Einhand-Nonstop-Weltumseglung: Chinese Guo Chuan auf Class 40 gestartet

Friedliche Globalisierung

Guo Chuang beim ersten Dichtholen während seiner weltumseglung © chuang

Guo Chuan beim ersten Dichtholen während seiner Weltumseglung © chuang

Warum sollten die Chinesen anders sein als die (meisten) anderen Nationen dieser Welt? Natürlich reicht es ihnen nicht, dass sie im Sommer die olympische Goldmedaille bei den Frauen im Laser Radial gewonnen haben. Und dass Lijia Xu, eben jene Goldmedaillengewinnerin, kürzlich auch noch Weltseglerin des Jahres wurde  – suuuper, aber noch lange nicht genug.

Nun müssen eben auch andere Bastionen fallen, hinter denen sich hauptsächlich westliche Nationen verschanzten. Wie etwa die Einhand-Weltumseglung nonstop: Der „andere“ Vorzeigesegler Guo Chuan (48) ist vor 5 Tagen auf seiner Class 40 „Qingdao“ von eben dort zu einer Art Friedensmission auf den Meeren dieser Welt losgesegelt. Chuan segelte beim Volvo Ocean Race 2008 als Medienmann auf der “Green Dragon” von Ian Walker mit und absolvierte 2011 das Mini Transat Rennen.

Guo Superstar

Wo er auftaucht, werden Flaggen gehisst und Handys gezückt © chuang

Wo er auftaucht, werden Flaggen gehisst und Handys gezückt © chuan

Guo Chuan ist in China schon seit Jahren Publikumsliebling, weil er sich in Talkshows und Interviews erstaunlich lässig gibt und offenbar die Gabe hat, den Millionen (eigentlich Segel-ignoranten) Fernsehzuschauern anschaulich zu erklären, was Offshore-Segeln bedeutet. Oder bedeuten kann.

Was wiederum mit seinem technischen Background zu tun haben muss, denn Guo Chuan zeichnet sich bei seinen Landsleuten vor allem durch den Mix zweier essentieller Merkmale aus: Als studierter Flugzeug- und Satelliten-Techniker steht er für zukunftsweisende Technologie (in China der Inbegriff für Erfolg) – als Offshore-Segler verkörpert er gleichzeitig den Abenteurer auf dem Weg ins Unbekannte.

Seitdem er kürzlich in den illustren „Club“ der Friedens-Champions in der monegassischen „Organisation pour la Paix par le Sport“ (Frieden durch Sport) aufgenommen wurde, wird Guo in seiner Heimat nahezu wie ein Volksheld gefeiert.

Potenter Sponsor: Red Bull © chuang

Potenter Sponsor: Red Bull © chuan

Geschickte Inszenierung, könnte man sagen – mit Wirkung: Als Titelsponsor für seine „Weltumseglung mit friedlichem Anstrich“ gewann er keinen geringeren als Red Bull China, als Partner zeichnen chinesische Konstruktionsfirmen und ein Aktienfond, als Ausrüster werden Marinepool, Immarsat und adidas genannt.

Jetzt muss nur noch gesegelt werden

Es ist also offensichtlich, dass der Chinese seine marketing-relevanten Hausaufgaben tadellos erledigte, bevor er vor 5 Tagen in Qingdao startete. Aber auch seglerisch macht er einen relativ gut vorbereiteten Eindruck.

Der erste chinesische Teilnehmer bei einem Volvo Ocean Race (2008/09), der erste chinesische Finisher in einem Mini-Transat (2011) weiß mittlerweile genau, wo die Offshore-Elite sitzt und trainierte während der letzten 8 Monate auf seiner Class 40 vor allem vor Frankreich und Großbritannien, holte sich Rat von befreundeten Offshore-Seglern ein und lernte vor allem seine Akilaria Class 40 (Mark Lombard-Riss) aus dem Effeff kennen.

Obwohl noch vor wenigen Monaten von einer Rekordzeit (125 Tage) gesprochen wurde, mit der Guo Chuan auf seiner Route um den Globus auftrumpfen wolle, scheint nun „als erster Chinese ankommen“ oberste Zielsetzung zu sein.

Ob und wie ihm dies gelingt, kann auf Website via Tracking verfolgt werden.

Von China nach China, ohne Cap Leuwin © chuang

Von China nach China, ohne Cap Leuwin © chuan

Nach 5 Reisetagen hat er gesamt 875 sm hinter sich gebracht, 20.750 sm wollen noch bewältigt werden…

 

 

 

 

 

 

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Michael Kunst

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