Nach Kenterung: Was ist eigentlich aus dem Ultim-Trimaran “Banque Populaire IX” geworden?

In Rekordzeit (fast) fertig

Banque Populaire, Ultim, Trimaran

BP fliegt schon wieder – allerdings nicht auf Foils © banque populaire

Strukturelle Schäden, jede Menge Elektronik-Probleme, anstehende Hydraulik-Verbesserungen, ein neuer Mast –  es gibt viel zu tun bei „BP“. Doch sie packen es an… 

Nach der spektakulären Kenterung des Trimarans „Banque Populaire“ vor der Küste Marrokkos während einer längeren Test-Ausfahrt (SR-Bericht), wurde das „Blaue Geschoss“ auf einem Cargo-Schiff huckepack ins französische Vannes gebracht. Die in der französischen Szene bekannte Werft „Multiplast“ reparierte dort die zum Teil erheblichen, durch die Kenterung verursachten strukturellen Schäden, in Rekordzeit. 

Zeitraubend, nervenaufreibend

Nur zehn Wochen nach Beginn der Arbeiten wurde gestern „Banque Populaire“ wieder zu Wasser gelassen, zum Heimathafen Lorient La Base überführt und dort… erneut aus dem Wasser geholt. In den nagelneuen BP-Werkshallen wird nun innerhalb von sechs Wochen sämtliches Bordequipment wie Elektronik, hydraulische Teile, Anhänge, Takelage etc. überprüft, repariert oder eben ausgewechselt. Eine zeitraubende Prozedur, die aber (auch aus versicherungstechnischen Gründen) elementar für die nächsten „Törns“ ist. 

Zeitgleich arbeiten die Spezialisten von „Lorima“ an Mast und Baum. 

Beim (berüchtigten) donnerstäglichen Umtrunk in der Hafenbar von „La Base“, erzählten einige Banque-Populaire-Mitarbeiter, wie enorm die Anstrengungen bei den Kollegen von „Multiplast“ gewesen sein müssen. 

Banque Populaire, Ultim, Trimaran

Rein ins Nass, raus aus dem Wasser… © Banque Populaire

Die Werft, von der man in der Szene schon seit Jahren weiß, dass es dort richtig „brummt“, hatte den Trimaran buchstäblich zwischen andere, ebenfalls terminlich sehr eng angesetzte und äußerst kniffelige  Aufträge bzw. Projekte geschoben. So kam es, dass „BP“ im Prinzip neben dem (streng geheimen!) neuen Ultim Trimaran Sodebo 5 bearbeitet wurde. Andere Produktionsorte waren wiederum mit dem Bau von Foils für die neue Figaro 3 restlos ausgelastet. Offenbar verzichteten einige Mitarbeiter vollständig auf den Sommerurlaub, wurde eine Art Schichtbetrieb eingeführt und an Wochenenden gearbeitet. 

Der Zeitdruck bleibt

Auf die Teams in den BP-Hallen von Lorient La Base wartet nun ein nicht minder großer Zeitdruck. Der Mast soll Ende August fertig werden, Mastsetzen und Zuwasserlassen ist für Anfang September vorgesehen. Unmittelbar danach müssen erste Testfahrten in allen Wetterlagen beginnen, denn Armel Le Cleac’h will und muss an der Route du Rhum (Start 8.November in St. Malo) teilnehmen – wichtiger Test für die Ultim’-Trimarane und ihre Skipper, um sich im Einhand-und Renn-Modus auf die für nächstes Jahr angesetzte Ultim-Einhand-Weltumsegelungs-Regatta vorzubereiten (Start: 29.12.2019 vor Brest). Von den hohen Aufmerksamkeitswerten ganz zu schweigen, die bei der Route du Rhum vor allem für französische Unternehmen wie Banque Populaire von großer Bedeutung sein dürften. 

Last not least, muss le Cleac’h noch ein 1.200 Qualifikations-Seemeilen für die RdR absolvieren – Ganz alleine auf seiner filigranen Schönheit oder auf seinem rasenden Monster (je nach Sichtweise). Auch das dürfte ein Ritt auf Messers Schneide werden: Denn einerseits sind die Rennställe vor großen Regatten bemüht, ohne jegliche Schäden durch die Quali-Meilen zu kommen. Also wählt man bevorzugt milde Wetterfenster – wie häufig es die im atlantischen Herbst geben wird, bleibt abzuwarten. 

Und so ganz nebenbei bemerkt: Zeitgleich segelt Sebastien Josse  auf seinem Gitana Trimaran fleißig Trainings-Seemeilen im Foilmodus vor der “Haustüre” von Lorient ab. 

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Michael Kunst

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