Maxi-Racer: Australische „Wild Oats XI“ wird aufgepeppt – hinten weniger, vorne mehr

Der Hafer sticht

Wild Oats, Umbau, Maxi Racer

Die “Wild Oats XI” erhält eine längere Vorschiffsektion © wild oats

Drei Monate wird das aufwändige Refitting dauern – vor allem Downwind soll die Rekordsiegerin des Sydney-Hobart-Races schneller werden.

Die 30, 5 Meter lange „Wild Oats XI“,die in diesem Jahr in Bestzeit das TransPac-Rennen zwischen Los Angeles und Honolulu gewonnen hat und auf eigenem Kiel die 4.300 Seemeilen zurück nach Sydney abriss, wir dort umfangreich modifiziert.

Die 2005 gebaute Yacht ist im Besitz von Bob und Sandy Oatley, die als Winzer und Weinhändler zu den reichsten Australiern gehören und vor einem Jahr noch Challenger of Record beim America’s Cup waren. Das Reichel Pugh-Design ist Rekordhalter und sechsmaliger Line Honours-Gewinner beim Sydney-Hobart-Race.

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die Struktur Des Schiffes bleibt erhalten. Vor allem das DSS hat sich offenbar sehr bewährt © wild oats

Völlig neues Vorschiff

Und nicht zuletzt, weil sie die Ausgabe 2014 des legendären Rennens nur knapp gegen Erzrivalen „Comanche“ gewinnen konnten (der kürzlich den 24-Stunden-Rekord um 24 Meilen auf 620 Meilen überbot), wollen die „Wild Oats“-Eigner nun ihr Rennmonster noch einmal pimpen. „Wir möchten zeigen, dass man selbst in unserer schnelllebigen Zeit mit einem zehn Jahre alten Schiff noch konkurrenzfähig ist, indem wir es leichter, schlanker und somit schneller machen”, sagt Oatley.

Hierzu verordneten die Designer und Bootsbauer der „Wild Oats“ ein aufwändiges Refit. Das Achterschiff soll um zwei Meter verkürzt werden, die wiederum am Vorschiff „angehängt“ werden. Skipper Mark Richards erklärt: „Wir werden quasi die Yacht ab dem Mast nach vorne hin neu aufbauen. „Es ist ziemlich einfach, ein Stück aus dem Achterschiff heraus zu nehmen. Aber das „Anhängsel“ im Vorschiffbereich wird schwierig.“

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Ein schlicht göttlicher Anblick – bei jedem Licht © wild oats

Die Modifizierungen sehen vor, dass die Positionen von Mast, Kiel, Ruder, Daggerboards und Hydrofoil-Flügel an ihrem derzeitigen Platz bleiben. „Wir werden zudem einen längeren Bugspriet anbauen,“ so Richards weiter, „so können größeren Vorwindsegel gesetzt werden.“

Diese neue Struktur erhöht die Zugbelastung am Vorstag von sieben auf 12 Tonnen. Insgesamt soll der Rumpf jetzt deutlich leichter werden, was wiederum eine Verbesserung der Querstabilität ermöglicht, weil 400 Kilogramm zusätzlich in die Kielbombe gepackt werden können.

Für die Anordnung der Schwerter und den horizontalen DSS-Flügel , die achtern vom Mast positioniert sind, wird sich nicht viel ändern. Das DSS-System, das seit einem Jahr auf dem Renner gesegelt wird, hat sich bewährt. Richards: „Durch den Auftrieb-Effekt des DSS heben wir das Vorschiff deutlich höher als zuvor aus dem Wasser. Somit werden viel weniger Nose-Dives gefahren! Und genau dieser Effekt wird durch das längere, leichtere zukünftige Vorschiff noch unterstrichen. „Wir wollen auf Vorwind- und Reachkursen noch schneller sein als jemals zuvor !“

Ab November soll die „alte Dame“ nach ihrem Facelifting wieder durch die australischen Gewässer rasen. In der Szene wird schon seit längerem gemunkelt, dass die Oatleys über „etwas Neuem“ brüten. Zwei Jahre planten sie gemeinsam mit ihrer Design-Crew, jetzt gaben sie bekannt, dass sie erneut „der Hafer sticht!“

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Darf’s a bisserl länger sein? Auch der Bugspriet soll deutlich zulegen © wild oats

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Maxi-Racer: Australische „Wild Oats XI“ wird aufgepeppt – hinten weniger, vorne mehr“

  1. avatar Fabian sagt:

    Hallo,

    toller Beitrag über die “wildeste Rennmaschine, die jemals für Australien segelte”. Habe eure Website erst jetzt entdeckt und hoffe auf weitere interessante Beiträge. 🙂

    Grüße,
    Fabian

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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