Nord Stream Race: Jungblut gewinnt Match Race; zweite Etappe gestartet

Weiter geht's nach Gotland

Der russische Swan 60 Vorschiffsmann übt sich im vorausschauenden Segeln. © onEdition

Der russische Swan 60 Vorschiffsmann übt sich im vorausschauenden Segeln. © onEdition

Match Race im Rahmen einer Hochsee-Regatta? Beim Nord Stream Race ist alles anders. Die Russen, die mit dem aufwendigen Event die vor gut einem Jahr eröffnete Gas-Pipeline von Russland nach Deutschland feiern und wohl das teilweise negative Grundrauschen in der öffentlichen Wahrnehmung verbessern wollen, haben eine erstaunliche Regatta ins Leben gerufen.

Nicht nur das Bereitstellen der fünf einheitlichen Swan 60 Yachten ist neu, auch das üppige Preisgeld für den Sieger von 100.000 Euro sowie die ungewöhnliche Kursführung durch die Ostsee.

Hmm, wo gehts lang. Der ex Container Projektmanager Dirk Neumann in Denker-Pose beim Team Germany. © onEdition

Hmm, wo gehts lang. Der ex Container Projektmanager Dirk Neumann in Denker-Pose beim Team Germany. © onEdition

Für den deutschen Betrachter ist zudem die Häufung der heimischen Segelpromis auf dem Germany Boot von Thomas Jungblut und beim Europa Team von Tim Kröger beachtenswert.

Dabei mag es auf den ersten Blick erstaunlich sein, dass Jungblut am Samstag das Show Match Race in Helsinki bei extremer Flaute gewann, nachdem er mit einem Schaden die erste Etappe ausgesessen hatte und bei den Duellen die ersten Meter im Rennmodus absolvierte.

Aber mit dem Dänen Jesper Radich stand ein ex Match Race Weltmeister am Steuer, der noch im vergangen Jahr auf der World Tour aktiv war. So siegte der auf dem Papier stärkste Duellant vor dem zweiten Tommaso Chieffi, der 2007 das Shosholoza Team in Valencia als Taktiker zu Erfolgen. Er steuerte die russische Yacht.

Tim Kröger feiert Platz zwei nach der ersten Etappe für Europa mit einem Schluck aus der Champagner Pulle. © onEdition

Tim Kröger feiert Platz zwei nach der ersten Etappe für Europa mit einem Schluck aus der Champagner Pulle. © onEdition

Folgerichtig führte Klaartje Zuiderbaan, ehemalige Nummer zwei der Match Race Frauen Weltragnliste die Holländer auf Rang drei vor Tim Kröger mit seinen Europäern. Die Franzosen gewannen kein einziges Rennen.

Inzwischen ist die Flotte zur zweiten Etappe von Helsinki nach Gotland gestartet. Dabei machte Kröger einen mutigen Ausfall nach Süden, schloss sich aber ohne großen Gewinn oder Verlust wieder mit dem Feld zusammen. Am Montag abend führte das holländische Team. Die Russen bleiben stehen, sei es durch einen Tracker-Fehler oder einen ernsthaften Schaden.

Tracker

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Kröger macht mit dem Europa Team (lila) kurz nach dem Start einen Ausbruchversuch nach Süden

Kröger macht mit dem Europa Team (lila) kurz nach dem Start einen Ausbruchversuch nach Süden

Beim Zusammenschluss mit dem Feld ist für Kröger noch keine Vorentscheidung gefallen.

Beim Zusammenschluss mit dem Feld ist für Kröger noch keine Vorentscheidung gefallen.

Montag abend liegen die Holländer vorne, Jungblut setzt auf Norden, Kröger wieder auf Süden, die Russen (grün) sind stehen geblieben mit einem Schaden oder Tracker-Fehler.

Montag abend liegen die Holländer vorne, Jungblut setzt auf Norden, Kröger wieder auf Süden, die Russen (grün) sind stehen geblieben mit einem Schaden oder Tracker-Fehler.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Nord Stream Race: Jungblut gewinnt Match Race; zweite Etappe gestartet“

  1. avatar non olet sagt:

    Die Freakshow ist ja so langsam nicht mehr nur für die Teillnehmer peinlich, sondern vor allem für die beflissenen Berichterstatter.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 13

  2. avatar HKG sagt:

    Was haben denn einige hier gegen dieses Rennen??? Ich finde es auf jeden Fall interessanter etwas über Regatten in mehr oder weniger heimischen Gefilden zu lesen, als z.B. über irgendwelche Konstruktionen die schneller segeln sollen als andere… Ist doch total boring… Mal davon abgesehen finde ich es auch spannender über Freunde und Bekannte zu lesen was sie gerade so treiben, wärend man gerade sein Boot aus dem Wasser holt… So sollten es einigen aus der deutschen Regattaszene gehen! Schade nur das der ein oder andere am Samstag in der Fabrik fehlen wird… Egal, mehr Bier für mich 😉

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

  3. avatar money rules the world sagt:

    das macht mir den Rennsport immer etwas madig, dass vorrangig die Öko-Dinosaurier unter den Sponsor-Unternehmen sind: Gazprom, BMW, Mercedes, …

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 5

  4. avatar seven sagt:

    Keine Frage ,es ist sicher eine gut durchplante ,anspruchsvolle Regatta auf hohem Niveau ! Und schön das es hier bei uns statt findet und nicht wie sonst im Mittelmeer! Aber : Was reizt die “Segel Promis” dazu sich für so eine aufgeblasene Image Kampagne herzugeben ? Ist es die Seglerische Herausforderung?….der Reiz des Ostens , oder ist es die Farbe des Geldes ?…und wer kann dem schon widerstehen…….ganz ehrlich? …wenn man Dich gefragt hätte?wie hättest Du entschieden?……ich hätte auch zugesagt! Russische Nutten , Kaviar , Vodka und Campus …….Nastrovje!!!

    Wer für die nächste Saison noch ein Sponsor sucht für sein Schiff oder eine Seglerische Veranstaltung ,hier ein paar Tipps : Monsanto , Avensis , Foxconn , Lockheed Martin , Shell , Bayer , Unilever , EADS , Exon , De Beers , …..

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  5. avatar money rules the world sagt:

    ganz klar, wer kann da schon widerstehen, wenn

    “Russische Nutten , Kaviar , Vodka und sCampus …….Nastrovje” von

    Monsanto , Avensis , Foxconn , Lockheed Martin , Shell , Bayer , Unilever , EADS , Exon ,

    gezahlt werden?

    gibt es Zusammenhänge zwischen Sport, sauberen Geschäften und Gewissen?

    mich gruselts immer, wenn solche Fragen eindeutig beantwortet werden!
    ich denke solche Fragen sollten auch außerhalb von Philosophie- und Politikseminaren an der Uni diskutiert werden

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