Ocean Globe Race Skandal: Führende Crew bestraft – Rücktritt italienischer Offshore-Legende

"Wir glauben an den Menschen"

Kurz vor dem Start der dritten Ocean-Globe-Race-Etappe in Auckland wird das Rennen, an dem auch Jörg Riechers erfolgreich teilnimmt, von einem Skandal erschüttert. Ein 172-Stunden-Penalty für die zweimaligen Etappensieger aus Italien steht im Raum.

Vittorio Malingri (62) nimmt die Schuld für eine Regelverletzung als Skipper auf sich. © Translated 9

Wenige Tage vor dem Start der dritten Etappe des Ocean Globe Race am 14. Januar von Auckland nach Punta del Este in Uruguay hat die Jury des Rennens eine heftige Strafe gegenüber der bisher überlegen segelnden Swan 65 “Translated 9” aus Italien verhängt. Es wurde ein Betrugsversuch festgestellt. Dem Skipper Vittorio Malingri wurde nachgewiesen, dass er in einem Dokument falsche Angaben gemacht hat. Daraus folgt ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten.

Der 62-Jährige hatte in Auckland ohne Ankündigung gegenüber der Wettfahrtleitung und ohne ihre Genehmigung drei Segel zu einem lokalen Segelmacher gebracht, um sie reparieren zu lassen. Was ein normaler Vorgang bei anderen Regatten wäre, ist für das Ocean Globe Race strengstens verboten.

Organisator Don McIntyre, der auch das zuletzt von Kirsten Neuschäfer gewonnene Golden Globe Race ins Leben gerufen hat, erklärt: “Bei dem OGR geht es um eine einfache Abenteuerregatta, bei der Geld eine untergeordnete Rolle spielen soll.” Deshalb seien entsprechende Regeln erarbeitet worden, um Chancengleichheit im Rahmen eines schmalen Budgets zu wahren. Das beziehe sich insbesondere den erlaubten Einsatz der Segel.

Translated 9 (ex Whitbread-Yacht ADC Accutrac) segelte als führende Yacht nach Auckland. © Aida Valceanue / OGR2023

So darf ein OGR-Teilnehmer mit nur einem Mast während der gesamten Weltumsegelung nur 11 Segel benutzen. Bei einem Zweimaster sind 13 Segel erlaubt. Dabei gibt es für Segel, die älter als 8 Jahre sind, einen 50-Prozent-Bonus. Zwei alte Segel werden als ein neues Segel gezählt. Es ist nur Dacron- oder Nylonmaterial erlaubt.

Ganz wichtig: “Es dürfen keine Segel für Reparaturen vom Boot entfernt werden.” So ist es klar in der Notice auf Race formuliert. Wenn Reparaturen anfallen, dürfe allerdings ein Segelmacher kann im Hafen an Bord kommen, um die Arbeiten vorzunehmen, ohne dass eine Strafe fällig wird. Wenn allerdings ein neues Segel nach dem Start an Bord gebracht wird, wird eine 24-Stunden-Strafe verhängt.

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Carsten Kemmling

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