Kieler Woche: Nachwuchs-Crew „RubiX“ holt zweiten IDM-Titel, Schümann den Kaiser-Pokal

Nachwuchs von höchster Güte

Die X-332 "RubiX" mit Skipper Max Gurgel holt den Inshore-DM-Titel. © www.segel-bilder.de

Bereits vor Helgoland war die Hamburger Nachwuchscrew mit ihrer „RubiX“ (X 332) erfolgreich und gewann die Internationale Deutsche Meisterschaft der Seesegler/Offshore. Nun legte das Team um Skipper Max Gurgel (HSC) noch eins drauf und löste die „Patent3“ mit Jürgen Klinghardt/Jens Tschentscher im Rahmen der Kieler Woche als Deutscher Meister/Inshore ab. 

„Ich hoffe geradezu, dass dies der Generationenumbruch ist“, zeigte sich Jürgen Klinghardt als guter und fairer Verlierer, „wir brauchen dringend Nachwuchs in der Klasse am besten mehr von dieser Güte.“ Mit seiner „Patent3“ belegte der Lübecker wie schon im Offshore-Teil der Deutschen auf der Nordseewoche „nur“ Rang zwei.

Gurgel, der lange Zeit einer der besten Match Racer in Deutschland war, freute sich über den zweiten großen Erfolg und wollte mit dem ganzen Crewstamm in Schilksee den Erfolg feiern.

Jochen Schümmann überholt alle Kaiser-Pokal, dem Rennen der besten Seebahn-Segler, ausgetragen per Känguru-Start. © OK press

„Wir haben 20 Mann im HSC-Team“, so Gurgel, „wir brauchen nur mehr Boote.“ Der Erfolg sei trotz einer Low-Budget-Kampagne gelungen, „wir schlafen an Bord und im Bus.“ Logistisch sei die WM im Hochsommer in Helsinki deshalb auch nicht zu leisten.

Für Klinghardt soll es der Saisonhöhepunkt werden, wenn auch das zweite WM-Gold nach 2010 gegen 80 gemeldete Gegner ein hartes Brot werden dürfte. Freiwillig hat der Patentanwalt auch den nationalen Titel nicht hergegeben.

„Im letzten Rennen sind wir nach dem Start bei Einzelrückruf sicherheitshalber umgedreht, obwohl wahrscheinlich gar nicht zu früh über der Linie“, berichtete Max Gurgel, „da lagen wir gleich hinten.“ Über die rechte Kursseite ging es jedoch wieder nach vorn. Und berechnet war im Ziel nur die „Patent3“ besser, was ihr „Silber“ vor der „Sportsfreund“ (Axel Seehafer/Lemkenhafen) und der „Blond“ von Oliver Leu rettete.

Der Heiligenhafener Leu wollte „nicht ewig Zweiter“ werden, musste aber am Ende zusehen, wie die „RubiX“ ohne einen Tagessieg mit vier zweiten Plätzen die Meisterschale abräumte. Bei der deutschen Bestenermittlung in der ORC II war der Schwede Patrik Forsgren mit seiner First 36.7 „Team Arken Zoo“ gestern nicht zu schlagen. Zwei Tagessiege bedeuteten im Gesamtklassement einer mehr als bei der punktgleichen Vorjahressiegerin „BM-Yachting“ (First 35) von Peter Beck Mikkelsen.

Ungeschlagen ging das Audi Sailing Team mit Segelikone Jochen Schümann aus dem Kiel Cup der ORC I hervor. Entsprechend ihrem hohen Rennwert musste die knapp 16 Meter lange TP52 im Känguru-Start um den Kaiserpokal für die Besten der besten Seesegler als Letzte starten. Gut viereinhalb Minuten nach dem kleinsten Schiff war das – in einem 17-Minuten-Rennen. „Wir dachten, das schaffen wir nie“, meinte Syndikatsboss Stephane Kandler, der als Springer an Bord agiert.

Doch sein Skipper wäre nicht der „Gold-Jochen“, fiele dem nicht auch in scheinbar aussichtsloser Situation noch ein genialer Schachzug ein. Als sich die vor ihm liegenden Gegner an der letzten Wendemarke der kurzen Bahn drängelten, steuerte er im großen Bogen außen herum. Mit einer Wende samt Privatbö war die rote Rennziege rund 40 Meter vor der kleinen X-99 im Ziel. Und Schümann ist nun auch Kaiser mit Pokal.

Seebahn:

IDM ORC III/IV (5):

1. „RubiX“ Max Gurgel (Kiel,[6]2/2/2/2)8 Punkte; 2. „patent3“ Jens Tschentscher (Kiel,2[4]4/3/1)10; 3. „Sportsfreund“ Axel Seehafer (Lemkenhafen,5[8]1/4/3)13; 4. „Blond“ Oliver Leu (Heiligenhafen,1/1/6[7]4)12; 5. „Ratzfatz“ Andreas Rohde (Rotenburg,7/5/3/1[9])16; 6. „Cala….Ventinova“ Uwe Wenzel (Bremen,3/6[8]5/6)20;

Kiel Cup:

ORC I (5):

1. „ALL4ONE“ Jochen Schümann (Kiel,[1]1/1/1/1)4 Punkte; 2. „Silva Hispaniola“ Dennis Gehrlein (Rheinhausen,2/2/2[4]2)8; 3. „ONE4ALL“ Thomas Ross (Kiel,5/3[DNF]2/4)14; 4. „Xenia“ Ralf Lässig (Bremerhaven,4[6]4/3/6)17; 5. „Audacious“ Robert Jacobsen (Gelting,[10]5/5/8/3)21; 6. „INFO AG – INFO“ Tim Kröger (Hamburg,3[11]7/6/5)21;

ORC II (5):

1. „Team Arken Zoo“ Patrik Forsgren (SWE,[3]3/2/1/1)7 Punkte; 2. „BM-Yachting“ Peter Beck Mikkelsen (Flensburg,[2]2/1/2/2)7; 3. „Veolia“ Torsten Bastiansen (Flensburg,1/1[4]3/3)8; 4. „Mrs Freckless“ Lena Boymo-Having (SWE,5/4/3/4[7])16; 5. „PIAZZA“ Eckhard Meyer-Haake (Hamburg,4/5[DNF]6/4)19; 6. „Aloha Mare“ Klaus Meier (Kronshagen,6/6/6[9]6)24;

Swan 45 (5): 1. „VanUden“ Harm Tiddens (ITA,1[3]1/1/2)5 Punkte; 2. „Checkmate“ Peter De Ridder (NED,2/2/2/2[3])8; 3. „Motions“ Lennard van Oeveren (ITA,3/1/3/3[4])10; 4. „Tarok 7“ Erik Berth (DEN,4/4[DNS]4/1)13; 5. „Katima“ Jan Oplaender (Dortmund,[DNC]DNC/DNF/5/5)24; 6. „BLUE LABEL“ Bert Wohrmann (USA,[DNC]DNC/DNC/DNC/DNC)28;

avatar

Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/byt-til-nyt-dag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *