Bergung: Bernhard Stamms Wrack per Schiff nach Brest

„Das geht an die Nerven!“

Bergung, Wrack

Die traurigen Reste von Stamms IMOCA 60 schwimmen jetzt wenigstens wieder horizontal © Leon/Stamm

Die Reste der „Cheminée Poujoulat“ wurden im Wasser „aufgerichtet“ und sollen auf ein Versorgungsschiff gehievt werden, um das Wrack für weitere Untersuchungen nach Brest zu bringen.

„Obwohl das Schiff auseinandergebrochen ist, bleibt es ein schweres Monstrum, das nicht einfach zu transportieren ist!“ stellte Bernhard Stamm gestern auf seiner Website klar. „Also haben wir die „Cheminée Poujoulat“ mit Hilfe von drei Tauchern hier im Hafen von „Aber Wrac’h“ in eine horizontale Lage gebracht.

Das Boot hing zuvor in einem 45-Grad-Winkel halb unter der Wasseroberfläche. Danach haben wir den Rumpf mit Hilfe von Metallsägen von den Resten des Riggs und von den immer noch angeschlagenen Vorsegeln befreit – kein schönes Gefühl, die Stage abzusägen!“

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Die “Cheminée Poujoulat” in besseren Tagen © martinez

Gestern sollte das Wrack der „Cheminée Poujoulat“ auf ein Cargo-Schiff geladen werden, das normalerweise für die Versorgung der „Iroise“-Inseln zuständig ist. Wegen schlechten Wetters wurde das Kranen allerdings verschoben

Die letzte Reise  der “Cheminée Poujoulat” wird dann weiter nach Brest gehen, wo der auseinander gebrochene Rumpf eingehend untersucht werden soll.

Die IMOCA 60 „Cheminée Poujoulat“ war mit Skipper Bernhard Stamm und Mitsegler Damien Guillou einen Tag vor Weihnachten bei der Überführung von Brasilien nach Europa im Orkan „Dirk“ auseinander gebrochen. Die beiden Segler konnten knapp gerettet werden, das Wrack wurde Anfang Januar gefunden und gesichert.

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Derzeit gibt es für Pechvogel Bernhard Stamm eher wenig zu feiern © favreau

Bernhard Stamm, der in den letzten Jahren mehr durch Pech und Pannen als mit Regattaerfolgen in den Schlagzeilen war, muss (mal wieder) bei „Null“ anfangen. Derzeit ist völlig unklar, ob er genügend Geld für einen IMOCA 60-Neubau aufbringen wird – ob und wieviel die Versicherung bezahlen wird, steht in den Sternen.

„Das, was wir hier gerade machen, zählt zu meinen härtesten Jobs, die ich jemals im Segeln erledigt habe!“ sagte Stamm in einem Interview mit dem französischen TV. „Ein Schiff, mit dem man alle Weltmeeere besegelte, wird irgendwann Teil von dir. Es so auseinander nehmen zu müssen, geht an die Nerven!“

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Michael Kunst

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