Laser Ärger: Neuboote sollen ab sofort nur noch “Torch” heißen

"Fackel" statt Laser

Der Streit um die Rechte am Laser hat eine neue skurrile Wendung genommen. Bruce Kirby vergibt neue Bau-Lizenzen und will die Jolle jetzt Torch (Fackel) nennen.

"Torch", das neue Laser Logo

“Torch”, das neue Laser Logo

Die Anwälte von Laser-Vater Bruce Kirby (84) bauen neuen Druck auf bei der Auseinandersetzung mit LaserPerformance dem Hersteller und Vertreiber von Laser-Jollen für USA und Europa. Weil Kirby der Meinung ist, ausstehende Lizenz-Gebühren nicht erhalten zu haben, und vor dem Bundesgericht in Connecticut geklagt hat, kündigt er nun an, ab sofort neue Laser-Jollen nur noch unter dem Namen “Torch” bauen zu lassen.

Bau unautorisierter Laser

Die Klage bezieht sich auch auf die Internationale Laser Klassenvereinigung ILCA und den Weltseglerverband ISAF, die beide bezichtigt werden, sich beim Bau unautorisierter Laser von LaserPerformance mitschuldig gemacht zu haben.

"Torch", die Fackel, soll das Laser Logo ersetzen

“Torch”, die Fackel, soll das Laser Logo ersetzen

Die ISAF unterrichtete daraufhin Ende März die Klassenvereinigung, man sei zu der Überzeugung gekommen, dass LaserPerformance nicht mehr als Laser-Hersteller von Bruce Kirby licensiert sei und keine Plaketten für Neuboote mehr an  ausgeben dürfen. Daraus klingt die Angst vor einer Schadensersatz-Klage in den USA.

Am 10.4. gab dann auch die Klassenvereinigung eine Stellungnahme ab. Demnach sei man entäuscht, dass Bruce Kirbys Firma eine neue Klassenvereinigung ins Leben gerufen habe, während der Streit vor Gericht zwischen Kirby und einigen Laser Händlern noch nicht entschieden sei. Man arbeite aber gemeinsam an einer Lösung.

Keine Rechte am Namen

Das Problem für Kirby ist allerdings, dass LaserPerformance teilweise die Rechte am Namen Laser inne hat. Deshalb gab er dem identischen Boot einen anderen Namen, Torch, und forderte die Klassenvereinigung auf, sich in Torch Klasse umzubenennen.

Drei Werften wurden benannt, die ab sofort die neuen Torch Dinghies bauen sollen. Darunter ist der australische Hersteller PerformanceSailcraft, der auch bisher Laser baute. Hinter diesem steckt die sehr vermögende neuseeländische Familie Spencer, die nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen den Kirby – Laser Streit befeuert. Sie soll die Kosten der Rechtsanwälte tragen und von der Auseinandersetzung eine größere Einflussnahme erhoffen.

Die Ur-Zeichnung des Lasers

Die Ur-Zeichnung des Lasers, die Bruce Kirby auf einen Zettel kritzelte. © Kirby

Hinter LaserPerformance steht ein iranischer Inhaber, der mit der Aktion offenbar unter massiven Druck gesetzt werden soll. Ob er die ausstehenden Luzeinzbebühren noch bezahlt, ist nicht klar.

Die große Frage ist, ob sich für die Segler etwas ändert. Der deutsche Laser-Händler Ferdinand Ziegelmayer will sich an Spekulationen nicht beteiligen und den Ausgang des Streits vor Gericht abwarten.

Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass die mögliche Neuordung große Veränderungen in der Infrastruktur und dem Händlernetz bewirken sollte. Damit würde man der Laserklasse die Stärken rauben. Dramatisch wäre es auch, wenn die neuen Hersteller nicht mehr das exakte Gleichheitsprinzip gewährleisten könnten. Das Vertrauen der Segler kann schnell erschüttert werden. Es gab schon einmal eine Zeit, als sich die europäischen Segler die vermeintlich schnelleren Segel aus Australien besorgen ließen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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11 Kommentare zu „Laser Ärger: Neuboote sollen ab sofort nur noch “Torch” heißen“

  1. avatar Marc sagt:

    Wie Geldgier immer den Segelsport schädigt. Erst der AC und nun die Laser Klasse

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 10

  2. avatar Christian sagt:

    war’s beim AC die Geldgier? Wohl eher der Überfluss an Geld…

    Wie auch immer, die Leidtragenden sind hier die Laser-Segler.

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    • avatar Weißseher sagt:

      Gut möglich, dass die Kirby Torches mit Kampfpreisen auf den Markt kommen, um schnell die kritische Menge zu erreichen und die ISAF zu überzeugen, dass sie die Fackel auch mit Blick auf 2016 übernehmen können.

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  3. avatar Bademeister sagt:

    Kühlschranktür ist keine eingetragene Marke
    Ich sag’s ja nur so 🙂

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  4. avatar Oh, nass is sagt:

    Ob Torch oder Laser, vollkommen wurscht.

    Ein überteuerter, dürftiger Haufen Plastik bleibt immer ein überteuerter, dürftiger Haufen Plastik!

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  5. avatar Klaus sagt:

    Ich verstehe nicht, dass immer nur auf Bruce Kirby als Markeninhaber rumgehackt wird. Einfach seinen Markennamen Laser zu verwenden, damit das eigene Geschäft ankurbeln und dann zu geizig zu sein, um ein paar lausige Lizenzen zu zahlen, ist schlicht und einfach kriminelles Geschäftsgebaren. In Deutschland kann man bei Wiederholung dafür sogar ins Gefängnis kommen.

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  6. avatar holger sagt:

    … und was ist das olympisch, der Laser oder die Fackel???

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    • avatar Pete sagt:

      Na das aus Glasmatte (nicht Gewebe) und Polyester zusammengeklatschte Einmannboot, bei dem der Mast verbiegt wenn man ordentlich am Kicker zieht und bei dem ein Segel kaum eine Serie lang hält 😉
      Die Qualität muss ja gleich schlecht bleiben, weil sonst neue Boote ja Vorteile gegenüber alten hätten, während momentan neue Boote einfach nur sehr schnell weich und alt und nicht mehr konkurrenzfähig werden 😉

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  7. Wir bauen in Kürze die erste Serie Kirby Torch, das muss eine bessere als die aktuelle Laser werden. Wir haben den ursprünglichen Entwurf digitalisiert und die neue Kirby Torch wirt nach einer Vakuum-Injektions Verfahren gebaut. Dies führt zu einer stärkeren und steiferen Boot. Diese Methode wird auch weiterhin die Klasse Einheit und Gleichheit Prinzip garantiert.
    Es ist möglich, von heute zu einem sehr konkurrenzfähigen Vorbestellung Einführungspreis zu bestellen.

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