Nacra17-Stunt: Die eingesprungene Halse von den Weltmeistern

"Foiling ist wie Kunst"

Seit der Umrüstung des olympischen Nacra17 zum Foiler sind die Italiener Ruggero Tita und Caterina Banti die absoluten Überflieger. Aber auch ihnen passieren spektakuläre Missgeschicke.

Wenn ein Nacra17 bei voller Geschwindigkeit von den Flügeln fällt, stoppt er gewaltig im Wasser. Diese Erfahrung haben die olympischen Nacra17-Katamaran-Segler schon vielfach machen müssen, seit sie lernen, die neuen Eigenheiten ihres Sportgerätes auf Foils auszuloten. Die daraus folgenden Schleuderstürze sind Bestandteil des Arbeitsalltags. Nicht ohne Grund gehören Helme zur Standardausrüstung.

Vor diesem Hintergrund erreicht der jüngste Stunt der Italiener Tita/Banti eine neue Dimension. Das Duo scheint aus der Not eine Tugend zu machen: Steuermann Ruggero Tita fliegt im Moment des plötzlichen Abstoppens an seinem Trapezdraht hängend mit voller Wucht nach vorne. Dabei reißt er aber nicht den Katamaran nicht wie üblich in eine Kenterung, sondern schwingt lässig um das Vorstag heurm, leitet dabei eine Halse ein und segelt auf dem neuen Bug weiter.

Tita/Banti vor einer Halse bei der EM. © D. Malcolm

Geplant dürfte das so nicht gewesen sein, aber bei einem amtierenden Weltmeister kommt der Gedanke doch auf, dass er an einer neuen Halsentechnik arbeitet – oder ist es eine neue, coole Kenterungverhinderungstechnik?

Der Italiener, der in Rio noch 49er segelte und wenig spektakulär auf Rang 16 landete, ist der große Gewinner der neuen Olympia-Foiler-Klasse. Zusammen mit Caterina Banti dominierte er das Geschehen im vergangenen Jahr mit den Titeln bei EM- und WM sowie drei weiteren Weltcup-Siegen. Der Steuermann sagt zu seinem Erfolgsrezept: “Foiling ist wie Kunst.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Nacra17-Stunt: Die eingesprungene Halse von den Weltmeistern“

  1. avatar jorgo sagt:

    “Foiling ist wie Kunst! ”
    Exakt formuliert.
    Nur mal so ein bisschen “rumfoilen” ist gar nicht so schwierig. Aber nur wenn dafür Ideal-Bedingungen herrschen und genug Mut vorhanden ist, denn die Abstürze können mitunter brutal sein.
    Im Wettkampf unter allen Bedingungen das Biest sicher und optimal zu beherrschen ist in der Tat eine hohe Kunst, welche zu erlernen neben einer ordentlichen Portion Talent technisches Verständnis und jede Menge Training erfordert. Für Gelegenheitssegler ungeeignet.

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