Ocean Race Europe: Unglaubliche Szenen vor dem Ziel – Österreich siegt, “Einstein” IMOCA 4.

Irres Finale

Die erste Etappe des Ocean Race Europe ist mit einem irren Finish zuende gegangen. Robert Stanjek lag 25 Meilen vor dem Ziel noch vorne, hatte aber Pech beim Flauten-Poker. Bei den VO65 segelt Österreich vom letzten Platz an die Spitze.

11th Hour gerät mit den VO65 aneinander:

Die Ergebnisse:

IMOCA

1st: CORUM L’Épargne
2nd: : 11th Hour Racing Team
3rd: LinkedOut
4th: Offshore Team Germany
5th: Bureau Vallée

VO65

1st: The Austrian Ocean Race Project
2nd: AMBERSAIL-2
3rd: Team Childhood I
4th: Sailing Poland
5th: AkzoNobel Ocean Racing
6th: Viva México
7th: Mirpuri Foundation Racing Team

Die Flotten der sieben VO65 Racer und fünf IMOCAs sind sechs Meilen vor der Zielinie noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt worden. Leichter Wind und starke Strömung sorgte für große Verschiebungen. Eigentlich beste Chancen für einen Nicht-Foiler wie “Einstein”, aber bei solchen Bedingungen zählt der reine Speed nicht mehr allzu viel. Es geht viel um Glück und Pech. Wo setzt der Wind ein, wie kann man reagieren?

Viel Spielraum bleibt bei einem solchen Flauten-Poker nicht, da die geringen Geschwindigkeiten auch wenige Chancen bieten, die eigene Position zu verändern. So konnte das Team von Robert Stanjek nicht mehr auf die von hinten heranstürmenden IMOCAs 11th Hour und Corum reagieren.

Kurz vor dem Ziel zieht Corum an allen vorbei:

Beide Boote rasten 30 Meilen vor dem Ziel südlich des Sperrgebietes vor Cascais aus scheinbar aussichtsloser Position noch einmal an “Einstein” heran und machten in nur einer Stunde einen Rückstand von 12 (11th Hour) und 18 Meilen (Corum) wett. Schließlich verlor OTG auch noch ganz knapp den Zweikampf mit LinkedOut und landete auf Platz vier. Immerhin konnte das deutsche Boot noch den Angriff von Bureau Vallée abwehren. Mehr konnte das Team um Stanjek vorher nicht erwarten. Aber wer hätte gedacht, dass schließlich sogar die Sensation möglich war.

Noch dramatischer verlief das Finale bei den VO65. In der Onedesign-Klasse, die das vergangene Volvo Ocean Race bestritt, gelang den Underdogs vom jungen Austrian Ocean Race Project tatsächlich der komplette Durchmarsch. Sie segelten von ganz hinten, ganz nach vorne und behielten auch bei den finalen Zweikämpfen die Nerven, um mit einem grandiosen Sieg abzuschließen.

Großer Verlierer ist das Mirpuri Team, das fast schon arrogant die Konkurrenz aus den Augen ließ und die alleinige, risikoreiche Nordroute um das Sperrgebiet wählte. Die Favoriten segelten schließlich auf den letzten Platz.

Die VO65 Spitze wenige Meilen vor dem Ziel. Österreich übernimmt die Spitze. © TOR

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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