Olympia Weltcup Hyères: Delles DQ, bei Lutz läuft’s, Wilhelm wackelt, Kröger kann’s

Hoffnungen und Enttäuschungen

Moana Delle hat ihren zweiten Platz beim Olympia Weltcup nach einer Disqualifikation verloren. Sie geriet mit einer Chinesin aneinander ist aber immer noch Dritte. Heiko Kröger hat in der Paralympic-Klasse die Führung zurückgeholt.

Traumbedingungen bis zu 17 Knoten Wind lassen auch die Nacra17 an ihre Grenzen gehen. © Franck Socha / ISAF Sailing World Cup Hyeres

Traumbedingungen bis zu 17 Knoten Wind lassen auch die Nacra17 an ihre Grenzen gehen. © Franck Socha / ISAF Sailing World Cup Hyeres

Die deutsche Segelelite hat am ersten Tag der Goldflotten-Rennen in Hyères gezeigt, dass sie durchaus mit der Weltelite in den Top Ten mithalten kann. Allerdings fehlen nach wie vor die angestrebten Top Drei Platzierungen.

Auf dem besten Weg ist noch die Surferin Moana Delle bei ihrer Abschiedsvorstellung. Sie agiert locker und genießt offenbar ihren finalen Auftritt im Kreise der besten. Platz zwei und acht ließen sie gleich auf wenige Punkte an die führende Chinesin Jiahui Wu heranrücken.

Aber ein Protest aus dem chinesischen Team (Regel 11 Lee vor Luv) auf einem Amwindkurs resultierte in einer Disqualifikation für die Athletin vom Segelklub Bayer Uerdingen. Die Deutsche surfte im Gleitmodus tiefer als ihre langsamere Konkurrentin in Lee, berührte sie aber. Dadurch rutschte Delle auf Rang drei ab 20 Punkte hinter Rang eins. Sie ist aber immer noch die beste Deutsche im Team.

Bochmann Göltzer

Annika Bochmann checkt die Einstellung der Fock und segelt dann mit Karoline Göltzer auf Rang sechs vor. © Jacques Vapillon

Ansonsten verlief der erste Goldfleet Tag nur für die 470er Crews zufriedenstellend. Annika Bochmann / Karoline Göltzer streben nach dem verpatzten Saisonauftakt in Mallorca (33.) einen sicheren Platz in der Weltspitze an, den deutsche 470er Frauen vielen Jahre lang inne hatten. Sie schoben sich  auf einen aussichtsreichen Rang 6 vor.

Auch ihre männlichen Kollegen Jan-Jasper Wagner / Dustin Baldewein starteten stark in das Finale mit Platz fünf, legten aber mit Rang 22 einen Streicher nach und fielen wieder auf 9 zurück. Rabenschwarz verlief der Tag für Olympiastarter Ferdinand Gerz mit seinem neuen Vorschoter Oliver Szymanski. Nach zwei Plätzen in den 30ern entfernten sie sich als 22. weit von den Top Ten.

Am konstantesten der deutschen Flotte agieren zurzeit Tina Lutz / Susann Beucke in der 49erFX Klasse. Zwei 11. Plätze vergrößerten zwar den Abstand zu den Medaillenrängen auf 20 Punkte aber sie sind noch sehr gut platziert als 6.

Die USA bei den 470er Frauen in Führung. Die deutschen Frauen sind dran. © Franck Socha / ISAF Sailing World Cup Hyeres

Die USA bei den 470er Frauen in Führung. Die deutschen Frauen sind dran. © Franck Socha / ISAF Sailing World Cup Hyeres

Dabei ist besonders bemerkenswert, dass Leonie Meyer mit der lange verletzten Elena Stoffers wieder in Schwung kommt. In Mallorca verpassten sie noch die Goldfleet, nun werden sie immer besser und ließen mit Platz vier im letzten Finalrennen aufhorchen. Sie sind 13. Enttäuschend verläuft dagegen die Serie bisher für Victoria Jurczok / Anika Lorenz die in Mallorca noch zu den potenziellen Medaillenanwärterinnen zählten. Sie sind jetzt 20.

Gemessen am Medaillen-Ziel kommt auch Philipp Buhl im Laser nicht richtig in Fahrt. Platz 13 ist für seine Ansprüche noch zu wenig. Und auch die EM Dritten Erik Heil / Thomas Plößel erfüllen noch nicht die Hoffungen auf absolute Spitzenplätze. Sie sind als 12. aber noch dran an den Top Ten.

Toni Wilhelm ist bei den Surfern auf Platz sieben zurückgefallen, er wackelt etwas, aber sein Abstand zur Silber-Medaille beträgt nur vier Punkte. Da ist noch was drin.

Generell kann man schon jetzt sagen, dass sich die deutsche Nationalmannschaft im Winter durchaus verbessert hat. Es fehlen aber noch die absoluten Spitzenplätze. Und wenn Moana Delle als zurzeit beste des Teams, die Olympia-Karriere aufgibt, reißt sie ein großes Loch.

Da ist es schön, dass die Paralympic Segler positive Akzente setzen. Heiko Kröger liegt im 2.4 zurzeit bei einem beeindruckenden Zweikampf mit Profisegler Damien Seguin vorne. Jens Kroker ist allerdings mit seiner Crew auf Rang fünf von acht Sonar Teams zurückgefallen.

Ergebnisse Hyères Weltcup

Hyeres Weltcup Eventseite

 

 

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Carsten Kemmling

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