Mastbruch-Analyse: Burton mit neuem Plattbug-IMOCA in Nöten- Suche in 65 Metern Tiefe

Blackbox-Daten deuten auf Schadensursache

Bei der Transat Jacques Vabre genoss der Vendée-Dritte Louis Burton zehn Stunden lang den Speed seines neuen Plattbugs (ex L’Occitaine) und lag auf Rang zwei – bis der Mast brach.

Louis Burton und Davy Beaudart bei ihrer Ankunft in St. Malo.

Louis Burton schrieb eine der spannendsten Geschichten der vergangenen Vendée Globe mit seiner Augen-zu-und-durch Strategie. Als Underdog gestartet gab er immer Vollgas, setzte oft alles auf eine Karte und wurde schließlich trotz Reparaturstopp dritter.

Damit stärkte er das Vertrauen von Sponsor Bureau Vallée. Auch wenn der 36-Jährige nicht zu den Trainingsfleißigsten gehören soll und schon mal zum Glimmstengel greift (Porträt). Burton durfte eine der aktuell schnellsten IMOCAs kaufen – den Plattbug L’Occitaine, den Armel Tripon nach Fallenschloss-Problemen zu Beginn der Vendée Globe mit beeindruckendem Speed um die Welt geprügelt hatte.

Vor vier Jahren hatte Burton zum ähnlichen Zeitpunkt der Saison die gleiche Strategie angewendet. Er kaufte nach der Vendée Globe eine der schnellsten gebrauchten Yachten auf dem Markt – die damals für das Rennen neu gebaute “Banque Populaire” vom Sieger Armel Le Cleac’h – und optimierte sie.

Louis Burton mit seinen Kindern am Ziel er Vendée Globe. © Bernard Le Bars/Alea

Er hatte zwar nicht das Geld, um dem Boot längere und schnellere Flügel zu verpassen – so wie es Boris Herrmann machte. Dafür konnte er die Probleme der Neubauten, das spezielle Wetter und die Verlässlichkeit seines Bootes nutzen, um überraschend auf das Podium zu segeln.

Welche Strategie führt diesmal zum Vendée-Globe-Erfolg?

Diesen Plan will er nun wiederholen – was angesichts zahlreicher Neubauten und größerer Konkurrenz noch schwieriger werden dürfte. Andererseits wird von den neuen IMOCAs der nächsten Generation kein so großen Leistungssprung erwartet wie etwa zwischen Foiler und Nicht-Foiler oder auch den Kurz- und Lang-Flüglern.

Welche Strategie wird diesmal zum Erfolg führen. Möglichst lange warten mit dem Neubau, um auf alle technischen Fortschritte und Erkenntnisse einfließen lassen zu können? Oder lieber früh aufs Wasser, lange das Boot optimieren und sich möglichst dem maximalen Leistungsvermögen annähern?

Louis Burton war mit seinem neuen Spielzeug bei TJV schnell unterwegs – bis zum Mastbruch. © Curutchet

Burton hat sich für Letzteres und gegen einen Neubau entschieden. Aber er gerät nun mit seinem Plan schon früh unter Druck seit dem Mastbruch bei der Transat Jacque Vabre. Denn zurzeit ist es kaum möglich, ein neues Rigg zu stellen.

Ersatzmast wird mit anderen Teams geteilt

Corona- und Nachfrage-bedingte Lieferengpässe beeinträchtigen auch die IMOCA-Szene.

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Carsten Kemmling

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