Mini Transat: Die irre Aufholjagd von Renaud Mary auf seiner Pogo 2

+++ „Einen nach dem anderen abgehakt!“ +++

Renaud Mary lag beim Minitransat vielversprechend auf Rang 4 bei den Serienbooten, als ihn ein Elektronik-Problem zum Pit-Stop auf den Kanaren zwang. Doch er kam zurück ins Rennen – und wie! Video mit selbsterklärender Mimik.

Renaud Mary ist in der Mini-Szene bekannt wie ein bunter Hund. Erstens, weil er zu den Sympathen zählt, die alle und jeden mit ihrem Enthusiasmus für die Mini 6.50 anstecken. Zweitens, weil er bei der vorletzten Transat 2011 seine Pogo 2 „Nemo“ sagenhafte 30 sm vor dem Ziel auf einen Strand setzte.

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Während Renaud ein Energie-Nickerchen für die Zielfreuden vorschlief, machte sich die Selbsteuerungsanlage selbständig, schlug einen neuen Kurs ein und platzierte den Mini ohne größere Schäden auf einem netten brasilianischen Sandstrand. Kurz darauf halfen ihm andere Mini-Segler, die „Nemo“ wieder flott zu machen und Renaud segelte die letzten Meilen „auf eigenem Kiel“ in Ziel. Der heulende Renaud am Strand vor seinem Boot zählt zum Emotionalsten, was die Mini-Szene zu bieten hat!

Film von Marys Transat 2011 – ab 5:00 liegt die Pogo auf dem Strand und es wird emotional

Auf ein Neues!

Doch bei der letzten Transat sollte Renaud diese „Scharte auswetzen“ –und zwar fulminant!

Nach bekanntlich langer Wartezeit wegen miserabler Wetterlage startete der Franzose mit gewohntem Enthusiasmus und machte sich von Anfang an gut – Rang 4 im Feld der Serien-Minis ist auch nach „erst“ 3 Tagen eine respektable Platzierung.

Mini Transat, Renaud

Aaaahhh, que c’est bon! © Mary

Unterwegs mit 20 kn Bootsgeschwindigkeit in der Spitze, rast er Richtung Kanaren, muss mal eben schnell die Bolzen und Schrauben am Ruderblatt nachziehen… und stellt fest, dass seine Batterien nicht mehr laden!

Ab hier wird’s mimisch. Selbst für Betrachter, die kein Französisch verstehen, zeigt Renaud mit akzentuiertem Gesichtsausdruck und entsprechender Gestik, wie er sich gerade fühlt.

Mini Transat

Gaaaanz schlechte Laune! © Mary

Er steuert die Kanaren für 40 Stunden an. So lange dauert es, bis Ersatzteile und ein neues Solarpanel ankommen. Mit einem Rückstand von 350 sm auf die erstplatzierten Serien-Minis stellt er sich „mal wieder einer neuen Herausforderung“ und schaut ziemlich entgeistert in die Kamera.

Vierzig Stunden Rückstand? Lächerlich!

Doch Renaud „fängt sich wieder“, lässt sich die Laune nicht vermiesen – trotz grauenhaft wirkendem „englischen Frühstück“, trotz eines erneuten technischen Problems: Er kann seinen I-Pod nicht mehr laden!

Mini Transat

Okay, es regnet… aber das heißt auch: Duschen! © Mary

Dafür halten Wind und Wetter zu ihm. Zunächst. Bald liegt er auf Rang 12, muss sich aber mit Flauten und Regenduschen plagen – seine verschiedenen Gesichtsausdrücke sprechen Bände! Zwischendurch hat er einen Wutausbruch, weil die Batterien mangels Sonne nicht laden. 990 sm vor dem Ziel liegt er auf Rang 5, Grund genug für einen Freudentanz, schließlich Rang 4. Göttlich die Szene, als er an der Pinne im Surf mit lautem Motorengeräusch „Gas gibt“.

24 Tage, 17 Stunden, 52 Minuten und 7 Sekunden brauchte Renaud Mary  für die Atlantiküberquerung – den vierten Rang, diesmal ohne Strandurlaub, haben ihm alle „Ministen“  gegönnt!

Rang Vier – das ist schon ein Tänzchen wert © Mary

Rang Vier – das ist schon ein Tänzchen wert © Mary

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Michael Kunst

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