen SEB beleidigt, obwohl es hier doch wohl um First-Ship-Home und nicht um SEB geht, und benutzen beschreibende Adjektive, die an Fachlichkeit missen lassen. Das deckt sich mit der Wahrnehmung draussen, nämlich daß einfach gestrickte Leute, Freibier-Erhoffer, Zweitchance-Witterer, Print-Medien-Vertreter und Seefahrtsromantiker es einfach brauchen und ein First-Ship-Home es ihnen einfach macht. Leute, die komplexer denken, erfahrener sind oder analytisch denken können nehmen sich da schon mal die Zeit und die Präzision zu ermitteln, wer der echte Sieger gemäß NoR ist. Und jetzt mal ganz wichtig: Dies geht nicht gegen SEB, sondern gegen First-Ship-Home! Viele Grüße von jemandem, der Skagen schon über 80 Fuss und unter 30 Fuss gesegelt und berechnet gewonnen hat und First-Ship-Home war und Nearly-Last-Ship-Home war. Viel Spaß beim Nachvollziehen!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 28

    • avatar Christian sagt:

      wow, du bist ja ein toller Hecht! Ein analytischer, erfahrener, fachlich kompetenter und sehr komplex gestrickter Erstchancen-Verwerter. Schön, dass es sowas noch gibt in diesem ansonsten von Emotionen und Unwissen verblendeten Kreis der SR-Kommentatoren.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 8

    • avatar schärenkreuzer sagt:

      “…komplexer denken, erfahrener sind oder analytisch denken können…”

      Mach mal halblang und halt die Luft an, bis drei zählen und überlegen, ob Du wirklich so überlegen bist!
      Dieses argumentative Niveau braucht wirklich keiner.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 5

    • avatar Uwe sagt:

      Ist doch eigentlich ganz einfach: Als First Ship Home darf man nur dann jubeln, wenn man nicht das grösste (bzw. überlegendste) Schiff segelt. Sonst ist es eher peinlich !

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 16

    • avatar Lyr sagt:

      @Skagengewinner
      Ok, dann gehörst du aber eher zu der zweiten “emotionalen” Fraktion, oder meinst du deine Wortakrobatik hat etwas mit “komplexer fachlicher Argumentation” zu tun 😉
      Deine sog. “Analytik” ist auch nichts weiter als nur deine “(emotionale) Meinung”, dagegen ist erst mal nichts einzuwenden, so lange du anderen auch ihre Meinung sagen lässt und sie nicht ins Lächerliche ziehst (zB mit provozierenden-reaktionären Worten wie “einfach gestrickte Leute”).

      Das war jetzt meine, schnell “aus der Hüfte geschossene” “fachliche” “Analyse” deines Kommentars 😉

      zu meiner Meinung noch mal : Ich bin immer noch der Meinung, dass First-Ship-Home Anerkennung haben muss!! Trotzdem sehe ich ein, dass die Presse ausgiebiger über andere Schiffe und die Berechnungsgewinner+deren Erlebnisse schreiben sollte. Insbesondere die Erlebnisse von Herrn Hausmann (im Kommentar oben) sind natürlich und verständlicherweise nicht schön. Für die erste PM ist nun mal nur das First-Ship-Home da. Später sollte aber auch über die “echten” Gewinner geredet werden… leider ist die Pressewelt da zu schnelllebig und so ein ORC-Rennen nicht wichtig genug… aber wer weiß, der Segelreporter ist immer für eine Überraschung gut 😉
      Allen kann man es aber nie! Recht machen.

      beste Grüße

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 20 Daumen runter 1

  12. avatar florenzo sagt:

    @skagengewinner, ich kann deinen Ärger sehr gut verstehen. was nehmen sich diese Leute hier einfach raus. Keiner hat verstanden, daß du eigentlich hier als großer Skagengewinner hättest mehrfach gefeiert werden müssen. Und jetzt bleibt nur dieses traurige, beleidigende Statement von dir in Erinnerung.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 17 Daumen runter 3

  13. avatar WTF sagt:

    Diese (Neid-)Debatte (im Tarnanzug) ist an Schwachsinn kaum zu überbieten und es ist mal wieder typisch dass sie in Deutschland geführt wird. Ganz im Ernst: Dem Segelsport geht es schon nicht gut (u. a. Nachwuchsprobleme – schließlich ist man lieber in der Dittsche oder auf Facebook). Z. B. kenne ich nicht soooo viele 20 – 40jährige die in den kommenden Jahren eine neue Yacht anschaffen möchten. Zweifler sollten mal einen Spaziergang in einem (dt.) Yachthafen machen und auf das Durchschnittsalter achten – gute Nacht! Es gibt also weitaus größere (segelbezogene) Probleme als den paar wenigen Eignern, die hierzulande große, teure und schnelle Schiffe unterhalten (von Neubau will ich gar nicht sprechen), zu allem Überfluss First-Ship-Home-Ehren streitig machen zu wollen bzw. das zugrunde liegende (technische und moralische) System in Frage zu stellen. Geht´s noch? Man sollte ihnen lieber einen ORDEN verleihen, dass sie viel Zeit & Geld investieren um derartige Projekte zu realisieren (und im Übrigen auch jungen Seglern die Chance geben, auf außergewöhnlichen Yachten zu segeln). Ist FSH eine Material- und Budget-Frage? Ja. ist es deswegen ungerecht/weniger Wert? Nein! (Von technologischen Trickle-Down-Effekten oder dem Stellenwert von Geld in der ältesten Sporttrophäe der Welt (AC) will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen …)

    Es ist traurig genug dass die “größte” deutsche Hochseeregatta so gut wie keine internationalen Crews anlocken kann. Und wer findet, dass ein 20-Jahre alter Volvo-Ocean-Race-Schlitten mit Amateuren an Bord auch nur einen Hauch unverhältnismäßig oder ungerecht in einem solchen Rennen ist, dem empfehle ich mal wieder einen Auffrischungstrip in gewisse Häfen im Mittelmeer. Gegen das was dort teilweise als Daysailer betrieben wird, sind die „großen“ Yachten bei der wichtigsten deutschen Hochseeregatta eher melancholische Hobbyprojekte. Ebenso kann ich die Kritik an Medien nicht nachvollziehen, die „immer nur an dem First Ship Home“ interessiert sind. Woran liegt das wohl? Vielleicht daran, dass Mainstream-Medien stets auf der Suche nach dem besten Bild/Film sind? Eine mehrseitige Erklärung des spezifischen Handicap-Systems bei Segelregatten inklusive der Analyse welches Schiff nun nach berechneter Zeit der „wahre“ Gewinner ist, dürfte auf den durchschnittlichen Zeitungsleser eine arg begrenzte Faszination ausüben. Man sollte als Segler froh sein, wenn Medien hierzulande überhaupt über diesen Sport berichten!

    Es gibt den Spruch “Nothing goes upwind like money!” Dem ist wohl so, ob es einem gefällt oder nicht. Offshore-Segeln ist halt nicht Minigolf oder Frisbee-Werfen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 35 Daumen runter 4

    • avatar Thilo sagt:

      WTF trifft es ziemlich auf den Punkt.
      Warum gibt es eigentlich diese FSH Debatte? Weil die Medien das erste Boot im Ziel präsentieren wollen!
      Und warum wollen die Medien das? Weil eine deutliche Mehrheit der Leser genau und nur das lesen will!
      Die gesamte Kritik dieser Debatte gebührt also weder den FSHs und den PMs der Shore Crews noch den Medien, die diese wild aufsaugen und umgehend veröffentlichen. Solange sich der Leser dieser Medien einzig und allein mit Schlagzeilen zufrieden gibt und die mehrseitigen kleiner gedruckten Erklärungen des Handicap-Systems nicht lesen will, wird sich kein Medium wirklich für Sieger nach berechneten Zeiten interessieren. Leider.
      Es ist schon schwierig genug, unseren Sport medial aufzubereiten oder Rennen live von aussen zu verfolgen. Wenn es dann noch heißt, das erste Boot im Ziel ist gar nicht der Gewinner, wie bitte soll ich das einem Nichtsegler erklären? Spätestens nach dem zweiten Mal hat er das Interesse verloren, live dabei zu sein, weil man ja eh zwei Tage später in die Liste gucken kann und bei wirklichem Interesse den Sieger in Erfahrung bringen kann.

      Sollten wir nicht also den Medien danken, dass sie mit Schlagzeilen um das First Ship Home versucht, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit zu wecken und nicht mit Detailberichten auch noch den letzten hartgesottenen Groupie vergrault?

      Wir sollten dankbar sein, dass es nach wie vor Schiffe wie Varuna, Opal und auch die SEB gibt, die einzig und allein antreten um als schnellstes Schiff als erstes über die Ziellinie zu gehen. Davon lebt dieser Sport!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 2

  14. avatar florenzo sagt:

    Danke an WTF und Thilo für diese gelungene Zusammenfassung! Ich kann mich dieser Sichtweise nur anschliessen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 2

  15. avatar Jürgen Klinghardt sagt:

    Es ist schon bezeichnend, dass außer Albert Schweizer, Friedrich Hausmann und meiner Wenigkeit alle anderen ganz offensichtlich nicht den Schneid haben, aus der Anonymität der “Martins”, “WTFs” und “mks” herauszutreten und ihre Identität zu erkennen zu geben – wie es z.B. in einer Versammlung zwingend der Fall ist. Solange dieses Sich-Verstecken hier weiterhin zugelassen wird, kann von einer Seriösität dieses Webportals – zumindest für mich – keine Rede mehr sein.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 32

    • avatar Wilfried sagt:

      auf dieses Argument hab ich die ganze Zeit gewartet. Wer meint eine private Meinung sei nur zulässig wenn man im Internet unter seinem richtigen Namen es der Welt als Postkarte präsentiert zeigt eine mangelnde Medienkompetenz. Es hat dich niemand beleidigt sondern nur seinen Standpunkt klargemacht und genau dafür sind solche Foren da.
      Nebnebei, mach mal mit Kindern einen Computerführerschein und schau was Pädagogen ihnen über das Verhalten in sozialen Netzwerken beibringen.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 3

  16. avatar Sören C. Sörensen sagt:

    Mitunter gibt es eine Möglichkeit, die Emotionalität aus der Sache zu nehmen, in dem wir die ganze FSH-Frage einfach mal zur Abstimmung stellen. Eine einfache Online-Umfrage von Carsten&John via Thorsten technisch eingetütet. Das Ergebnis könnte eine Richtung für Wettfahrt-Organisatoren aufzeigen, denn auch die wollen ihr Produkt gerne den Kundenwünschen anpassen. Als einer, der bei einer Langstreckenregatta in der Organisation sitzt, würd’ mich das schon mal brennend interessieren, was das raus kommt. Und um es ganz einfach zu machen, seid doch so freundlich und klickt bei diesem Kommentar auf Grün, wenn FSH gefeiert werden soll, und bitte auf rot, wenn FSH ignoriert werden soll. Jetzt bin ich mal gespannt was passiert, und bedanke mich im Vorfeld.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 46 Daumen runter 1

  17. avatar WTF sagt:

    @ Jürgen Klinghardt: Ich muss doch sehr bitten … Ich denke die Meinung samt Qualität der Argumente stehen hier ganz klar im Vordergrund. Nur weil meine Identität in diesem speziellen Zusammenhang nichts zur Sache beiträgt und ich kein gesteigertes Interesse daran habe meinen Klarnamen für alle Zeiten in Zusammenhang mit spitzfindigen Diskussionen über Segel-Ethik googlebar zu machen, heißt das imho nicht, dass meine Meinung weniger Gewicht hat als von jemandem der seinen Klarnamen preisgibt. Und ob man sich bei einer Versammlung zu dieser Sache zu Wort melden würde (angesichts der begrenzten Relevanz der Angelegenheit), steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Die freiwillige Aufgabe der eigenen Anonymität im Rahmen einer freundlichen Diskussion (über ein Hobby/Sport) hat meiner Meinung nach weniger mit Schneid oder etwa “Seriösität” dieses Portals als mit Ahnungslosigkeit über das lange Gedächtnis des Internet zu tun.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 32 Daumen runter 3

  18. avatar Poseidon sagt:

    Sweet,
    ein hervorragende studie über das unterschiedliche verständniss und den gebrauch von online medien unterschiedlicher alterklassen.
    vielen dank an die ganzen ernsthaft segelnden und auch im sonstigen leben ernsthaften erwachsenen männern welche sich hier zum (entschuldigung an köhler) horst machen.
    versteht bitte dass diese form des gedankenausstauschs nicht für ernsthafte diskussionen geeigent ist, selbst in diversen foren wie sailinganarchy.com gelingt dass seit jahren bei emotionalen themen nicht.

    übrigend dies ist kein profi sport, es ist total egal wer gewinnt oder verliert (ausser fürs ego dass bei einigen anwälten und pseudo segelprofis/ segelmachern natürlich gepflegt werden muss) und es interessiert genau ca 400 personen wer diese regatta gewonnen hat und alle die es interessiert verstehen die problematik.
    wieso ich nicht unter meinem namen poste:
    a) ich bin wirklich poseidon
    b) ich habe bin ein digital native 😉 namen angeben, das machen nur menschen die die 40 schon weit überschritten haben und die nicht kapieren dass es ganz schön peinlich sein kann wenn man diese emotionale sinnlos diskussion bei google findet welche dazu noch in der arbeitszeit erstellt wurde 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 1

  19. avatar TKB sagt:

    @WTF: Deinem Beitrag gibt es fast nichts hinzuzufügen, ausser vllt, dass der V.O keine 20 sondern 10 Jahre alt ist.

    @Jürgen Klinghardt: Respekt, dass du wenigstens den An-Schalter für deinen Rechner gefunden hast. Wie in einer Versammlung….es ist schon traurig, dass es ne Menge dieser Erbsenzähler gibt.

    Übrigens ist die ganze Diskussion überflüssig. Irgendwer muss ja als erster ins Ziel kommen und demjenigen dann dafür auch noch so ne Diskussion ans Ohr zu nageln….

    Ein Hoch auf die Lokalpatrioten.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 13 Daumen runter 1

    • avatar John sagt:

      Das wirklich schlimme ist, dass diese “Internet-Ausdrucker” die betreffenden Gesetze machen…

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  20. avatar Hans Genthe sagt:

    Coole Diskussion. Wo diskutiert wird, gibt es Interesse. Das ist gut für den Sport.
    Danke Sören, für Deinen Beitrag. Das Schnellste ist halt immer am spannendsten. Unsere Nordseewoche Media-Auswertung belegt klar, das erste Schiff im Ziel bekommt die größte Presseresonanz, vor allem in den nicht Segel-Medien. Nur die Havaristen werden noch mehr “gewürdigt”. So ist das Leben, und ich weiß nicht, wie man das ändern soll.

    Ich persönlich finde, jeder, der an Rund Skagen teilnimmt, ist ein Gewinner. Da durchzusegeln ist allein schon eine klasse Leistung. Auch die Entscheidung, nicht zu starten ist schwer. Die richtige Beurteilung seiner Grenzen und des Schiffs in Relation zum Wetterbericht sollte man auch würdigen können. Darum weisen in der Nachberichterstattung wir auch auf Einzelleistungen hin und berichten über Teams, die nicht FSH oder Vermessungsgewinner sind.
    Schade finde ich, dass die Presse meist nur die Sieger aufgreift, aber so ist es in allen Sportarten.

    Vermessungssegeln macht Spass, ist spannend und landschaftlich viel reizvoller als um Dreiecke zu fahren. Es gibt eben noch keine Formel, Programme und Wetterdatenerfassungssysteme, die zu jedem Punkt auf der Strecke Wind, Wellen messen und jeweils on the fly den Rennwert berechnen. Solange wird die Mannschaftsleistung nie fair vergleichbar sein. IMS und ORC haben es ja versucht anzunähern, und Windänderungen während der Wettfahrt zu berücksichtigen, aber damit sind Wettfahrtleitung und Segler überfordert. Spannende Erfahrungsbericht kann da Marcus Böhlich liefern … er hat´s versucht.
    Solange wird man – stark vereinfacht – mit einer Glitschkiste auf Raumkursen gewinnen, mit einer IOR-Kreuzmaschine auf Amwind. Oder man gewinnt einfach, weil man durchhält, aufpasst und Glück hat.

    Ansonsten gibt´s ja One-Design segeln – bald ist Kieler Woche! Ich freu mich schon auf Bahn CHARLY.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  21. avatar Friedrich sagt:

    Lieber MK,

    Alles goldrichtig was Du schreibst und ich finde die Volvos und Schokas und Varunas etc auch toll und will die bei La gstrecken sehen. Ich bin auch fuer FSH. Vermisse allein – segelreporter ausgenommen – Journalisten, die unseren Sport ernst nehmen. Der Leser ist nicht dumm. Er wird für dumm verkauft, oft, leider!

    @jürgen: wir kennen uns doch sowieso fast alle 😉 Ich war auch nur zu doof mein Kürzel zu verwenden.

    Grüße F.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  22. avatar THI sagt:

    So Freunde…nu is aber auch langsam gut hier (= Wenn das so weitergeht, verpassen wir vor lauter Geposte noch alle die Fusi-EM!!!

    @MK, MB, JK, MH, CFA, MBR, ABA und den Rest meiner lieben Speedsailing-Banausen, gerne auch Jürgen, Albert & Friedrich: Deutschland-Portugal im Rostocker Büro an der Hafenkante, oder was?! (;

    Grüße von einem in Stade hängengebliebenen Flugzeugbauer aus Rostock, der hier lieber anonym bleiben möchte! (;

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

    • avatar ABC sagt:

      @THI:
      Kleine Entwicklungshilfe:
      Erst der” ; ”
      dann das ” – ”
      zum Schluss die ” ) ”

      … dann klappt’s auch mit dem Smiley.

      😉

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

      • avatar THI sagt:

        Danke…ich sollte meine mit Segeln vergeudete Zeit künftig wohl lieber in Internet-Foren verbringen! (;

        Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

  23. avatar Volker Andreae sagt:

    ich verstehe leider die Warnemuender nicht: Nachdem Mauerrfall habe ich mit Thomas Schmidt gemeinsam Rund Bornholm wieder ins Leben gerufen mit dem bizarren “kaengeruh start” wie oben berichtet. damals waren ueber 70 schiffe am Start, von der grossen Uca bis zur kleinen Hiddensee, und die kleine Hiddensee ist um Haaresbreite ein paar Minuetchen vor der Uca als 1st Ship home im Ziel, sie war so auch der Sieger auch nach berechneter Zeit. Dieses Prinzip hat jahre lang gut funktioniert, es kamen immer viele bekannte Yachten. Und dann kam eine neue Fuehrungsmannschaft nach Warnemuende, die wusste alles besser und hat Rund Bornholm wieder in die Regionalliga geschickt. Und dann kamen zu allem Ueberfluss noch die Volvos, die aus welchen Gruender auch immer nicht mit den anderen Schiffen starten wollten, sondern quasi eine eigene Regatta auch Rund Bornholm gesegelt sind und sich dann zu den grossen Siegern ausgerufen haben. Seitdem bin ich Rund Bornholm nicht mehr gesegelt und viele andere auch nicht. Das ist mir alles viel zu naiv.

    Verguetungssysteme hin oder her, es gibt hier keine Gerechtigkeit und ich moechte auch nicht vorschlagen, Rund Skagen ploetzlich mit Kaengeruh zu starten. Aber fuer Bornholm war das sehr gut, ein Erfolgsrezept und genau so. gerecht oder ungerecht wie eine Wettfahrt mit ueblichem Start. Es gibt keine Wahrheit, ob Time on Time oder Time on Distance nun richtig ist. Es gibt nur politische Interessen.

    Ich stimme aber zu, dass es aus Regattasicht wuenschenswert waere, wenn die Schiffe nicht alle so voellig
    unteschiedlich waeren. Hier ware einmal der DSV gefragt, eine breit vertretende Arbeitsgruppe zu gruenden, um die flottenpolitischen Ziele zumindest fuer Deutschland zu formulieren und darauf basierend Empfehlungen an die Eign er auszugeben mit dem Ziel, Mittel und langfristig Baender fuer Klassen zu schaffen, die etwas homogener sind, ohne die Individualitaet der Eigner voellig abzuschaffen. Eines ist doch ganz klar, mit den Meldezahlen geht es dramatisch bergab, es muss irgendetwas geschehen. Aus meiner Sicht im DSV, etwas mehr Demokratie wagen und die 20 Jahre alten Erbhoefe abschaffen…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 7

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *