Neue Rekord-Rennstrecke: 775 Meilen Rund Dänemark – Bekking will Pace vorgeben

Mit Vollgas durch Dänemark

Es ist kaum noch ein Geheimnis, dass das Ocean Race mit dem geplanten Start für 2021 große Schwierigkeiten hat. Bouwe Bekking will dennoch mit seinem VO65-Racer mächtig Gas geben. In dänischen Gewässern.

Bouwe Bekking segelt jetzt die ex “Brunel” für die Childhood-Stiftung. © Childhood

Wer in den nächsten Wochen in dänischen Gewässern unterwegs ist, sollte vielleicht einmal mehr den Schulterblick praktizieren als sonst üblich. Es könnte sein, dass graue Segel über weißem Rumpf ziemlich schnell den Abstand verringern. Und von einem VO65-Racer will man nicht getroffen werden.

Der holländische Profi Skipper Bouwe Bekking hat angekündigt, eine erste Referenzzeit  aufstellen zu wollen. Er ist auf Standby und wartet auf ein optimales Wetterfenster für die neu definierte Rekordstrecke “Rund Dänemark”. Start ist bei Rømø in der Nordsee nahe der dänischen Westküste, und nach einem Kurs rund Bornholm und durch den Großen Belt endet die Strecke nach insgesamt 775 Seemeilen in Aarhus.

Der 775 Meilen lange Rekordkurs “rund Dänemark”.

Was verbindet den Holländer mit Dänemark? Zum einen ist der Däne Jens Dolmer einer seiner wichtigsten Mitsegler, aber Bekking will auch Katja Salskov-Iversen in die zukünftige Ocean Race Crew einbauen, für die es wieder eine festgeschriebene Frauen-Quote gibt. Die Dänin segelte 2016 in Rio zu Olympia-Bronze im 49erFX.

Der VO65 gehört dem Unternehmen Sailing Holland, das eine Partnerschaft mit der von der schwedischen Königin Silvia gegründeten World Childhood Foundation eingegangen ist. Bekking peilt in dieser Kombination sein neuntes um-die-Welt-Projekt an. Der ehemals gelbe VO65 Renner erscheint jetzt in weißer Farbe, und ist mit dem  “Childhood”-Schriftzug versehen. Voraussichtlich soll er unter schwedischer Flagge starten.

Bekking hat zusammen mit Pelle Norberg und Gideon Messink Geldgeber überzeugt, das Schiff an die Startlinie zu bringen. Dabei spendeten sie den Namen an Childhood.

Neues Round Denmark Race 2021

Die Bemühungen auf der neuen Rekordstrecke haben auch mit einer dänischen Initiative zu tun, das Hochseesegeln in Skandinavien und Nordeuropa neu zu beleben. Silverrudder-Organisator Morten Brandt hat für 2021 das Round Denmark Race angekündigt. Es soll in der Region einen neuen Standard im Hochsee-Abenteuer-Segeln festlegen.

Eigentlich hatte es schon 2020 stattfinden sollen, wurde aber nun um ein Jahr verschoben. Wie schon beim Silverrudder gibt es keine Handicap-Regeln sondern bestimmte nach Bootsgröße definierte Klassen. Wer zuerst im Ziel ist, gewinnt.

Einhand-, Zweihand- und Crew-Segler sind angesprochen und insbesondere Interessenten für die neue olympische Klasse Offshore Mixed Doublehanded (Vorläufige Event Website Round Denmark Race). Das Seerevier steht aber auch im Fokus, weil 2022 die drittletzte Etappe beim Ocean Race von Newport aus in Aarhus enden soll.

Die Kurse beim Round Denmark Race 2021. Inshore (gelb, 650 Meilen) und Offshore (rot 890 Meilen)

Brandt zeigt sich erfreut darüber, dass Bekking mit “Childhood” die erste Zeit auf dem Kurs aufstellen will. Es sei möglich die Strecke, in beiden Richtungen zu absolvieren, aber wahrscheinlich ist wohl ein Start vor Rømø mit einer Tiefdruckfront aus Westen.

Die Organisatoren weisen darauf hin, dass der VP65 wegen der aktuellen Corona-Einschränkungen nicht in Aarhus anlegen und keines der ausländischen Besatzungsmitglieder an Land gehen. Nur die Besatzungsmitglieder dänischer Nationalität werden an Land gelassen, um detailliert über die Rekordfahrt zu berichten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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