Mini 5.80: Selbstbauboot erfreut sich hoher Beliebtheit – 80 Yachten in 23 Ländern im Bau

Boot aus der Box

Die neue Mini-Klasse, die ClassGlobe 5.80, scheint einen Nerv getroffen zu haben. Die Initiatoren vermelden den Bau der Sperrholz-Yacht durch inzwischen 80 Segler, von denen viele Interesse am Solo-Atlantik-Rennen in 2021 und am Weltrennen 2024 zeigen sollen.

Die neue Klasse der Mini 5.80 wächst. In 23 Ländern sollen bereits Yachten gebaut werden. Foto: Ocean Frointers PTY LTD

Weniger als vier Monate nach dem offiziellen Start des Projektes (SR berichtete) sollen bereits in 23 Ländern die Minis gebaut werden. Die Solo-Offshore-Yacht, die stark an eine Waarschip 5,70 erinnert, wurde vom australischen Abenteurer und Gründer des Golden Globe Race 2018, Don McIntyre, als Volks-Mini für den Amateurbau konzipiert. Und das Konzept scheint aufzugehen.

Nicht nur der Selbstbau lockt die Aktiven, auch die einfache Handhabung und die Möglichkeit, die Yacht in einem 20-Fuß-Container verschicken zu können, sind Pluspunkte. So entwickelt sich neben der Hochtechnologie im Profibereich eine Szene, die eine günstige Segelvariante gefunden zu haben scheint.

„Die Leidenschaft, die sich für den 5.80 auf allen Ebenen entwickelt hat, ist eine angenehme Überraschung. Ich dachte, es würde ein Jahr dauern, bis 100 Segler das Boot bauen. Aber es passiert bereits in wenigen Monaten“, erklärt Don McIntyre. „Abenteuerlustige Solosegler sind begeistert, aber es gibt viele Club-Segler, die dies als Chance sehen für ein bisschen Spaß.“

Die 32-jährige französische Seglerin Mathilde Lozachmeur hat 30.000 Seemeilen lange Mini Globe Race für 2024 fest im Visier. Inspiriert wurde sie von Éric Tabarly, der in der Nähe ihres Hauses in der Bretagne lebte, und Bernard Moitessier, der für seinen Do-it-Yourself-Stil bekannt ist. Sie hat sich zwei Jahre freigenommen, um ihren Globe 5.80 zu bauen und dann am Transat teilzunehmen, das im November 2021 von Portugal in die Karibik führen soll. Ihre Yacht baut sie aus dem CNC-gefrästen Sperrholz-Kit. Derzeit besitzt die Französin eine 5,7 Meter lange Yacht, mit der sie während des Baus auch trainieren wird. „Ich habe das im Blut. 2021 werde ich im November 33 Jahre alt, und mein Boot hat die Startnummer 33 erhalten. Das ist ein Zeichen“, sagt Lozachmeur.

Mathilde Lozachmeur ist inspiriert durch die großen französischen Abenteuersegler und will 2021 mit dem mini 5.80 über den Atlantik. Foto: Lozachmeur

Das 5.80 Transat wird das erste Ereignis im Kalender der neuen Klasse. Welche Städte genau auf dem Kurs liegen werden und die Mini-Segler empfangen, steht noch nicht fest. Es soll von Portugal in zwei Etappen über den atlantik gehen. Zwischenstationen könnten auf Madeira oder Lanzarote liegen. Insgesamt sind bis in die Karibik rund 3600 Seemeilen zu bewältigen. 13 Segler sollen bereits Interesse an einem Start bekundet haben.

Die 34-jährige Australia-Slowenin Alenka Caserman lebt in Brisbane und gehört zu einem halben Dutzend Australier, die das Mini Globe Race 2024 angehen wollen: „Ich suche immer nach Abenteuern. Die Idee, ein kleines Offshore-fähiges Boot selbst zu bauen und im Wettbewerb gegen andere anzutreten, scheint also die perfekte Sache zu sein. Ich bin nur ein durchschnittlicher Mensch, aber das liegt im Rahmen meiner Möglichkeiten. Es fühlt sich herausfordernd an, ist aber absolut machbar.“

Der Mini 5,80 kann nach Bauplänen (300 Euro) mit eigenen Werkzeugen und Material (Sperrholz, Glasfasermatten und Epoxidharz) gebaut werden. Die Initiatoren setzen ein Zeitbudget von 500 bis 600 Stunden Arbeit und einen Finanzbedarf bis zu 35.000 Euro an. Alternativ gibt es das CNC-Sperrholz-Kit in der Box, das bereits in 15 Länder verschickt worden sein soll. Ein Plastimo Builders Pack sorgt für die weitere Hardware, und One-Design-Riggs sind von Sparcraft und Selden erhältlich. Über einen Segellieferanten soll noch in diesem Sommer entscheiden werden.

Mit dem CNC-Sperrholz-Kit soll sich die Yacht in der eigenen Garage bauen lassen. Grafik: Ocean Frointers PTY LTD

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