Volvo Ocean Race: Michi Müller gewinnt mit Puma. Gesamtsieg in Reichweite

Paps, bist du es?

Das Puma Team hat die sechste Etappe beim Volvo Ocean Race gewonnen. Nach einem spannenden Zweikampf mit Camper, bei dem die Neuseeländer noch einmal am letzten Tag auf 0,3 Meilen an das US-Team herankamen, fuhr Puma den Etappensieg doch noch nachhause. Der Vorsprung betrug am Ende gut eine Stunde.

In der Gesamtwertung bleibt es drei Etappen vor dem Ende der Weltregatta Anfang Juli im irischen Galway spannend. Franck Cammas’ „Groupama“ aus Frankreich machte durch Rang drei am frühen Donnerstagmorgen (10. Mai) fünf Punkte auf die führende „Telefoníca“ von Iker Martínez (164) gut, die 37 Minuten zurück nur Vierte wurde, hat aber mit 153 Zählern nun selbst „Camper“ (149) und „Puma“ (147) im Nacken.

Na? Wer war dieser Typ noch mal? Michi Müller wird in Miami von seiner Familie begrüßt... © Marco Oquendo/Volvo Ocean Race

Der Kieler Michi Müller (29) begrüßte seine Frau und die beiden Kinder Mia (3) und Max (1) in Miami, dann gab es das erste kühle Bier seit zweieinhalb Wochen. „Wir wollen ein paar Tage Strandurlaub machen, uns die Stadt ansehen und vielleicht einmal zu den Florida Keys fahren“, so der Familienvater. „Nächste Woche ist ja schon wieder Dienstbeginn mit Vorbereitungen auf den Re-Start.“

Puma hatte am 25.4. die Führung übernommen und sie seitdem nicht mehr abgegeben. Aber ein Selbstgänger war diese Etappe bis zum Schluss nicht. Umso größer war auch die Freude von Skipper Ken Read.

Knapp vor dem Ziel, versucht Camper (weiß) mit einem nördlichen Kurs den letzten Angriff und kommt Puma gefährlich nahe.

“Es ist spektakulär und unglaublich. Das ist sicher einer der besseren Momente meiner Segelkarriere. Aber wir können uns nur kurz freuen und müssen dann wieder an das große Bild denken. Doch so, wie es sich im Moment entwickelt, ist dieses Bild nicht mehr so sehr außer Reichweite.”

Der Amerikaner spielt dabei auf die Plätze der Konkurrenz an. Puma ist zwar immer noch vierter in der Gesamtwertung, aber die immer noch gesamtführende Telefonica verlor mit Platz vier wichtige Punkte. Der Gesamtsieg ist für alle vier Yachten wieder in Reichweite gerückt.

“Das war kein gutes Ergebnis”, sagt Skipper Iker Martinez. “Wir sind überhaupt nicht glücklich. Wir haben die Situation mit unseren bisherigen Siegen nicht gut verarbeitet und einen hohen Preis dafür bezahlt. Aber so ist es eben. Die Etappe ist vorbei und jetzt müssen wir an die nächste denken.”

Puma Navigator Tom Addis bleibt aber locker. Die erwartete Linksdrehung trifft ein, ermöglicht einen Schlenker direkt zum Ziel und bringt die Entscheidung.

Sollten Martinez und Fernandez dieses Volvo Ocean Race noch aus der Hand geben, wird man ihnen Unkonzentriertheit vorwerfen. Denn neben dem Volvo Ocean Race haben sie auch ihren 49er Auftritt bei den Olympischen Spielen vorbereitet.

Mitte April kam die Bestätigung vom spanischen Verband, dass sie den Olympiaspot besetzten dürfen, den die spanischen Alonso Brüder mit Rang 16 in Perth ersegelt haben, während sie auf hoher See waren.

Nun wollen Martinez/Fernandez sogar während der Volvo Ocean Race Etappenstopps 49er Trainingseinheiten einlegen. 2011 ist der Schnelleinstieg gut gelungen, als sie nach dem zweiten Platz beim Barcelona World Race auf Anhieb bei den Pre Olympics in Weymouth Rang zwei belegten.

Wenn sie das Volvo Ocean Race gewinnen und auch noch bei Olympia eine starke Leistung abliefern, sind sie die absoluten Helden. Aber wehe,  sie geben den schon fast sicher geglaubten Volvo-Sieg noch aus der Hand. Es ist eine Grat-Wanderung.

Zwischenstand nach sechs von neun Etappen
1. Telefoníca            (Iker Martínez/Spanien)                 164 Punkte

2. Groupama (Franck Cammas/Frankreich)     153

3. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland)        149

4. Puma (Ken Read/USA)                                    147

5. Abu Dhabi (Ian Walker)                                      68

6. Sanya (Mike Sanderson/China)                       25

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Michi Müller gewinnt mit Puma. Gesamtsieg in Reichweite“

  1. avatar Marc sagt:

    gleich kommt wieder der Michi Müller Hasser um die Ecke.

    Ich jedenfalls freu mich für Puma. Großartig gesegelt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. avatar blogname sagt:

    Das Foto sieht nicht aus wie “Papa, bist du es?”, sondern eher wie: “Mein Dad ist der helle Wahnsinn!”

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  3. avatar Flyer2 sagt:

    Sehr süßes Foto der Familie! Was da in einigen Jahrzehnten für Anekdoten dazu erzählt werden können…

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