Volvo Ocean Race SR Interview: Puma Chef Franz Koch über die Ambitionen im Segelsport

"Wir meinen es Ernst mit dem Segeln"

Franz Koch steht in Alicante auf dem Dach des Puma Clad, einer Art überdimensionalen Sporttasche, wo das Team seine Gäste bewirtet. Er lehnt lässig am Geländer, von dem man auf die Puma Quad herabblickt, einer Container-Ansammlung, in der die neue Puma-Segel-Kollektion feil geboten wird.  Locker parliert der CEO über seine neue Bürde als Heilsbringer im Segelsport.

Der 32-Jährige hat sie von seinem Vorgänger geerbt, macht aber nicht den Eindruck, die Zeit zurückdrehen zu wollen. Koch passt gut in das Segelumfeld, redet mit den Teammitgliedern nach dem erfolgreichen In-Port-Rennen, versucht sich in diesen neuen, komplizierten Sport hereinzudenken.

Der neue Puma Chef Franz Koch (2.v.r.) neben Skipper Ken Read (r.) Prinz Karl Philip von Sweden und Håkan Svensson CEO von Co-Sponsor BERG Propulsion. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing

Seine Vergangenheit als Sportler hilft, einen Draht zum Team zu bekommen. Koch selbst war 2000 Deutscher Hockey Meister mit dem HTHC Hamburg. Und auch die Nähe zum Wasser ist nicht aufgesetzt. Nach dem Interview mit SegelReporter schnappt er sich eines der neuen Stand-Up-Paddling-Bretter, die Surf Ikone Laird Hamilton für Puma designed hat, und begibt sich in die Brandung am nahen Strand.
SegelReporter: Franz Koch sie haben den Job des CEO bei Puma Mitte des Jahres von Jochen Zeitz übernommen und damit auch das Committment zum Segelsport geerbt. Können sie damit leben?

Franz Koch: Damit kann ich gut leben. Ich bin ja an der Küste in Lübeck aufgewachsen, habe viel Zeit auf dem Wasser mit Surfen verbracht und tue das immer noch. Ich bin auch immer gerne an Bord eines Segelbootes wann immer ich mitgenommen werde. Deshalb war es ein ganz besonderes Schmankerl, das Inport Race an Bord unseres Racers „Mar Mostro“ als Gast mitzuerleben. Das sind Momente, die man im Leben nicht so schnell vergisst. Deshalb kann ich auch mit der neuen Herausforderung im Segelsport sehr gut leben.

Franz Koch im Interview mit SegelReporter vor dem Tentakel des Puma Ungeheuers. © SegelReporter.com

Wie haben sie das erste offizielle Rennen an Bord der neuen Puma „Mar Mostro“ zusammen mit dem schwedischen Prinz Karl Phillip erlebt? Etwas wenig Wind, oder?

Es war dennoch ein einzigartiges Erlebnis im Leben. Boot und Team sind Klasse. Ich saß mit Carl Philipp im Heck und es war toll zuzusehen, wie die Jungs mit Skipper Kenny Read kommunizieren und die Crew zusammenarbeitet.

Für diese Flautenrennen sind die Boote eigentlich nicht gemacht. Können Sie sich vorstellen, was da auf hoher See bei starkem Wind passiert?

Ich bin schon im Sommer auf der „Mar Mostro“ in Newport mitgesegelt. Da hatten wir ein paar Knoten mehr und waren weit über 20 Knoten schnell. Das ist den tatsächlichen Bedingungen ein Stück weit näher gekommen. Aber natürlich muss man auch bei flauen Bedingungen um 6/7Knoten funktionieren. Und da bin ich mit unserem zweiten Platz äußerst zufrieden.

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Carsten Kemmling

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