Neue Olympia-Disziplin: Deutsche iQFoiler am Gardasee – Rückenwind für Stehsegler

Der traut sich was...

Sebastian Kördel hat bei den International Games Campione del Garda seinen Platz in der Weltspitze der neuen Olympiadisziplin iQFoil behauptet, aber das Podium knapp verpasst.

Das muss man sich erstmal trauen. Steuerbordstart von Sebastian Kördel vor dem Feld.

Die Video-Sequenz vom Kördel-Start. Olli Kahn wusste schon, was man dafür braucht

Die aktuellen Reisebeschränkungen stellen für viele Leistungssportler immer noch hohe Hürden dar, um internationale Wettkämpfe zu bestreiten. Aber insbesondere die Italiener machen sich darum verdient, in Corona-Zeiten den Sonderstatus des Segelsportes herauszustellen. Sie gehören zu den Vorreitern, wenn es darum geht, die ersten großen internationalen Regatten 2021 zu veranstalten. Auf dem Wasser an der frischen Luft hat das Virus keine Chance und die aktuellsten Hygiene-Konzepte scheinen auch bei der Organisation an Land größere Risiken nahezu auszuschließen.

Jedenfalls sind in Campione am Gardasee bei den International Games der neuen olympischen Surfdisziplin für 2024 iQFoil 107 Windsurfer aus 20 Nationen angetreten, um die aktuelle Hackordnung zu dokumentieren. Während bei den Segel-Brett-Kollegen der Kite-Foiler die Beteiligung noch etwas zu wünschen übrig lässt – besonders bei den Frauen – ist der Wechsel des Olympia-Bretts RS:X zum fliegenden iQFoil ein großer Erfolg. Die darbende Zunft der Stehsegler hat auch in der Breite neuen Rückenwind bekommen.

Dafür steht auch die Entwicklung der Olympia-Disziplin. Die Windsurfer haben es mit dem iQFoil erstaunlich schnell hinbekommen, Onedesign-Material zu etablieren, das offenbar auch bei der Basis ankommt.

Sportlich mischen deutsche Piloten international ganz vorne mit. Schon im Juni 2020 hat der NRV in Hamburg der Förderung der Brettsegler gestartet und die besten Athleten unter seine Fittiche genommen. Darunter Sebastian Kördel, der 2020 prompt EM-Silber auf dem Silvaplanasee gewann und im Oktober am Gardasee die Elite besiegte.

Erdil im Vierkampf. © Martina Orsini

Auch diesmal gehörte er bei der zweiten Auflage der International Games zu den Spitzenfahrern und schaffte es unter 69 Fahrern in das Finale der besten vier. Zuvor wurden sechs Slaloms, vier Kursrennen und ein doppelt zählender Marathon absolviert. Zwölf Piloten zogen in die Finalserie und ermittelten nach Shootout-Rennen die Finalisten. Nach diesem letzten allein zählenden Rennen musste sich Kördel aber mit dem undankbaren vierten Rang zufrieden geben.

Ergebnisse iQFoil Männer International Games 2021

Bei den Frauen gingen 38 Starterinnen an die Linie. Dabei zeigte Lena Erdil, dass auch sie in der Weltspitze mithalten kann. Nach zwei Slalom-Siegen bei leichtem Wind schaffte auch sie es in das Top-zwölf-Finale, verpasste aber den Einzug unter die besten Vier und wurde schließlich Siebte.

Ergebnisse iQFoil Frauen International Games 2021

Lena Erdil in Aktion. © Martina Orsini

Kördel vorneweg. © Martina Orsini

Theresa Steinlein surfte auf Rang 22. © Martina Orsini

Pfadfinder-Start hinter dem Motorboot beim Marathon-Rennen. © Martina Orsini

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Neue Olympia-Disziplin: Deutsche iQFoiler am Gardasee – Rückenwind für Stehsegler“

  1. avatar Matthias Garzmann sagt:

    woh….. sehr schön anzusehen welche Entwicklung es gibt…… wenn ich da an mein ersten Surfbrett denke…. oder gar an meinen Laser….

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