Lehren aus der “Rambler” Kenterung: Panne bei Signalübermittlung, Rettungsweste versagte

„Wir dachten, nun ist es aus“

Die gekenterte "Rambler" in Sichtweite des Fastnet Rocks. © Richard Langdon

Während die “Rambler” wieder aufgerichtet im irischen Hafen von Balrimore schwimmt werden weitere neue Einzelheiten vom „Rambler“ Unglück bekannt. Offenbar gab es eine Panne bei der Signalübermittlung.

In einem Interview mit dem Providence Journal in Rhode Island haben weitere Mitgliedern der “Rambler”-Crew über ihre Erlebnisse gesprochen. Dabei wird klar, wie knapp es war, dass niemand sein Leben verloren hat.

Skipper Erle Williams, der es wie zwei seiner Kameraden trocken auf den umgedrehten Rumpf geschafft hatte, gelang es nur im letzten Moment, der einzigen Frau an Bord Wendy Touton dabei zu helfen, sich aus Leinen unter Wasser zu befreien. Danach verlor er den Kontakt. Sie trieb sie mit vier Crewmitgliedern ab.

Sie banden sich zusammen, um und wärmten sich gegenseitig im 14 Grad kalten Wasser. So hatten sie es in einem Sicherheitsseminar vor der Atlantik-Überquerung gelernt. Touton war sogar im Einzelunterricht unterwiesen worden, weil sie nicht so viel Erfahrung wie die Profis hatte. Drei Stunden trieben die fünf im Wasser. Lange hätten sie nicht mehr ausgehalten.

„Unter Deck fielen die Leute aus den Betten“, erninnert sich der Sturm erprobte Vorschiffsmann Jerry Kirby an den Moment der Kenterung. Der Veteran zahlreicher Volvo Ocean und America´s Cup Races war gerade dabei, heiße Drinks zuzubereiten.

Tim Dawson (39) aus Newport erzählt, dass ihm keine Zeit blieb, Ölzeug und Rettungsweste zu greifen. Er konzentrierte sich darauf, aus dem Boot zu tauchen ohne von dem umherschwimmenden Tauwerk gefesselt zu werden. Als er auftauchte, sah er Crewmitglieder abtreiben. Aber ohne Rettungsweste konnte er nicht helfen.

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Lehren aus der “Rambler” Kenterung: Panne bei Signalübermittlung, Rettungsweste versagte“

  1. avatar Ketzer sagt:

    “„Unter Deck fielen die Leute aus den Betten“, erninnert sich der Sturm erprobte Vorschiffsmann Jerry Kirby an den Moment der Kenterung.”

    Erstaunlich erstaunlich… 😀

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 10

  2. avatar Peter sagt:

    Ich hoffe dass die genauen Umstände dieser “Rettungs”-Aktion noch aufgedeckt werden. Ein Glück, dass alle Crew-Mitglieder überlebt haben und dass der genaue Ablauf des Auslösens der verschiedenen Notsignale nachvollziebar ist.
    Gerade unter dem Aspekt der eigenen Sicherheit stellen sich einige Fragen: hätte nicht das Boot, das die PLB Signale empfangen hat, mindestens ein Mayday Relay senden müssen? Und hätten dann nicht sämtliche Yachten (und das waren ja offenbar einige) in der Gegend mit der sofortigen Suche beauftragt werden müssen? Desweiteren: welchen Zusammenhang hat die Information, dass die PLBs auf den Assistenten des Eigners registriert waren, mit der verspäteten Rettung? Wird da vorher nachgefragt, ob Gigi Banard tatsächlich grad auf dem Wasser ist, bevor gerettet wird?
    Dass das Mayday vom UKW Funkgerät nicht mehr angekommen ist macht total Sinn. Aber ist so ein Boot nicht mit einer EPIRB ausgestattet?
    Und: hätte nicht mindestens der Regattaleitung auffallen müssen, dass die Rambler vom Tracker verschwunden ist? Ich dachte die Sicherheitsvorkehrungen sind beim Fastnet so unglaublich groß.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 18 Daumen runter 0

  3. avatar NK sagt:

    Mich würde interessieren, wie man mit einer funtionierenden Rettungsweste eigentlich aus einem Boot raustauchen kann? Presst einen das Ding nicht gegen das Boot? Müsste man die nicht eigentlich abstreifen um rauszukommen?

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