Frithjof Kleen über den großen Starboot-Erfolg beim Olympia Weltcup in Palma

Der Edel Joker

Robert Stanjek und "Edel-Joker" Frithjof Kleen melden Ansprüche auf die Olympia-Fahrkarte an. © Marina Könitzer

Frithjof Kleen ist ein Phänomen. Mit Platz zwei bei dem Olympia Weltcup in Palma setzte er eine unglaubliche Saison mit wechselnden Skippern fort.

2010 wurde er mit Alexander Schlonski Dritter und nach der Trennung „weil wir sehr verschieden sind und auf dem Boot nicht so gut klar kamen“ gewann er  Gold an der Vorschot des Iren Peter O’Leary in Weymouth, Gold mit dem Amerikaner Georg Szabo bei der Nordamerikanischen Meisterschaft und Silber mit dem Brasilianer Robert Scheidt bei der Eastern Hemisphere Championship vor Boltenhagen.

Nun hat er in Palma auch dem neuen Steuermann Robert Stanjek Erfolg an Bord gebracht. Bisher war er der Edel-Joker, aber mit Stanjek will er die Olympiaqualifikation gewinnen. So lautet seine Bilanz:

Fridtjof Kleen in Palma. © Trofeo Princesa Sofia Mapfre

„Was für ein Saisonauftakt!“, jubelt der Berliner. „Wer hätte das gedacht. Diese Medaille ist für uns vielfach wertvoll und hat einen riesigen Motivationsschub für die im Juni beginnende nationale Ausscheidungsserie um die Fahrkarten zu den Olympischen Spielen 2012 ausgelöst.

Die Trofeo Princesa Sofia hat uns in spanischen Gewässern alles abverlangt. Der Weltcup begann mit stürmischen Winden um 30 Knoten, servierte im weiteren Verlauf aber auch leichte und anspruchsvolle Windbedingungen.

Wir sind mit einem zweiten Rang gut ins Rennen gekommen, haben uns dann leider einen Frühstart geleistet. Anschließend lief es bis auf einen 22. Rang immer besser. Wir sind schnell und gut gesegelt, konsequent nach vorne gefahren und haben nie aufgegeben.“

Für das finale Medaillenrennen haben wir auf Angriff umgeschaltet. Die Strategie hat sich ausgezahlt. Rang drei reichte zum Sprung aufs Podium.

Wir haben uns riesig über Silber gefreut, denn das Feld war olympiareif. Am Ende mussten wir nur Iain Percy und Andrew Simpson den Vortritt lassen, konnten aber immerhin drei andere Olympiasieger hinter uns lassen.

Für uns war dieser Erfolg enorm wichtig. Vier Jahre nach unserer Trennung und dem ersten gemeinsamen Weltcup-Einsatz wissen wir nun, wo wir stehen und was Sache ist. Für uns ist das mehr als ein Silberstreif am Horizont.

Dazu haben wir größtes Vertrauen in unser Boot gewonnen.
Teil eins der dreiteiligen Ausscheidungsserie um die Olympiafahrkarten beginnt Anfang Juni im Olympiarevier vor Weymouth. Wir sind mehr als bereit und freuen auf eine spannende Saison!“

Im Interview mit dem Veranstalter sagt Kleen zu den  verschiedenen Steuerleuten: „ Sie haben so viel Erfahrung und ich lernte über die verschiedenen Fahrstile. Aber auch über die unterschiedliche Art, sich während einer Regatta zu verhalten und mit Druck umzugehen.

Robert Scheidt war großartig. Er fokussiert im richtigen Moment, kann aber auch sehr entspannt sein. Er baut nicht ständig Druck auf. Er weiß, wie man Spaß hat beim Segeln. Das passt sehr gut zu meinem Stil. Da fühle ich mich etwas mehr brasilianisch als deutsch.“

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Carsten Kemmling

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