Offshore-Foiler: Maserati fliegt mit einer Innovation – Die Lösung für Treibgut-Kollisionen?

Vielleicht klappt's

Die Entwicklung der Offshore-Foiler schreitet weiter voran. Zu den Pionieren gehörte das Gitana-Team, dessen MOD70 schließlich von Maserati übernommen wurde. Es folgte eine Pannenserie. Aber nun greift Soldini wieder an: mit einer Innovation.

Die italienische Segellegende Giovanni Soldini hat mit Maserati bestimmt einen potenten aber zumindest namhaften Sponsor, für den er über die Weltmeere rast. Allerdings war er nicht besonders erfolgreich in seinem Bemühen, interessante Rekorde zu brechen oder wichtige Regatten zu gewinnen.

Meist wurde der vom Gitana-Team übernommene MOD70 Foiler von Bruch daran gehindert, das Potenzial einmal auszureizen. Erst brach ein Foil, und das offenbar klamme Budget erlaubte es nicht, Ersatz zu beschaffen. Beim Transpac-Race ist dann auch noch eines der Ruder abgerissen.

Maserati, MOD 70

Das abgerissene Ruder vom Maserati-Tri. Auftrieb am Heck mithilfe von Schwimmwesten.© Maserati

Diesen Unfall hat das Maserati-Team zum Anlass genommen, die Sicherheit für zukünftige Foiler-Fahrten im Müll-verseuchten Wasser zu verbessern. Das Schiff wurde drei Monate lang bei der Werft in La Trinité-sur-Mer überholt und wird nun weiteren Foiler-Tests unterzogen.

Dabei geht es insbesondere um eine Neuerung beim Ruder-System. Der führende Designer Guillaume Verdier konnte gewonnen und bezahlt werden, um den Problemen zu begegnen, die beim Foilen durch Kollisionen mit Treibgut.

Maserati

Das neue Anti-Kollisions-Klapp-System des Ruders wird getestet. © Maserati

Dabei entwickelte er eine Konstruktion, die auf Strandkatamaranen schon länger im Einsatz ist: Das Ruder klappt hoch, wenn es auf einen starken Widerstand trifft. Das Maserati-Team testet ein System, das bei einer Schockbelastung von 1200 Kilo auslöst. Das Ruderblatt schwingt nach hinten in eine horizontale Stellung über dem Wasser.

Bei einer Kollision mit einem Speed von 35 Knoten soll der Mechanismus schon gut funktioniert haben. Er dürfte der Crew einen etwas ruhigeren Schlaf bescheren auch wenn der Spitzenwert schon gut 45 Knoten erreicht hat.

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Carsten Kemmling

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