Olympia-Entscheidung Kitesurfen: RS:X Klasse formiert Widerstand

"Zwei Brüder bekämpfen sich"

So kann es gehen bei einem Kite-Kursrennen. Wurden alle Sicherheitsprobleme bedacht?

Die Windsurfer formieren sich nach der überraschenden Niederlage bei der ISAF Olympia-Klassen-Entscheidung für 2016 in Rio. Sie haben eine Petition aufgesetzt, die inzwischen 9000 Unterschriften aufweist und eine Facebook-Gruppe, die in kürzester Zeit auf 15000 Mitglieder angewachsen ist.

Die Windsurfer sind erbost über die Olympia-Enstscheidung und stellen die ISAF als Clown dar.

Die Surfer hoffen, dass die Petition dabei hilft, beim nächsten ISAF-Meeting im November eine Zwei-Drittel-Mehrheit gegen diese Entscheidung zusammenzubringen. So könne die Abstimmung gekippt werden. “Es ist nicht zu spät”, heißt es. “Unterschreibt die Petition und lasst eure Meinung hören.”

Der Facebook-Gruppen-Gründer sagt: “Diese Seite soll nicht gegen das Kitesurfen sein. Sie behandelt den Rauswurf eines Sports, der seit über 25 Jahren olympisch ist und gerade erst die Anfänger seiner Kursrennen-Karriere erlebt.”

Nicht immer geht alles glatt bei Kite-Fleetraces.

Dennoch wenden sich zahlreiche Windsurfer gegen die Drachenflieger. So äußert sich die neuseeländische Promi-Surferin Barbara Kendall, die einen kompletten Olympischen Medaillensatz gewonnen hat, sehr verärgert über die Entscheidung. Sie ist überzeugt, dass viele Sicherheitsprobleme nicht bedacht wurden.

Markus Schwendtner, der deutsche Executive Secretary der internationalen Kite IKA betont allerdings: “Wir haben das Windsurfen nicht gekillt!” Seit drei Jahren habe er mit der RS:X Klasse zusammengearbeitet, um genau das zu verhindern, was jetzt passiert sei. “Zwei Brüder bekämpfen sich.”

Als es klar war, dass nicht mehr als zwei Medaillen für das Kiten oder Windsurfen vergeben würden habe Schwendtner versucht, zusammen mit der RS:X Klasse ein Teilungsmodell zu erarbeiten, damit Windsurfen olympisch bleibt und die Kiter dennoch dazu kommen können. “Leider wurde das von den Surfern abgelehnt und die ISAF musste eine Entscheidung fällen. Mit dem Risiko wählt man auch die Chance des Verlierens.”

Erboste Surfer posten Kite-Fotos, die ihre "Brüder" in Schwierigkeiten zeigen.

Völlig überrascht ist die neunmalige deutsche Kiteboard-Weltmeisterin Kristin Böse, die sich sehr für die Olympia-Kampagne eingesetzt hatte. “Wir hätten niemals gedacht, dass wir eine Chance hätten, wenn zwischen den beiden Disziplinen abgestimmt würde. Ich werde diesen Moment der Entscheidung niemals vergessen.”

Gut gelaunt gab sich auch der Milliardär Sir Richard Branson, der nicht erst seit seines Kite-Fotos mit dem nackten Model auf der Schulter, einer der wichtigsten Botschafter der Kite-Bewegung ist. “Kitesurfen ist jetzt olympisch! Um das zu feiern werde ich mit meiner Familie und ein paar Freunden versuchen, den britischen Kanal per Kiteboard zu überqueren, um die Schönheit dieses Sports zu zeigen.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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8 Kommentare zu „Olympia-Entscheidung Kitesurfen: RS:X Klasse formiert Widerstand“

  1. avatar Klaus sagt:

    9000 Unterschriften? Soviele Windsurfer gibt es ja weltweit gar nicht mehr. Da wurden wohl die kompletten Verwandtschaften mobilisiert.

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  2. avatar Segler sagt:

    Was haben die Windsurfer denn gedacht?
    Man stelle sich vor, man ist 13 Jahr alt und fährt mit seinen Eltern im Urlaub an die See. Am Strand gibt es eine Surfschule und eine Kitebording-Schule. Auf dem Wasser tummel sich Surfer und Kiteborder und dann fragt der Papi: Na, was möchtest du denn in den nächsten zwei Wochen lernen…

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    • avatar rob sagt:

      Kitesurfen kostet halt deutlich weniger, man hat ein Bruchteil des Materials mit sich herumzuschleppen und rudimentär lernt es jeder Körperklaus in ein paar Tagen. Windsurfen ist sehr viel anspruchsvoller, eleganter und radikaler.
      Die Kiter sind ein Volk von Proleten die durch ihre Rücksichtslosigkeit schon die Schließung vieler schöner Spots auf dem Gewissen haben.
      Der leichte Einstieg in den Sport sorgt leider für die vielen Idioten an den Stränden und mit einem Kite gefährdet man nunmal nicht nur sich selbst sondern alle um sich herum.

      Ich spreche übrigens vom richtigen Surfen in der Welle und nicht dem lächerlichen rumgehampel auf dem Flachwasser. Außerdem habe ich ausdrücklich nichts gegen Kiter die etwas von ihrem Hobby verstehen und sich benehmen können.

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  3. avatar rob sagt:

    Die ISAF Entscheidung kann noch für viele lustige Olypmpiamomente sorgen wenn sich dann à la “cool runnings” der “Profi” aus Tadschikistan über den Strand ziehen lässt 😀
    Unschön wirds wenn einer in den Leinen hängt und der Kite plötzlich wieder Druck bekommt…

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  4. avatar Andreas Ju. sagt:

    kHerrliches Video. Da sieht man, was ein schlechter Start bei Kitern erst Kosten kann. Und warum die so viel das Springen üben: damit sie über die Leinen abgestürzter Kollegen kommen

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  5. avatar Marc sagt:

    Dachte erst die Wettfahrtleitung hat einen den Kite kaputt geschossen und er kommt deshalb runter 😉

    Legendär wie der “Winchester-Mann” in Medemblik auf dem Startschiff, der immer so lässig über die Schulter schoss, das ich nachher schon immer einigen Abstand zum Startschiff gehalten habe, aus Angst er schießt mir gleicht nen Loch ins Großsegel. Man hat jedes Mal den Schuss richtig schön am Lufzug gefühlt 😉

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  6. avatar Frank sagt:

    Es gibt beim Kite-Surfen keine Einheitsklasse, d.h. es dürfte in Rio gefahren werden, was da ist bzw. was man sich leisten kann. Unter diesem Gesichtspunkt hätte man die dann auch alle DWC Fahrer zulassen können.

    Für die olympischen Jugendspiele 2014 ist der Bic Techno One Design bestätigt. Wer hat denn dann noch Interesse auf den RS:X umzusteigen. Oder womöglich auf ein Kite ?!?

    Inzwischen sind 27.00 Stimmen bei der Petition gesammelt worden. Das Interesse am Windsurfen ist also doch noch Weltweit sehr groß. Auch ihr könnt diese Petition unterschreiben.

    http://www.change.org/petitions/isaf-keep-windsurfing-as-olympic-discipline

    Fragt man die meisten Kiter, haben die gar kein Interesse am Racing. Der Spaß mit Manövern und Sprüngen steht im Vordergrund.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 2

  7. avatar Bubblegum sagt:

    Ich surfe seit über 20 Jahren Surfer (Windsurfen, Surfen, seit 15 Jahren Kitesurfen, Segeln) Kiten ist ein super schöner Sport. Aber wie oben schon geschrieben nutzen ihn die meisten Menschen nur noch als “damit bin ich jetzt auch in” Mittel. Proleten gibt es beim Kiten leider mittlerweile wie Sand am Meer. Ihnen fehlt einfach das was Surfer haben. So unterscheide ich zwischen Kitern und Kitesurfern… alles Klar!? Obwohl ich vom Kitesport leben muss / darf habe ich als Urwindsurfer auch für die Windsurfer unterschrieben. Kiten und Olympia wird eine peinliche Sache für den Wassersport.

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