Neue Olympiaklasse: 184 IQFoil-Surfer rasen über den Gardasee – Deutsche bei WM vorne

Deutsche Stehsegler sind wieder Spitze

Deutschland hat nach langer Durststrecke wieder olympische Spitzensurfer. Das bestätigt sich aktuell bei der IQFoil-Weltmeisterschaft in Campione am Gardasee. Nach dem Auftakt liegen Sebastian Kördel und Lena Erdil weit vorne.

Vor gut einem Jahr hat World Sailing entschieden, dass 2024 bei den Olympischen Spielen auch die Windsurfer mit einer Tragfläche unter dem Brett ausgestattet werden. Das RS:X-Board, mit dem 2021 in Japan noch um Medaillen gekämpft werden wird, muss dem IQ-Foil weichen, und das scheint insbesondere für die deutschen Ambitionen eine positive Entwicklung zu sein.

Während der DSV zuletzt die Förderung der Windsurfer mangels Klasse eingestellt hatte, und die deutschen Farben in dieser Disziplin 2021 nicht vertreten sein werden, gibt es für Marseille mit dem Foiler-Board nun neue Hoffnung. Deutsche Stehsegler sind wieder Spitze.

Sebastian Körbel mit einem guten Leestart. © Martina Orsini

Allen voran Sebastian Kördel aus Radolfzell. Der Mann vom Bodensee hatte schon bei der IQ-Foil EM am Silvaplana See “eine Hand am Gold“. Nun schickt er sich an bei der Weltmeisterschaft am Gardasee noch einmal zuzuschlagen. Nach dem ersten Tag im Feld der 118 Fahrer liegt er auf Rang zwei. Es wurden Kursrennen und Slaloms gefahren. Heute steht eine Langstrecke an.

World Cup Profis gegen RS:X-Umsteiger

Der 29-Jährige surft seit 2011 im World Cup der Profiszene PWA. Er konnte insbesondere bei den Foil-Events punkten. In der neuen Olympiaklasse muss sich der 1,91 Meter große und 83 Kilogramm schwere Fahrer insbesondere der Umsteiger aus der RS:X-Klasse erwehren.

Körbel beim Slalomrenen vor der ersten Tonne. © Martina Orsini

Der aktuell Weltranglisten-Zweite Pierre Le Coq aus Frankreich liegt nach dem ersten Tag auf Rang drei. RS:X-Weltmeister Kiran Badloe (NED) ist Fünfter. Kördel hält Rang zwei, hinter dem Weltcup-Kollegen Nicholas Goyard. Der französische PWA Foil World Champion 2019 konnte bisher vier von fünf Läufen gewinnen.

Das Format der IQ-Foiler sieht Up-and-Down-Kursrennen in zwei Gruppen vor, wenn der Wind über 10 Knoten weht. Bei leichterem Wind werden Sprint-Slaloms abgehalten. Beide Disziplinen gingen am ersten Tag in die Wertung ein. Heute steht sogar ein Langstreckenrennen auf dem Programm.

Kördel sagt nach dem ersten Auftritt: “Der heutige Tag war lang und hart und wir mussten morgens bei Vento wie auch nachmittags bei Ora mit starkem Wellengang zurechtkommen. Ich bin glücklich über meinen Speed im Slalom, mehr als über die Qualität meiner Halsen.”

Lena Erdil auf Rang vier

Auch bei den Frauen surft mit Lena Erdil eine neue deutsche Surf-Hoffnung von Beginn an vorne mit. Die Deutsch-Türkin, die wie Kördel vom NRV-Olympic-Team gefördert wird, liegt im Feld der 66 Frauen nach vier Rennen auf Platz vier.

Lena Erdil in Aktion. © Martina Orsini

Trainingspartnerin und 470er-Umsteigerin Helena Wanser konnte erst ein Rennen beenden. Außerdem feiern die 19-jährigen Steinlein-Zwillinge, erfolgreiche 420er Seglerinnen aus Bayern, ihr internationales Debut in der neuen Foiler-Klasse.

Mit ihrer neuen Segelnummer “GER 33” will Lena Erdil im Surf-Circuit nun für Deutschland für Furore sorgen. Foto: Erdil

Die Weltmeisterschaft dauert noch bis zum 24 Oktober. Es gilt jeweils das Finale der besten zwölf Surfer zu erreichen. Diese kämpfen dann um die Medaillen.

Ergebnisse IQ-Foil WM 2020

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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