Loick Peyron: Der Segelstar spricht über seine Anfänge, Siege und den AC-Ausstieg

"Faszinierende Persönlichkeit"

Loïck Peyron ist immer für einen Spaß zu haben. Kurz vor den Sieg beim Barcelona World Race nimmt er noch einen Bad bei Flaute. © FNOB

Loïck Peyron ist immer für einen Spaß zu haben. Kurz vor den Sieg beim Barcelona World Race nimmt er noch einen Bad bei Flaute. © FNOB

Wenn man beim Segeln nach Stars sucht, die den gesamten Sport überstrahlen, kommt man an Loick Peyron nicht vorbei. Der Franzose besticht durch seine Vielfältigkeit. Der 53-Jährige französische Hochseeheld sorgte als Alinghi Steuermann 2010 für Aufsehen, gewann 2011 das Barcelona World Race, raste kurz danach mit der “Banque Populaire” in Rekordzeit um die Welt und erstaunte mit seinem Sieg bei der America’s Cup World Series in Vendedig bevor sein Energy Team vom großen Cup abmeldete. In Hamburg präsentierte er sich als Markenbotschafter der Uhrenmarke Corum.

Er gewährte einer kleinen Journalistenschar Einblicke in seine Welt. Andreas John zeichnete sie auf. Er ist begeistert von der “faszinierenden Persönlichkeit.” Sein Urteil:   “Sehr authentisch, zum Anfassen, einnehmend, und  auf der anderen Seite bescheiden im Auftritt. Vermutlich einer der wenigen die über die Segelgemeinde hinaus Menschen für den Segelsport begeistern können.”

Loick Peyron im Fahrtwind des Trimarans "Banque Populaire". © B. Stichelbaut

Loick Peyron im Fahrtwind des Trimarans “Banque Populaire”. © B. Stichelbaut

Peyron erklärt in Hamburg seinen ungewöhnlichen Weg zum Profisegler: Der Vater, ein Mega-Tanker Kapitän, hat mit der Familie (2 Brüder und 2 Schwestern)  Fahrtensegeln, auf kleinen Yachten betrieben. “Mein Vater bestimmte, wo es lang geht. So auch als ich durch das Abi rauschte. Er stellte mich vor die Wahl, eine Extrarunde zu drehen oder ausziehen. Ich entschied mich für das letztere, wie auch meine beiden Brüder. Schließlich haben wir alle im Segeln oder Surfen unsere Spuren hinterlassen.”

Die erste große Regatta Herausforderung war das 2. Mini Transat. Damals alles ohne Technik und nützliche Hilfen, nur mit Uhr und Sextant. “Die Uhr fiel aus, keine Ahnung wo ich war. Ich lief nachts auf die Steine vor den kanarischen Inseln.”

Seitdem ging es aufwärts. “Ich habe viel Glück gehabt. Und letztendlich war es gut, dass ich mich nicht spezialisiert habe, wie es die meisten Profis tun. So konnte ich einen großen Erfahrungsschatz ansammeln. Er hilft mir, immer einen schnellen Einstieg bei neuen Herausforderungen zu finden.”

Die Peyron Brüder an Bord ihres AC45 Katamarans. © Gilles Martin-Raget

Die Peyron Brüder an Bord ihres AC45 Katamarans. © Gilles Martin-Raget

Peyron genießt es besonders, in einer Zeit zu segeln, in der es so viele technische Veränderungen im Sport gibt. Es sei einmal undenkbar gewesen, in 80 Tagen um die Welt zu segeln. Jetzt sind es 45. Und er glaubt, dass das letzte Wort längst nicht gesprochen ist. Die Rekordfahrt der “Banque Populaire” sei nicht optimal verlaufen.

“Aber letztendlich ziehe ich das Racen gegen Konkurrenten vor.” Rekordversuche seien frustrierend, wenn die Bedingungen schließlich nicht passen. Genauso nervig sei die Warterei auf das geeignete Wetterfenster.

Der America’s Cup ist ein tolles neues Kapitel für Peyron. Leider sei er in Frankreich nicht zu finanzieren. “Wir sind zu sozialistisch. Letztendlich ist der AC ein Spielfeld von kapitalstarken Einzelpersonen. Und diese wollen in Frankreich über den Sport nicht so gerne in die Öffentlichkeit.”

Es habe eine Chance gegeben, dass der Cup auf AC45 statt AC72 ausgesegelt worden wäre. Dann wäre es auch für Energy möglich gewesen. “Das wurde unter den Teams heftig diskutiert und auch Russel war nicht abgeneigt. Letztendlich waren die Neuseeländer dagegen. Vielleicht haben sie auch Recht.”

Wenn jeder mitmachen könne sei vielleicht die Besonderheit nicht mehr gegeben. Der Cup wurde immer mit Schiffen gesegelt, die neu und extrem für Ihre Ära waren. “Das ist ein Teil des Magnets.”

Das alte Match Race sei nicht zielführend, um den Cup zu medialisieren. Nur die wenigsten verstehen das. Für Zuschauer über die Segelgemeinde hinaus und für den größten Teil der Segelgemeinde sei es wichtig, dass der Cup dramatisch (durch Größe und Technik), schnell und dynamisch ist. Nur dann habe er eine Chance, Beachtung zu finden und neue Zuschauer zu bekommen.

 

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