Anna-Maria Renken und Hanna Jenner erleben die erste Squall auf dem Atlantik

"Abgebrochene Fingernägel, strenges Aroma..."

Hannah Jenner arbeitet auf dem Vorschiff ihrer Class 40 in Vorbereitung auf die Atlantik-Quali. © HannahAnna

Anna-Maria Renken und Hannah Jenner sind seit drei Tagen mit ihrer Class 40 Yacht „40 Degrees“ auf dem Weg, die nötigen Qualifikationsmeilen für das Global Ocean Race zu sammeln. Sie segeln 2300 Meilen über den Atlantik von Guadeloupe nach Horta auf den Azoren.

Hannah berichtet von Bord: „Leider sehen wir nicht mehr wie Ladies aus mit abgebrochenen Fingernägeln, dem strengen Aroma unserer feuchten Bootsschuhe und dem verknoteten Haar. Aber nichts davon ändert etwas an unserem Lächeln. Ehrlich!“

Die Frauen packen an. 2300 Meilen liegen vor ihnen. © HannahAnna

Dabei hat auch alte Sonnencreme schon den perfekten Teint versaut. „Annas Rücken und die Oberschenkel haben die Farbe frisch gekochter Hummer und meine Knie leuchten wie rote Blink-Baken.“

Die ersten 24 Stunden seien noch etwas langsam gelaufen, „aber dann haben wir einen guten Rhythmus als Team gefunden.“ 30minütige Kurz-Schlafpausen hätten für die Eingewöhnung gut funktioniert. „In der Nacht haben wir dann auch die Werte des Polar-Diagramms erreicht.“

Entspannung vor dem großen Abenteuer auf dem Steg in der Guadeloupe-Marina. © HannahAnna

Dann kam die erste Squall, eine dieser gefürchteten Sturmböen. Kurz vor der eintretenden Dunkelheit tauchte eine große Cumulus-Wolke in Luv auf. Der Radar meldete sie zwölf Meilen entfernt. Sie kam langsam näher. Backbord ein wunderschöner Sonnenuntergang in rosa orange, an Steuerbord dieses graugrünbraune Biest.

Der Wind nahm erst nur leicht zu als sich der Rand der Wolke über uns schob. Wir füllten dennoch unsere Ballasttanks in Erwartung des Windes. Nach einem 40 Grad Winddreher machten wir uns für das erste Reff bereit. Immer noch passierte nichts, keine Schaumkronen. Dafür eine unheimliche Stille und leichter Regen

Teamarbeit am Fall. Auf See muss das neue Team noch zueinander finden. © HannahAnna

Plötzlich mit einem Bang wurden 10 Knoten zu 26 und sturzflutartiger Regen ergoss sich über uns. Mit blitzartiger Geschwindigkeit drehte Anna das Reff eins ein, und ich übernahm die Steuerung vom Autopiloten. Es war nicht nur eine Squall sondern gut fünf davon. Über fünf Stunden fieser Wellengang, heftiger Regen und extrem drehender Starkwind. Aber dann waren wir durch. Der erste Test bestanden

Zum Thema:
Interview mit Anna-Maria Renken

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Anna-Maria Renken und Hanna Jenner erleben die erste Squall auf dem Atlantik“

  1. avatar Frank sagt:

    Oh nein! Bekommen die beiden auf den Azoren denn wenigstens eine Maniküre? Kann SR das nicht wenigestens organisieren?

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    • avatar Dr. Guttenberg sagt:

      Viel wichtiger ist doch die Frage, wer von den beiden jetzt der Skiper ist!?

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      • avatar Christian sagt:

        Anhand deines Komenatares ist klar zu erkennen, dass du dich mit dem Projekt nicht mal ein wenig beschäftigt hast: “Finally the Global Ocean Race 2011-12 has it first ever all girl team. Hannah (30) and co skipper Anna (29)”

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 5

        • avatar Dr. Guttenberg sagt:

          Wer bei der Vermarktung die Frauenkarte spielt, sollte sich über ein paar nett gemeinte Kommentare diesbeüglich nicht beschweren.

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    • avatar Christian sagt:

      was für ein blöder Macho-Spruch

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  2. avatar Christian sagt:

    Hier diskutierrn übrigens zwei Christians. Ich bin der eine. Und der ältere.

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  3. avatar Astronomy sagt:

    Am Rande dieser überaus konstruktiven Diskussion würde ich gern meinen Respekt für die beiden Mädels ausdrücken. Ich weiß nicht genau wie viel Erfahrung die beiden haben aber zu Zweit auf einem, für sie, neuem Schiff, Nachts so etwas durch zu machen ist echt Beeindruckend und verdient Anerkennung. Super Leistung ihr Zwei. Weiter so!

    So von mir aus kann es jetzt wieder darum gehen wer dem das Förmchen weg genommen hat und wer wem dafür die Sandburg kaputt gemacht hat.

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  4. avatar Chillt ma sagt:

    solange sie kein Pippi in den Augen haben ist doch alles gut!

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    • avatar Chillt ma sagt:

      Ach, jetzt werden hier schon Nicks geklaut und nicht nur Skippertitel? Armer Haufen, wirklich. Wird Zeit dass man mal wieder aufs Wasser kommt…

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  5. avatar Andreas Ju sagt:

    So, ihr lieben Hafensänger. Nu s auch mal gut, finde ich. Lasst die Mädels doch einfach segeln. Wartet erstmal ab, wie sie die Karre über den Parcours kommen. Das allein ist schon eine reife & respektable Leistung – unabhängig von allem, was davor passiert ist.

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