Olympia-Segeln: Überfall in Rio auf britische 470er Weltmeisterinnen Mills/Clark

Ausgeraubt

Hannah Mills und Saskia Clark, britische Olympia-Silber-Gewinnerinnen 2012, sind nach dem Wassertraining in Rio überfallen und beraubt worden.

Die Olympiasegler müssen in Rio nicht nur auf dem Wasser um ihre Gesundheit bangen sondern auch auf der Straße. Die 470er Weltmeisterinnen von 2012 Mills/Clark berichten auf ihrer Facebook-Seite von einem Überfall.

Mills clark

Hannah Mills und Saskia Clark bei der Aquece Rio International Sailing Regatta Anfang 2014. © Ocean Images

“Unser ansonsten wunderbarer täglicher Spaziergang vom Segelclub zum Hotel ist heute scheußlich gewesen als uns zwei Typen mit großen Messer bedrohten, wegstießen und schließlich alles stahlen, was wir dabei hatten. Neben alle den Dingen, die etwas Wert sind, nahmen sie auch unsere Lycra Hemden, mit denen wir gesegelt hatten…Unglaublich! Na ja, etwas zittrig aber Okay sind wir dann doch noch im Hotel angekommen…Mal sehen, was der morgige Tag noch bringt.”

Das 470er Frauen Duo zählt zu den größten britischen Olympia-Hoffnungen für 2016. Besonders die Steuerfrau Hannah Mills (26) ist mit einer Bilderbuch-Karriere der Aufstieg in die Segel-Weltspitze geglückt. Erst wurde sie Weltmeisterin der Mädchen im Optimisten (2003) dann holte sie den Welt-Titel im 420er (2006) bei den 470er Junioren (2006) und schließlich bei den Senioren (2012). Die neun Jahre ältere Saskia Clark stieg erst 2011 bei Mills ins Boot und zusammen wurde das Team auf Anhieb in der ersten Saison Vize-Weltmeister.

Tipp: Thorsten Paech

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Olympia-Segeln: Überfall in Rio auf britische 470er Weltmeisterinnen Mills/Clark“

  1. Hmh … einer der Gründe dafür, dass das MiniTransat nach 10 Jahren nicht mehr nach Brasilien (Salvador Bahia) führt ist, dass dort einige Teilnehmerinnen die gleichen unangenehmen Erfahrungen machen mussten.

    Schade für das Land, welches es nicht schafft, seine Gesetze durchzusetzen und so ein Zusammenleben ohne (ausufernde) Gewalt zu organisieren.

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  2. avatar Alex sagt:

    Leider gibt es auf unserem Planeten sehr viele Städte, in denen man auch für einen Weg von 200m besser ein Taxi nimmt, das man vorher bestellt hat.

    Rio zähle ich dazu. Das ist keine Stadt für Blauäugigkeit. Über den Karneval verlieren dort jährlich um die 20 Touristen ihr Leben.

    Man sollte die Sportler auch eindringlichste auf diese Situation einstellen.

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  3. avatar C-Loop sagt:

    Olympisches Segeln in dreckigem Wasser kennen wir ja schon aus China, aber dort gab es trotz sicher vorhandener Armut weniger Gewaltpotential.
    Auch wenn es zur Fußball-WM erstaunlich gut klappte: die mussten ja auch nicht schon Jahre vor Ort trainieren, und wurden bestens behütet. Ob Brasilien für Olympia eine gute Wahl war??
    Wenn wenigstens die versprochenen Klärwerke gebaut würden!

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  4. avatar Hansi sagt:

    Am Starnberger See wäre das nicht passiert 🙂

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

  5. avatar Ballbreaker sagt:

    Zitat: “Neben all den Dingen, die etwas Wert sind, nahmen sie auch unsere Lycra Hemden, mit denen wir gesegelt hatten…Unglaublich!”

    Unglaublich? Eher ein wenig weltfremd die beiden “Damen”.

    Das so ein fast neues, wenn auch gebrauchtes und geklautes Lycrashirt in ner Favela locker reicht, um eine Woche den Lebensunterhalt zu bestreiten ist halt schwer verständlich, wenn man seit man 14 ist durch die Weltgeschichte jettet und vor den schönsten Yachtclubs und Marinas der Welt um die Wette segelt…….

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  6. avatar T.K. sagt:

    In Brasilien war es schon vor 20 Jahren so, das man niemals abends entlang von Hauswänden ging. Man ging besser mitten auf der Strasse und das auch nur wenn diese hell erleuchtet war. Wenn es ging nahm man selbst für die kürzesten Wege ein Auto! In Rio hielt man zudem niemals an roten Ampeln! Jeder fuhr dort zügig bei rot drüber, selbst die öffentlichen Busse! Nur die Touristen taten dieses nicht und wurden zu leichten Opfern von Überfällen. Ich habe damals in Brasilien viele Verkehrstote oder Schwerstverletzte am Strassenrand liegen gesehen wo sich niemand drum gekümmert hat, da man nicht wusste, ob dieses nicht ein geplanter Überfall war. Mir hat man meine Armbanduhr vom Arm mit einem Messer geschnitten. Noch heute habe ich die Narbe am Arm. Heute mag es nicht mehr ganz so schlimm sein, aber:
    Wer nach Brasilien fährt und insbesondere Rio, sollte sich bewusst sein, dass es dort ein extremes Gefälle zwischen Arm und Reich gibt. Dementsprechend sollte man sich verhalten! Ein Menschenleben ist dort bis heute in gewissen Gegenden nichts wert!

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