Little America’s Cup: Hydros „fliegt“ stabil vor Ort, Groupama trainiert noch in Frankreich

Wie ein Schweizer Uhrwerk?

Hydros, Little americas Cup

Stabile Flugphase © hydros

Bei der WM der Klasse-C-Katamarane vom 21. – 28. September in Falmouth zählen die Schweizer zu den Favoriten. Nicht zuletzt wegen ihrer präzisen Vorbereitung.

Wohl noch nie hatte die Weltmeisterschaft der visionären Konstruktionsklasse  „C-Class-Katamarane“ den Titel „Little America’s Cup“ so sehr verdient wie in diesem Jahr. Dreizehn zukunftsträchtige Boliden aus Italien, England, Kanada, USA, Frankreich und Schweiz haben gemeldet –  ganz wie beim „großen Bruder“ America’s Cup ist schon im Vorfeld eine wahre Schlacht der großen Segelnationen um den prestigeträchtigen Titel in der Konstruktionsklasse im Gange. Wenn auch mit deutlich niedrigeren Budgets.

Zukunftsträchtig

Die 1961 gegründete internationale Meisterschaft steht seit Beginn für grenzenlose, visionäre Grundlagenforschung und richtungweisende, technische Entwicklung im Segelsport. Die mit zwei Seglern besetzten Katamarane dürfen eine Länge von maximal 7,62 Metern nicht überschreiten und die Oberfläche der Segel ist auf 27,8 Quadratmeter festgelegt– das ist alles, mehr technische Ein- und Beschränkungen gibt es nicht.

Hydros, Little Americas Cup

Einfach nur schön © hydros

Doch genau hier liegt der Reiz des Events: Jedes Team kann ein Maximum an technologischer Entwicklung einbringen und somit (im gewissen Sinne) den technologischen Stand der jeweiligen Segelnation dokumentieren. Und ganz wie in den derzeit laufenden „echten“ AC-Rennen (ob AC oder Youth AC), spielen die „Flugkünste“ auf Foils bei dieser WM eine essentielle Rolle.

Auch wenn die C-Class-Kats schon im Normalmodus richtig schnell unterwegs sind, werden in diesem Jahr wohl die Foils über Sieg und Niederlage entscheiden.

Aber das kann man natürlich von zwei Seiten betrachten. Denn zum einen verlangen Foils auf diesen filigranen Rennern eine nur sehr schwer zu erreichende stabile Flugphase und weiterhin werden Windstärke und Seegang während der Regatten vor der britischen Kanal-Küste ihre essentielle Rolle spielen. Entsprechend kann sich kein Team ausschließlich auf seine vermeintlich zukunftsträchtige Technologie verlassen, sondern sollte eben Steuerleute und Vorschoter aus dem erlauchten Kreis der weltbesten Kat-Segler aufbieten, die mit jeder Situation optimal klarkommen. Klassisches Regattasegeln, eben.

Präzise wie ein (Schweizer) Uhrwerk

Wie etwa das Schweizer Team „Hydros“, das mit zwei identischen Katamaranen bereits zwei Wochen vor Event-Beginn in Falmouth vor Ort trainiert. Die beiden „Hydros-Crews“ Billy Besson und Jérémie Lagarrigue sowie die Niederländer Bastiaan Tentij und Mischa Heemskerk, haben hart für diese Meisterschaft trainiert und bereits einige hochkarätige Titel gewonnen. So errang die Crew Besson/Lagarrigue in diesem Sommer die Weltmeisterschaft der F-18-Katamarane, und Billy Besson wurde Weltmeister in der olympischen Klasse Nacra F 17.

Bei ihren ersten Test- und Trainingsschlägen im Ärmelkanal zeigten die beiden A-Class-Katamarane durchweg stabile Flugphasen und hervorragende Manöver bei sehr unterschiedlichen Wetter- und Seegang-Bedingungen. „Dieses Training vor Ort könnte sich als entscheidend für den Verlauf der Regatta erweisen,“ schreiben die Schweizer selbstbewusst in einer Pressemitteilung.

Noch nicht ganz so überzeugt von sich gibt sich Segelstar Franck Cammas, der vor der Französischen Atlantikküste auf seiner „Groupama“ trainiert.

Cammas spricht in dem kurzen Vid während der zweiten Trainingsausfahrt vor einigen Tagen noch von „ziemlich viel Arbeit“, die zu erledigen sei. Und meint damit keineswegs Konstruktionstechnisches, sondern ganz offenbar seinen Job als „fliegender Steuermann“: „Die Stabilität, die wir bei Speed erreichen, ist schon ziemlich gut, aber die Manöver wie Halse und Wende müssen noch viel besser werden!“

Bleibt abzuwarten, ob die Schweizer mit ihrer Taktik des frühen Trainings vor Ort auf der Gewinnerseite stehen. In Sachen „Technik“ werden sie in der Szene jedenfalls schon als Favoriten gehandelt: Ihre „Thin Ply-Technology“ wird von vielen als richtungsweisend bezeichnet.

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Michael Kunst

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3 Kommentare zu „Little America’s Cup: Hydros „fliegt“ stabil vor Ort, Groupama trainiert noch in Frankreich“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Mit “Rechte Maustaste” / “Link in neuem Fenster öffnen” erhält man die Bilder unskaliert!

    Erstes: 4473x2982px!
    http://segelreporter.com/wp-content/uploads/2013/09/20130731_Hydros_CC_Copyright-ADimagesCH-0413_R.jpg

    Zweites: 5142x3428px!

    http://segelreporter.com/wp-content/uploads/2013/09/20130731_Hydros_CC_Copyright-ADimagesCH-0112_R.jpg

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

  2. avatar Stefan sagt:

    Mit was wird denn nun gesegelt?

    Mit A- oder C-Class-Katamaranen? Der Artikel wirft da einiges durcheinander.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  3. avatar Michael Kunst sagt:

    Hallo Stefan, der Artikel wirft nicht “einiges durcheinander”, sondern hat schlicht einen Tippfehler zu verzeichnen: Natürlich muss es gegen Ende “Bei ihren ersten Test- und Trainingsschlägen im Ärmelkanal zeigten die beiden C-Class-Katamarane durchweg stabile Flugphasen.” heißen. Die ursprünglich erwähnten A-Class-Katamarane sind ja nur 5, 49 m lang, wie sicherlich bekannt ist, und schon deswegen nicht mit den C-Class-Boliden zu verwechseln.

    Beste Grüße

    miku

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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