“Neutrogena” nur noch 30 Meilen hinter “Mirabaud”. “Groupe Bel” mit Pit Stopp

"Woher bekommen wir einen klitzekleinen Atomreaktor?“

Jetzt drehen sie durch. Boris Herrmann und Ryan Breymaier gewähren den Fans nach knapp der Hälfte ihrer Reise um die Welt Einblicke in ihr Seelenleben. Die lange Zeit auf See hinterlässt offenbar Spuren. Die beiden diskutieren ausgiebig, ob ein „klitzekleiner Atomreaktor“ an Bord nicht ihr Leben vereinfachen könnte.

Wasser Marsch auf "Estrella Damm". Die Crews frieren. © FNOB

„Wer stellt den her? Wir brauchen einen, der in einen Raum von einem Kubikmeter passt und möglichst leicht gebaut ist. Wenn wir solch ein Teil hätten, wäre die Kajüte ständig warm und trocken. (…) Was die abgebrannten Uranstäbe angeht: Wir stellen uns einen hohlen Kiel vor, in den wir die Stäbe nach Gebrauch einfach reinfallen lassen…“

Müssen wir uns Sorgen machen? Nun ja. Die Leistung stimmt jedenfalls. „Neutrogena“ ist wieder bis auf 13 Meilen an „Mirabaud“ heran gekommen.

"Neutrogena" rast in den Sonnenuntergang. Oder -Aufgang? Hübsch und nass ist es beides. © FNOB

Im Video fragt Boris seinen Kumpel: „Warum steuerst du? Wir haben einen Autopiloten, Mann.“ Aber der klärt auf: „Wir wollen doch Dominique und seine Freundin einholen.“ Und Boris wirft ein. „Bloß nicht weitersagen…“ Dann schwenkt er zum “Albatross-Sofa” und meint den verlorenen Segelsack an Bord, auf dem einer der riesigen Vögel im Wasser pausiert hatte.

Allerdings muss sich das Duo auch langsam Gedanken machen über „Hugo Boss“, die seit Tagen die besten Etmale segeln aufweist und nur noch 233 Meilen zurück liegt. Die Mädchen auf „Gaes“ hatten zwar noch geätzt, dass es klar sei, dass „Hugo“ bei diesen Bedingungen schnell sei.„Wenn nicht hier, wo dann?“ Aber sie gehen davon aus, dass sie bei weniger Wind wieder aufholen. Ihr Rückstand ist allerdings in kürzester Zeit auf 120 Meilen angewachsen.

Situation am 14.2. "Virbac" steuert 500 Meilen voraus das Nadelöhr bei Neuseeland an. "Hugo Boss" (schwarz) schließt immer mehr zur "Neutrogena" auf.

Interessant dürfte für Boris und Ryan der Stopp von „Groupe Bel“ in Neuseeland sein. Die an vierter Stelle liegenden Franzosen haben nun schweren Herzens beschlossen, ihre zerstörten Gennaker in Wellington flicken zu lassen.

Sie liegen knapp 900 Meilen vor der „Neutrogena“, die zurzeit 350 Meilen in 24 Stunden abspult. Der Stopp kostet „Groupe Bel“ laut Regelwerk 48 Stunden. Damit dürfte sie das Rennen etwa 200 Meilen vor Boris Herrmann wieder aufnehmen. Sie wären wieder in Reichweite.

Boris Herrmann mit Bart grübelt müde vor dem Rechner. © FNOB

Sebastien Audigane von „Groupe Bel” erklärt, dass die Entscheidung nicht einfach gewesen sei. Nun werde ein Segelmacher aus Vannes in Frankreich eingeflogen  und das Shore-Team stehe für einen Check des gesamten Bootes bereit. „Es ist besser, das Rennen mit einem hundertprozentigen Boot fortzusetzen.“

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „“Neutrogena” nur noch 30 Meilen hinter “Mirabaud”. “Groupe Bel” mit Pit Stopp“

  1. avatar Marc sagt:

    Mir war so als hätte ich vor einigen Wochen hier jemanden die Hugo Boss als “lahme Bleiente” oder sowas betiteln hören 😉

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  2. avatar Schlaufux sagt:

    Naja, Bleiente…
    Kann ich nicht beurteilen.

    Die Frage war ja eher warum das Team mit dem grössten Budget und der längsten Vorbereitungszeit,
    ein derart extremes Design gewählt hat.
    Was ja den ganzen Atlantik bislang nichts gerissen hat.
    Letztendlich steht die Kasse am Ende des Supermarkts.

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