Mini-Transat 6.50: Favorit Rogues nach Sturz ausgefallen. Riechers fünfter

"Der Schmerz war unerträglich"

Der Sieger der ersten Etappe Sébastien Rogues hat nach einem schweren Sturz aufgegeben. © C. Breschi

Jörg Riechers hat bei der Passage der Kapverden weiter Boden auf die Spitze verloren. Er liegt nun auf Platz fünf gut 60 Meilen hinter dem führenden Thomas Normand zurück, der ihn damit auch in der Gesamtwertung überholt hat.

Aber es hätte schlimmer kommen können. Denn zwischenzeitlich war „mare.de“ bei seinem östlichen Extremschlag in der Inselgruppe auf Platz acht zurückgefallen. Nun ist der Hamburger aber wieder deutlich das schnellste Schiff im Feld und bereit für die Aufholjagd.

Derweil ist Sébastien Rogues, einer von Riechers härtesten Konkurrenten um den Gesamtsieg, ausgefallen. Der Franzose, der auch bei dieser zweiten Etappe aussichtsreich in Führung lag, hat im Hafen von Mindelo auf Sao Vicente gestoppt und das Rennen schließlich aufgegeben.

Die Situation am 20.10. Riechers (blau) hat sich aus den Kapverden lösen können und die Mittelgruppe wieder überholt. Raison (rosa) ist im Osten besser durchgekommen. Thomas Normand liegt vorne. Der Vorsprung könnte auch schon für die virtuelle Gesamtführung reichen.

Schon am zweiten Tag der Etappe war er unter Deck mit dem Rücken auf den Schwenkkiel gestürzt und seitdem mit extremen Schmerzen gesegelt. Vier Tage konnte er nicht schlafen, bevor er in Mindelo einen Arzt konsultierte.

Der stellte eine Verletzung des Ischias-Nerves fest und verordnete Rogues absolute Ruhe. „Das ist frustrierend“, sagt der Einhand-Skipper. „Ich wollte wirklich gewinnen. Ich habe es versucht, aber der Schmerz war unerträglich. Selbst kleinste Manöver wurden zum Albtraum. Ich gebe nun auf, um nicht mein Leben zu riskieren. Der Sieg auf der ersten Etappe wird für immer meine beste Erinnerung sein. Er hat mir mein Potenzial gezeigt und nun sehe ich positiv in die Zukunft.“

Der Ausfall von Rogues spielt besonders dem Plattbug-Mini-Piloten David Raison in die Karten. Von Rogues ging für ihn die größte Gefahr für den Gesamtsieg aus. Raison nahm einen ähnlichen Weg wie Riechers durch die Kapverden, kam aber mit einem Vorsprung von gut 30 Meilen aus der schwierigen Passage und liegt auf Rang drei. Der bessere Speed hilft ihm bei kniffligen Situationen.

Nun wartet die Flautenzone der Doldrums, die in diesem Jahr sehr aktiv sein soll. Das heißt für die Mini-Piloten mit beschränkten Wetterinformationen und relativ geringem Speed-Potenzial, dass es viel Glück bedarf, die schnellste Passage zu erwischen.

Bei den Serien-Minis ist nun auch Björn Freels mit „Rikki Tikki“ bei den Kapverden angekommen. Er konnte sich mit einem Rückstand von 130 Meilen auf Rang 34 vorschieben.

Tracker

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Spenden
https://yachtservice-sb.com

3 Kommentare zu „Mini-Transat 6.50: Favorit Rogues nach Sturz ausgefallen. Riechers fünfter“

  1. avatar T.K. sagt:

    Den Kurs von Jörg muss er uns am Ende mal erklären. Erst holt er weit östlich aus, was ich nachvollziehen konnte. Plötzlich reitet Ihn die Nervosität und er geht wieder Richtung Westen? Das sieht nach Strategiewechsel aus. Unser aller Plattbug zieht dagegen konsequent durch. Abwarten …

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

  2. avatar Wilfried sagt:

    hm, ich weiß nicht wie genau man die Position der Gegener sehen kann. Meine Erklärung wäre,dass Riechers gesehen hat, dass der Plattbug bei den Bedingungen schneller ist-vielleicht sogar bei allen Bedingungen. Also ist es logisch den Extremschlag nicht mitzumachen sondern das Feld zu covern. Insbesondere nachdem der eine vor ihm ja ausgeschieden ist. Sieht mir nach normaler Taktik mit dosiertem Risiko aus. Außerdem ist dieser Schlag dann die einzige Möglichkeit Teamwork Evolution zu schlagen, da hinterherfahren auf keinen Fall vorbeiführt.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

    • avatar T.K. sagt:

      Trotzdem finde ich es im Moment nicht nachvollziehbar zunächst einen “Extremschlag” nach Ost zu starten um dann die Taktik völlig auf den Kopf zu hauen. Wenn man pokert dann muss man das auch durchziehen. Meine Meinung. Plattbug el Gurki hat sich mit gleicher Taktik in eine Superposition gesegelt. Und die Position hätte er m.E. auch wenn es ein normaler Mini wäre. Er hat ebenso hoch gepokert aber eben durchgezogen und ich wette, daß schaukelt er nach hause, wenn er nicht noch irgendwo einparkt. Er kann jetzt in Ruhe mit Speed vor das Feld segeln und komplett kontrollieren.

      Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

Schreibe einen Kommentar zu T.K. Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *