Weltumseglung: Yvan Bourgnon überquert solo im offenen Kat den Atlantik

„Ein Törn für Psychopathen“

Weltumseglung, Bourgnon

So ging’s ab, als sie noch zu zweit unterwegs waren © bourgnon/menard

„Können Sie uns bitte sagen, wo wir hier sind?“

Außerdem klappte die Navigation per Sextant nicht ganz so gut – ein Fischer berichtete, er sei „weit draußen“ von Seglern auf einem ziemlich kleinen Katamaran um die genaue Position gebeten worden.

Kurz: Es lief nicht alles so rosig für die beiden. Warum sich der französische Vorschoter schließlich auf den Kanaren, einen Tag vor dem Start der geplanten Transatlantiküberquerung, zur Aufgabe entschied… darüber kann nur gemutmaßt werden. Angst angesichts der bevorstehenden Monsteretappe? Zwischenmenschliche Probleme mit Yvan? Oder schlichtes Heimweh?

Tatsache ist, dass sich alle Beteiligten hier bedeckt halten und Yvan die Weltumseglung, nach vergeblicher Suche nach Ersatz, schließlich als Ein-Mann-Projekt deklarierte. Schnell eine neue Website kreiert und schon kann es losgehen; wie gesagt: Yvan Bourgnon ist ein Mann, der einfach macht. Basta.

War er wirklich alleine da draußen auf See?

Bourgnon, Weltumseglung

Langeweile kam wohl nie auf, bei diesem Törn © bourgnon

Doch jetzt, nach seiner geglückten und abenteuerlichen Atlantiküberquerung, ziehen neue Gewitterwolken vor dem Projekt auf. Einer der beiden Hauptsponsoren ist ohne Angaben von Gründen abgesprungen, was sich glücklicherweise nicht als Katastrophe herausstellte, der zweite Sponsor scheint die Lücke füllen zu wollen.

Aber ausgerechnet unter den zahlreichen, bisher bedingungslos treuen Fans des Kat-Abenteurers, beginnt es zu brodeln. All das Gerede von Lebensgefahr und Einsamkeit auf hoher See sei nur PR-Geschwätz, erregen sich Dutzende in Blogs – es wurde offenbar mehrfach beobachtet, dass dem Segler eine komfortable 17m-Yacht folgt. Nicht in unmittelbarer Nähe, aber eben doch nahe genug, um im Notfall rettend einzugreifen.

Was wiederum keine Schande ist, sondern eher für einen gewissen Vernunftgrad des Seglers Bourgnon spricht. Doch genau der will davon nichts wissen: Obwohl schon relativ früh bekannt war, dass ein Sponsor der Weltumseglung auf eben dieser Begleityacht aus Sicherheits- und aus PR-relevanten Gründen besteht, wollte Yvan Bourgnon wohl am liebsten gar nichts wissen.

Am 18. August veröffentlichte „Le Figaro“ auf seiner Website einen Artikel über das Weltumseglungs-Projekt, in dem Bourgnon, auf das begleitende Media-Boot angesprochen sagt: „Das ist der Wille des Sponsors. Wir werden aber so tun, als würde dieses Boot nicht existieren!“

Irgendwann wurde mein Boot wie ein Crepe gedreht © borgnon/menard

Irgendwann wurde mein Boot wie ein Crepe gedreht © borgnon/menard

Entsprechend wird es auf Websites und in Interviews geflissentlich totgeschwiegen. Worüber wiederum die Fans pikiert sind: „Wäre dieses Begleitschiff offen kommuniziert worden, wäre ja alles okay! Aber so tun, als gäbe es dies nicht, das ist Augenwischerei!“ ist in einem Beitrag zu lesen.  Bourgnon und sein Sponsor schweigen weiterhin beharrlich zu dem Thema!

Über die Weihnachtstage will Bourgnon, nach Reparaturen an seinem Katamaran, Richtung Panama-Kanal segeln. Nach der Passage stehen drei Wochen Kata-Abenteuer auf dem Pazifik an – Bourgnon will in einem Rutsch bis zu den Marquesas-Inseln glitschen.

Website Bourgnon

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

12 Kommentare zu „Weltumseglung: Yvan Bourgnon überquert solo im offenen Kat den Atlantik“

  1. avatar <°((( ~~< sagt:

    Über den Sinn so einer Reise mag man geteilter Meinung sein, aber interessant sind die Fans:
    Sich bei so einer Aktion über das möglicherweise anwesende Begleitboot mokieren – das ist schon so ähnlich wie im Circus Maximus über die miese Qualität der Darstellung schwadronieren, wenn die Märtyrer den wilden Tieren vorgeworfen werden oder die Gladiatoren sich gegenseitig zerfleischen. Neandertaler.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Ich glaube schon, dass es mental ein Unterschied ist ob Du da draußen völlig alleine bist oder noch ne “Fluchtmöglichkeit” hast. Seit solcher Experten wie z.B. Lüchtenborg ist ein Teil der Öffentlichkeit vielleicht auch skeptisch z.B. was die Verpflegung oder Ruhepausen des Protagonisten angeht – vor allem, wenn der mitfahrende Dampfer “versteckt” wird.
      Was natürlich nicht die Leistung schmälern soll.

      VG

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    • avatar Skiffy sagt:

      Das Problem ist doch nicht, dass das Begleitboot da ist, sondern nur dass so getan wird, als wäre es nicht da.

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      • avatar <°((( ~~< sagt:

        Ach? Das ist ein Problem?

        Genau darum gehts mir: Wird die Anstrengung für den Zuschauer dadurch weniger wert?

        Hat die gaffende Menge einen Anspruch darauf, zu erfahren, dass der Segler auf den ganz selbstmörderischen Unfug verzichtet?

        So richtig wertvoll wird es nur, wenn er sich wirklich – also: Wirklich wirklich – in Lebensgefahr bringt? Aber wenn er ein Sicherungsboot hat und es nicht sagt, dann ist das Betrug am ohnehin nichtzahlenden Zaungast?

        Macht Dir das im heimischen Sessel ein schöneres Gefühl, zu glauben, dass einer ertrinken könnte? Kribbelt es dann besser als wenn man weiß: “Och, da ist ja irgendwo ein Begleitboot, das ist doch nichts besonderes!”

        … mal ganz davon ab, dass die ihn im Notfall bei Nacht auch erstmal hätten finden müssen.

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        • avatar Skiffy sagt:

          Du verstehst es nicht oder?

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          • avatar <°((( ~~< sagt:

            Doch, ich fürchte, ich versteh Dich sehr genau: Die Sache ist für Dich nur dann interessant, wenn er wirklich um sein Leben kämpft, nicht wahr? Aber wenn da noch ein Begleitboot ist und er vielleicht noch eine Chance hat, davon zu kommen, dann ist für Dich kein Unterhaltungswert dabei.

            Und dass er die Sache mit dem Begleitboot nicht dazusagt, DAS ist so eine Art BETRUG an Dir, dem zahlenden Kunden, der ein Recht auf ehrliche Unterhaltung hat, oder? Füße hoch, Chips, Bierchen dazu, unten in der Arena ertrinken die Sportler, das haben sie dir ja so versprochen.

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        • avatar Heinrich sagt:

          Nochmal für ganz langsame:

          Es geht doch nicht darum, dass kein Begleitboot mitfahren soll, sondern dass man es einfach nur kommunizieren soll, wenn eines mitfährt!

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          • avatar <°((( ~~< sagt:

            Heinrich, wo wir schon auf Deinem Niveau sind, ich schreib es jetzt mal so langsam, dass wirklich jeder mitlesen kann:
            Das Sicherungsboot hat ja anscheinend nicht eingegriffen. Es geht nicht darum, was das Begleitboot mit dem Segler macht, sondern was es mit dem Zuschauer macht. Der fühlt sich anscheinend besser, wenn keines dabei ist, sonst wärs ja wohl egal. Und wenn eins dabei ist, dann muss der Zuschauer das genau wissen, denn er will sich so langweilige Events nicht ankucken. War das jetzt langsam genug?

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        • avatar x-claim sagt:

          Einen auf allein – nur ich und das Meer zu machen und dann ein Begleitboot dabei haben finde ich auch unredlich.

          Was macht der denn überhaupt dort? Er verdient sich seinen Lebensunterhalt, er lebt von dem “Nervenkitzel” den er so Krampfhaft zu verbreiten sucht. Ich bin es leid immer diese Geschichten von dämlich Unternehmungen zu lesen, die die Protagonisten immer nur gaaanz knapp überleben!

          Da guck ich mir lieber einen Flohzirkus an – der ist unterhaltsamer 🙂

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          • avatar Frank sagt:

            Wenn er das mit nem Begleitboot macht, ist das OK, nimmt aber teilweise schon den Sinn der Sache. Es klingt schon spektakulärer, wenn man über den Atlantik gesegelt ist, als wenn man sagt “ich bin ohne Pause 100 mal den Bodensee rauf und runter”. Man kann da auch noch so viel rumheucheln, selbstverständlich schwingt in die Leistung auch die Lebensgefahr mit rein, nach dem Motto:”Ui das trau ich mich aber nicht”. Wer was Anderes behauptet lügt. Grundsätzlich besteht Abenteuer darin seine Grenzen zu erkunden, und sich in Gefahr zu begeben. Jeder, der mehr macht als andere, der mehr riskiert als andere ist für uns, die die Messlatte normalhoch liegen haben ein Vorbild. Es gibt aber immer dümmliche Neider, die glauben sich zu erheben, indem sie andere runterziehen.

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  2. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Wenn er schon ein Begleitboot hat, warum gibt es dann keinen Film von seinen Heldentaten?

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  3. avatar Claus Harder sagt:

    Vielleicht stellt sich auch die Frage:
    Was soll der Quatsch mit seinem Katamaran über den Atlantik zu segeln ?
    Egal ob mit oder ohne Begleitboot.
    Selbstdarsteller a la Trump.
    Und man kriegt für jeden Mist Aufmerksamkeit.
    (in diesem Fall auch meine)
    Vielleicht einfach einmal ignorieren.

    Claus

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