Mini-Transat 6.50 die Exoten: Der Tscheche Milan Kolacek mit seinem Selbstbau

Auf gut Glück nach Neuseeland

Milan Kolacek, Tschechien, Jahrgang 1979, auf dem selbstgebauten Manuard-Prototyp Follow me, Bj. 2009

Der Tscheche Milan Kolacek gehört zu den Exoten beim Mini-Transat. © DR

Eine kleine Anekdote sagt alles aus: Milan wollte seinen Mini unbedingt selbst bauen, hatte aber keinen Schimmer, wie er das anstellen soll. Also bewarb er sich schriftlich um eine Praktikumsstelle bei Cooksen Boats/Neuseeland, die größte Erfolge mit ihren Open 60 feiern.

Als er keine Antwort bekam, flog er einfach auf die andere Seite der Weltkugel, stellte sich mit den Worten vor : „Ich hab’ Euch geschrieben, Ihr habt nicht geantwortet, also bin ich jetzt mal da!“ und erhielt für soviel Chuzpe prompt die Stelle. Ein halbes Jahr lernte er reichlich, vor allem über den Kohlefaserbootsbau.

Nach dem Motto „zieh durch, was dich anmacht“ lebt der 32jährige schon seit seiner Jugend. Milan hat auf  tschechischen Seen im 420er angefangen, kam 2000 zur Weltmeisterschaft mit seinem Bruder nach La Rochelle, um zum allerersten Mal auf dem Meer zu segeln.

Kolacek hat sich sein Manuard Design nach einem Praktikum in Neuseeland selbst gebaut. © DR

Aber erst fünf  Jahre später liest er über die Mini-Szene, und da diese ausgerechnet in La Rochelle ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat, dem einzigen Ort, wo er auf dem Meer gesegelt war, sah er das als Wink des Schicksals.

Gemeinsam mit seiner Freundin Zuska fährt er die 2.000 km mal schnell durch Europa, holt sich seine Dosis „Mini-Fieber“, macht danach den eingangs erwähnten Abstecher down under und legt schließlich seinen Mini-Proto auf Kiel – in Tschechien.

Die Manuard-Konstruktion baut er gemeinsam mit seinem Vater, Bruder und mit Zuska, nach 7 Monaten ist das Sandwich-Kevlar-Renngerät fertig. Ab auf den Hänger damit und rüber ins geliebte La Rochelle. Zuska: „Als das Ding dann wirklich schwamm, waren wir ziemlich erleichtert!“.

Milans Bootspremiere segelte also, und zudem ziemlich schnell. Erste Siege bei Einhand-Regatten folgten, starkes erstes Viertel bei Les Sables/Azoren/les Sables und beim Pornichet. Nach zwölf Tagen der zweiten Etappe der Charente/Bahia-Transat liegt er auf Rang 12. Die erste Etappe hat er als 23. abgeschlossen. 420er scheinen für Minis eine gute Schule zu sein!

Zum Thema Exoten beim Mini-Transat: Der Chinese Guo Chuan

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Mini-Transat 6.50 die Exoten: Der Tscheche Milan Kolacek mit seinem Selbstbau“

  1. avatar Jan sagt:

    Wow! Ein toller Bericht über eine beeindruckende Geschichte !

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  2. avatar John sagt:

    Dickermichel? Gar nicht mehr auf den Kanaren?

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