Mini Fastnet 6.50: Plattbug mit Wassertank-Leck geschlagen, Riechers 5.

13 strichen die Segel

Kollision in der Startphase, Wassereinbruch bei beiden Beteiligten; Mastbruch nach Kollision kurz nach dem Startschuss; Elektrik-Totalausfall nach 30 sm; Risse im Kohlefasermast; Ruderblatt gebrochen, Großsegel gerissen, Salinge geknickt, unbekanntes schwimmende Objekt gerammt… dreizehn Minis mussten im buchstäblichen Sinne die Segel streichen, bevor sie an der ersten Wendemarke des diesjährigen Mini-Fastnet ankamen.

Etienne Bertrand und Julien Pulvé rasen mit ihrem "Kopfgeldjäger" zum Mini-Fastnet-Sieg. © Gildas Hémon Kerys

Dabei hatten die Organisatoren den Kurs deutlich entschärft. Denn eigentlich sollten die Minis nachts vom französischen Douarnenez über den Kanal nach Lands End heizen, von dort Kurs NW durch die Irische See zum berühmten Fastnet-Rock-Leuchtturm reachen, denselben an Backbord liegen lassen, um dann möglichst straight wieder zurück gen Frankreich zu schippern.

Doch bereits zum zweiten Mal in Folge waren die Wettervorhersagen für den Zeitraum des Mini-Fastnets dermaßen  bescheiden, dass sich die Regattaleitung für Plan respektive Kurs B entschied. Und der führte in Küstennähe von Douarnenez Richtung Süden zur Ansteuerungstonne La Rochelle und von dort schlicht wieder zurück nach D.

Parcourslänge: ca. 430 sm. Zu erwartende Konditionen: eher gemäßigt im Vergleich zu dem, was sich weiter nördlich im Tiefdruckgebiet abspielen sollte…

Sportliche Bedingungen

Der Plattbug-Mini ist wieder schnell wird aber nach einem "schleichenden" Wasserballast-Schaden nur dritter. © Gildas Hémon Kerys

Bei 20-25 kn Wind und ca. 2 m Seegang starteten am Sonntag um 17 h die 62 Minis (Prototypen und Serienboote) also unter ausgesprochen sportlichen Bedingungen. Die ausnahmsweise zweihand gesegelten, 6,50 m kurzen und über 3 m breiten Rennschlitten konnten mit Höchstgeschwindigkeit in die Nacht surfen, ihre Skipper und Vorschoter mussten aber jede Minute, jede Stunde „hallo wach“ bleiben. Denn vor allem die ersten fünf Teams der beiden Felder schenkten sich nichts, segelten oft in Sichtweite und lagen etwa nach 24h „nur“ höchstens 4 sm voneinander entfernt.

Der Plattbug ist an den Italiener Giancarlo Peodate verkauft und schiebt immer noch eine komische Welle vor sich her. © Gildas Hémon Kerys

Doch ein Boot setzte von Beginn an eigene Akzente: Vom Start weg segelte an der Spitze das italienisch-französische Duo Giancarlo Peodate und Remi Aubrun auf ihrem Magnum-Prototypen mit einem Vorsprung von teilweise 10 sm auf das Feld!

Der Italiener hat den mittlerweile berühmt-berüchtigten „Plattbug-Mini“ von den Franzosen gekauft, nachdem David Raison damit im letzten Jahr die Mini-Transat souverän gewonnen hatte. Und auch hier zeigte sich die radikale Konstruktion von seiner besten Seite. Sie siegte mit neuem Groß und Vorsegeln im Prolog und zog mit bis zu 1,5 kn höherer Geschwindigkeit den anderen auf und davon.

Doch diese anderen können auch segeln. Etienne Bertrand und Julien Pulvé hetzten die Führenden auf ihrer „chasseur des primes“ (Übersetzung: Kopfgeldjäger, passt doch!) virtuell über den Parcours und wollten zumindest Zweite werden – sofern sich Poseidon erbarmte, und an Bord alles heil ließ. 

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Michael Kunst

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