MidsummerSail: Melderekord zur 900 Seemeilen langen Regatta – Start am 20. Juni

Die längste Ostsee-Herausforderung

Die Baltic 500 ist gesegelt, doch die größte Ostsee-Herausforderung von Deutschland aus steht noch auf dem Plan. Am 20. Juni starten 30 Yachten zur MidsummerSail. Von Wismar aus geht es über 900 Seemeilen in den nördlichsten Winkel der Ostsee, nach Töre in Schweden.

Die Tonne in Töre ist das Ziel der Teilnehmer an der MidsummerSail. Foto: MidsummerSail

Zum fünften Mal wird das Rennen gestartet, es ist die längste Distanz, die in der Ostsee in einer Richtung gesegelt werden kann. Das Event ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, verzeichnete zu diesem Jahr einen Meldeansturm. Organisator Robert Nowatzki hatte schon früh eine Obergrenze eingezogen. Mehr als 30 Yachten sollten es nicht sein. Viele mehr wollten allerdings dabei sein, so dass eine Warteliste aufgestellt wurde. Und die sorgt dafür, dass zum kleinen Jubiläum wohl das Maximalfeld an den Start gehen wird. „Wegen Corona haben wir in den vergangenen Wochen zwar einige Abmeldungen erhalten, dadurch konnten andere nachrücken“, berichtet Nowatzki.

Der Start erfolgt vor Wismar. Der Bürgermeister hat sich dafür angemeldet. Foto: MidsummerSail

Für die Organisatoren gab es Corona-bedingt einige Extraarbeit zu bewältigen. Denn mit den Behörden in Deutschland und Schweden mussten die Rahmenbedingungen neu abgesteckt werden. Inzwischen liegt die Genehmigung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern für den Start vor, und auch die schwedische Botschaft sieht keine Probleme, wenn die Flotte entlang der schwedischen Küste bis in den Norden zieht und in Töre an Land geht. Einige Auflagen mussten allerdings erfüllt werden.

„Natürlich müssen auch beim MidsummerSail die gestiegenen Hygiene- und Abstandsregelungen dringend beachtet werden. So freut sich die Zielgemeinde Töre zwar auf uns, aber das Hafenfest musste abgesagt werden“, berichtet Nowatzki. Um die Genehmigung für den Start vor Wismar zu bekommen, hat der Organisator einen Fünf-Punkte-Plan zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen vorgelegt, der den Teilnehmern mitgeteilt wurde. Dazu gehört unter anderem ein verkleinertes Skipperbriefing, an dem nur die Skipper und nicht die Crew teilnehmen dürfen.

Großartige Nächte dürfen die Segler auf dem Weg in den Norden erwarten. Foto: MidsummerSail

Da es sich bei den Crews vorrangig um Shorthanded-Teams oder Familien handelt, gäbe es nur auf vereinzelten Yachten Probleme, die noch bestehenden Abstandsregeln einzuhalten. Die Verantwortung dafür trägt am Ende der Skipper. Der Blick in die Meldeliste zeigt indes, dass die MidsummerSail in vielen Fällen eine Familienangelegenheit ist. So tritt Kalle Dehler mit seiner Tochter Rebecca auf der Dehler 38 „Sporthotel“ an. Und auch Uwe und Juliane Barthel bilden auf ihrer neuen „Joint Venture“ ein Vater-Tochter-Gespann. Barthel wird sich als Klassenpräsident der Dehler 30 OD im direkten Vergleich mit Hajo Hensel messen müssen, der seine „tutto bene“ solo nach Töre steuern will.

Mit seiner ganz eigenen Natur lockt das letzte Stück in die schmale Bucht von Töre. Foto: MidsummerSail

Heiße Anwärterin auf die Line Honours unter den Einrumpf-Yachten ist die „Black Maggy“ von Wolfram und Magdalena Heibeck. Bei günstigen Wetterbedingungen kann der Open40 auch die Rekordzeit von 5 Tagen, 17 Stunden, 38 Minuten und 20 Sekunden angreifen, der im vergangenen Jahr von Maike und Uwe Prieß mit der „Pure“ aufgestellt wurde. Allerdings ist in diesem Jahr auch eine Reihe von Multihulls mit von der Partie. Sieben Dragonfly und eine Farrier stehen in der Meldeliste. „Wir loben daher einen eigenen Preis für die Multihulls aus“, so Nowatzki.

Der Startschuss für das Ereignis, für den sich Wismars Bürgermeister Thomas Beyer angemeldet hat, soll dem Namen der Regatta entsprechend am 20. Juni um 13 Uhr fallen. Die Sommersonnenwende ist dann in der folgenden Nacht kurz vor Mitternacht und sorgt für helle Nächte auf dem Weg bis hinauf an den nördlichen Polarkreis.

 

avatar

Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *