Jules Verne Trophy

„Groupama 3“ erreicht den Indischen Ozean

Franck Cammas versteckt sich bei über 30 Knoten Speed hinter dem Steuerschutz der "Groupama 3" © www.cammas-groupama.com

Um 5:43 Uhr am Montag Morgen hat Skipper Franck Cammas seinen Trimaran „Groupama 3“ das Kap Agulhas an der Südspitze Afrikas passiert und somit den Indischen Ozean erreicht. Im Vergleich zu seinem virtuellen Gegner, dem Jules-Verne-Rekordhalter Bruno Peyron, benötigte Cammas gerade einmal 7,5 Stunden länger für die Passage. Es bleibt weiterhin spannend.

14 Tage und 8 Stunden hatte im Jahr 2005 Bruno Peyron samt Crew mit dem 36,80 Meter langen Katarmaran „Orange II“ von der Jules-Verne-Startlinie bei der Ile de Ouessant bis zum Kap Agulhas benötigt. Die zehn Mann auf dem 31,50 Meter langen Tri „Groupama 3“ kostete diese Wegstrecke nun 14 Tage und 15 Stunden. Das entspricht einem virtuellen Rückstand von 222 Seemeilen.

Thomas Coville (re.) zusammen mit Bruno Jeanjean am Grinder © www.cammas-groupama.com

Damit kann die Cammas-Crew allemale leben, hatten sie doch im Süd-Atlantik zwar zuerst mit bis zu 600 Meilen geführt, waren dann jedoch durch das St. Helena Hoch derart stark eingebremst worden, dass sie vor zwei Tagen plötzlich mit 400 Seemeilen ins Hintertreffen geraten waren.

Seit zwei Tagen jedoch rast der Trimaran wieder mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten durch die südlichen Gewässer. Dabei schaffte er am Freitag Abend gar 797 Seemeilen in 24 Stunden!! So berichtet Steuermann Thomas Coville von Bord:
„Seit einigen Tagen hämmern wir durch den Süd-Atlantik! Bei den ganzen ruckartigen Bewegungen ist das Leben an Bord nicht einfach. Das Boot ist in perfekter Form – wie wir auch. Es ist sehr grau hier unten, und ohne den Mond kann man nachts fast nichts erkennen. Bei null Sicht ist es wiederum sehr schwer, den Tri zu steuern. Man muss ständig auf der Hut sein und ein sehr gutes Gefühl für das Schiff haben, damit man nicht bei 35 oder sogar 40 Knoten Fahrt in ein Wellental stürzt. Unterm Strich jedoch ist es ein großes Glück, auf einem Schiff segeln zu können, welches für derartigen Nervenkitzel und auch Glück sorgt.“

Derzeit (Stand 8 Uhr) jagt „Groupama 3“ auf Position 43° 25.20 Süd/20°51.72 Ost mit 30,9 Knoten Bootsgeschwindigkeit dahin. Nachdem die Winde heute Mittag kurzfristig etwas ruhiger wehen werden, muss sich das Team am Nachmittag auf starke Düse aus nördlicher Richtung gefasst machen. Mit dem südlichen Indischen Ozean wartet nun eine der kniffeligsten Passagen auf die Crew, gilt dieser Ozean doch als der chaotischste.

Mehr Infos zum Rennen: www.cammas-groupama.com

Positionsmeldung von 7 Uhr in der Früh. Gut zu erkennen, die nördlichen Winde, die am Nachmittag auf "Groupama 3" treffen. (grünes Schiff: "Groupama 3"; oranges Schiff: "Orange II" im Jahr 2005) © Groupama; www.cammas-groupama.com

Mathias Müller
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