Olympia-Vorbereitung: 470er-Männer trainieren in Spanien für letzte Chance – WM abgesagt

"Nichts ist sicher"

Olympiasegler haben es nach Verschiebung der Spiele auf 2021 nicht leicht mit ihrer Trainings- und Lebensplanung. Besonders die 470er-Männer. Zwei deutsche Teams geben in Santander Gas.

Trainieren für die letzte Chance. © Diesch/Autenrieth

Mitte April sollte eigentlich die Entscheidung fallen, welches Land bei den 470er-Männern das letzte europäische Nationen-Ticket für Olympia lösen darf. Dann kam Corona und die Qualifikationsregatta in Genua fiel aus. Danach wurden auch die Spiele in Japan um ein Jahr verschoben, und seitdem wird die Planung immer schwieriger.

Aber die deutschen Duos Simon Diesch/Philipp Autenrieth und Malte Winkel/Matti Cipra bereiten sich intensiv darauf vor, ihre letzte Chance wahrzunehmen. Wenn man es positiv sieht, bekommen sie durch die Olympia-Verschiebung ein weiteres Jahr in der Klasse geschenkt. Denn nach Japan 2020 wäre die 470er-Männer-Disziplin für 2024 in die Mixed-Kategorie umgewandelt worden und ihre Förderung gestrichen worden.

In spanischen Gewässern. © Diesch/Autenrieth

Diesch/Autenrieth vermelden nun in ihrem aktuellen Newsletter die neuesten Veränderungen in der Planung:

Weltmeisterschaft abgesagt

“Bis vor wenigen Stunden war die WM 2020 für den neuen Termin 2. bis 10. Oktober in Arenal/Mallorca geplant. Doch gerade kam die Information, dass es aufgrund der aktuellen Lage keine Weltmeisterschaft, sondern nur eine Europameisterschaft sein wird. Weiterhin mit der Einschränkung „if the regatta will take place“ …

Die ersten Termine für 2021 werden auch gleich die wichtigsten vor den Olympischen Spielen sein: Die WM 2021 ist für den 5. bis 13. März 2021 in Vilamoura (Portugal)geplant, kurz darauf die Princess Sofia Trophy 2021 vom 26. März bis 3. April 2021 wiederum in Arenal auf Mallorca (Spanien).

Der DSV hat diese drei Events – WM 2020 und 2021 sowie die Trofeo – kürzlich für die interne deutsche Ausscheidung ausgewählt. Das Nationen-Ticket, mit dem sich noch ein europäisches Land den Startplatz für Tokyo sichern kann, wird wohl erst bei der WM 2021 ausgesegelt. Darüber ist derzeit aber vom Weltseglerverband noch nicht entschieden worden. Es ist davon auszugehen, dass die Regatta im Oktober 2020 (nunmehr EM) weiterhin vom DSV als Ausscheidungs-Event  herangezogen wird – andere gibt es ja momentan nicht …”

Diesch mit starker Bundesliga-Premiere

Diesch/Autenrieth haben mit ihren Trainingspartnern seit den ersten Lockerungen Ende April über einen Zeitraum von fast drei Monaten immer wieder zu Trainings in Kiel absolviert. Und Diesch kam für seinen Heimatverein Württemergischer Yacht-Club zu seiner Segel-Bundesliga-Skipper-Premiere, die er bravourös mit einem fünften Platz erledigte.

Aber danach packte er mit seinem Vorschoter vom Bayerischen Yacht Club das Material zusammen un trainiert seit Ende Juli mit einer internationalen Trainingsgruppe in Santander am Atlantik.

“Bei unseren Trainingsblocks in Kiel haben wir zuletzt vor allem Segel getestet und Schwerter vermessen. Schon Anfang Juli hatten uns die Spanier nach Santander eingeladen. Auf diesem anspruchsvollen Revier hatte vor vielen Jahren schon einmal eine gemeinsame Weltmeisterschaft aller olympischen Klassen stattgefunden. „Wann dürfen wir aus Kiel nach Spanien?“, war daher unsere Frage, da uns der internationale Vergleich zusehends fehlte.”

13 internationale Teams im Training

Im Zickzack flogen sie quer durch Europa, um an die nordspanische Atlantik-Küste zu kommen. Von den steigenden Corona-Zahlen in den spanischen Provinzen um Barcelona und an den Pyrenäen sei die Region um Santander (Region Kantabrien) bisher Gott sei Dank nicht betroffen.

“Bis zu 13 Teams sind bei den kleinen Wettfahrten dabei: Spanier, Portugiesen, Schweden, Schweizer auch das zweite deutsche Herren-Team Malte Winkel/Matti Cipra, daneben ein paar Damen-Teams (und natürlich unser DSV-Trainer Tytus) — eine gute Gruppe.

Training in der Dünung von Santander. © Diesch/Autenrieth

Es war es eine gewisse Umstellung vom Flachwasser vor Kiel zum Atlantik mit ungewohnten zwei Meter Wellen und Strömung mit bis zu 30 Metern pro Minute. Aber die nächsten Wochen werden wir hier weiter am Atlantik verbringen, um uns auf die nun wieder geplanten Events vorzubereiten.

Sicher ist aber derzeit nur, dass nichts sicher ist – entsprechend vorsichtig planen wir.”

 

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