Malizias Foil-Schaden vor The Ocean Race: Jetzt greift Boris Herrmann mächtig an

"Wir wollen niemandem die Schuld geben"

Ist der Flügel-Ersatz nach dem Schock über den Schaden vielleicht wirklich mehr als eine Notlösung für Malizia? Die Crew um Boris Herrmann scheint das gebogene neue Foil-Paar bei The Ocean Race nun richtig in Schwung zu bringen.

So langsam scheint das Team um Boris Herrmann Vertrauen in seine neuen Foils zu bekommen. Nach verhaltenem Start und brutalen Bedingungen vor Gibraltar scheinen die Profile nicht nur gehalten zu haben, sondern dem Team gelingt es nun auch, sie auf Speed zu bringen. Am letzten Tag vor dem Zieleinlauf ist Malizia auf dem harten Vorwindkurs das schnellste Boot der Flotte. Könnten die deutlich anders geformten Flügel vielleicht doch deutlich mehr sein als nur eine Notlösung?

Boris Herrmann hatte diese Annahme nach dem Sieg beim leichtwindigen In-Port Race in Alicante gemutmaßt und es klang wie ein Reflex, gute Miene zum bösen Spiel machen zu müssen. Die Hoffnung habe sich aus den ersten Trainingsfahrten ergeben. Aber mit vielen Daten war dieses Urteil noch nicht zu stützen. Es fehlten einfach die Meilen, um eine valide Einschätzung geben zu können.

Happy Crew auf Malizia. “Schön, dass wir in der Lage sind, aufzuholen.”:

Denn eigentlich war der festgestellte Foil-Schaden kurz vor dem Start der ersten Etappe ein echter Supergau. Nicolas Lunven erklärt bei Ouest France noch einmal, wie groß die per Ultraschall festgestellten Struktur-Probleme an den Profilen waren. Das Team hatte vorher nur zögerlich darüber informiert. Offenbar war der Schock über die Entdeckung für Boris Herrmann größer als bisher gedacht.

Der 38-jährige Franzose, der erst im Juli als hochkarätige Verstärkung zum Malizia-Team stieß, sagt, dass die Probleme die Herrmann bei der Route du Rhum mit der Foil-Aufnahme gehabt hatte, in Guadeloupe schnell wieder repariert worden waren. Damit hatten die Schäden, die schließlich nach der Atlantik-Rückberführung gefunden wurden, offenbar nichts zu tun. Sie wurden bei einer Inspektion am 15. Dezember, nur einen Monat vor dem Start, in einer spanischen Werft entdeckt. Erst dort stellte sich heraus, dass die beide Foils so schlimm beschädigt waren, als man sich vorstellen konnte. 

Es gab keine Zeit für eine Reparatur. Die Teilnahme an der ersten Etappe war akut gefährdet. “Doch dann kam ziemlich schnell eine Lösung. Auf etwas wundersame Weise”, sagt Lunven. “Wir fanden ein neues Paar Foils, das erstaunlicherweise nur minimale Veränderungen erforderte, um in unser Boot zu passen.”

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Malizias Foil-Schaden vor The Ocean Race: Jetzt greift Boris Herrmann mächtig an“

  1. avatar Manfred sagt:

    Wie man irgendwo lesen konnte, lassen sich die Foils in der Horizontalen um ca. 5° verstellen. Abtrieb oder Auftrieb erzeugend. Sticht so eine IMOCA dann mit negativer Anstellung bei voller Fahrt in eine Welle, mag ich mir die Kräfte, die dann an der Verdrehung des Foils wirken garnicht vorstellen. Das ist wohl auch für die Strukturberechnungen Grenzgebiet.

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