ISAF WM Perth: Grotelüschen 3., Stanjek/Kleen 4., Schadewaldt/Baumann 6.

"Tränen in den Augen"

Die Olympiasieger Percy/Simpson lagen bei den Staren in Führung. Nun scheiden die Mitfavoriten wegen einer Rückenverletzung des Steuermanns aus. © Ocean Images

Das britische Team hat nach Ben Ainslie einen weiteren prominenten Rückschlag zu verkraften. Ian Percy, der zweifache Olympiasieger (Finn Dinghy, Starbooot) und Match Race Taktiker von Ainslie, muss mit einer Rückenverletztung aufgeben.

Percy lag mit Adrew Simpson nach vier Rennen bei den Starbooten in Führung. Im fünften Lauf musste er nach der auf der Bahn ausgesprochenen zweiten gelben Flagge Strafe wegen Regel 42 (unerlaubter Vortrieb) aufgeben und spürte einen stechenden Schmerz im Rücken.

Das Team Germany zeigt sich stark in der Starboot-Flotte. Hier liegen Polgar/Koy vielversprechend im Rennen. © Ocean Images

Vorschoter Simpson sagte: “Die Vorwindstrecke war okay, aber Iain verletzte sich den Rücken. Die Schmerzen trieben ihm Tränen in die Augen. Vermutlich ist es der untere Rücken. Es ist frustrierend. Nun schon das zweite Mal in Folge. Bei der EM verletzte er sich den Knöchel und wir mussten aufhören.”

Nach der prominenten Aufgabe hat der Brasilianer Robert Scheidt bei den Staren die Fürhung übernommen. Aber Robert Stanjek und Frithjof Kleen liegen auf Rang vier nur drei Punkte dahinter. Auch Johannes Babendererde und Timo Jacobs sind nach sechs von zehn Rennen als siebte noch in Schlagdistanz. Polgar/Koy verbesserten sich nach einem dritten Rang auf Platz 16, Schlonski/Bohn sind nach einem Frühstart 25.

Dramatischer Himmel über Westaustralien. © Ocean Images

Hervorragend segelt nach wie vor der Lübecker Lasersegler Simon Grotelüschen. Er behauptet im Feld der 147 Schiffe, die in drei Gruppen starten, Rang drei hinter dem Titelverteidiger Tom Slingsby (AUS) und Olympiasieger Paul Goodison (GBR). Auch Phillip Buhl ist mit einen dritten Rang wieder in Fahrt gekommen, liegt aber noch auf Rang 35. Die Punkabstände sind beim Segeln in drei Gruppen relativ gering.

Bei den 470er Frauen liegen Tina Lutz und Susann Beucke mit Rang 12 weiterhin auf Olympiakurs, wenn sie sich in den top 18 behaupten. Dann würden sie die zwei Punkte gutmachen, die sie in der internen Qualifikationstabelle hinter Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher zurückligen.

Dicht gestaffelt geht das Starbootfeld über die Linie. Stanjek/ Kleen haben einen freien Spot in Luv. © Ocean Images

Die kommen in Perth noch nicht richtig in Fahrt und liegen auf Rang 29. Das ergäbe ein Szenario, bei dem sie auf die Gedanken kommen könnten, Lutz/Beucke aus den Top 18 zu segeln.

Bei den 49ern läuft für Schadewaldt/Baumann bisher alles nach Plan. Sie führen klar in der Olympiaquali und behaupten sich auch in Perth auf Rang sechs. Aber auch Briesenick-Pudenz/Massmann segeln stark und liegen auf Rang elf nur sechs Punkte zurück. Heil/Plössel sind auf den 17. Platz zurückgefallen.

Sehr souverän spielt auch Surfer Toni Wilhelm bei den Großen mit. Mit der Serie 3/5/4/5 liegt er auf einem starken fünften Platz.

Für Silke und Maren Hahlbrock sowie Anke Lukosch ist die WM aber vorerst beendet. Sie beendeten die zweite Round Robin mit 5:10 Siegen auf Platz 14. Die ersten vier Plätze gehen an die Weltmeisterinnen um Lucy MacGregor  aus England, die beiden australischen Teams und Anna Kjellberg aus Schweden. Sie treffen in KO-Duellen auf die vier Siegerteams der ersten Round Robin.

Ergebnisse

Das mexikanische 49er Team wird abgeworfen. Der Steuermann versucht am Großsegel vorbei zu springen. © Ocean Images

Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann sind äußerst gut in Fahrt. © Paul Kane/Perth 2011

Philipp Buhl an der Luvtonne. Er hatte einen schwachen Start in die Serie, legt aber langsam los. © Alex McKinnon

Philipp Buhl gibt Gas. © Ocean Images

Jede Menge Arbeit für die 49er Crews bei starkem Wind vor Perth. © Ocean Images

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „ISAF WM Perth: Grotelüschen 3., Stanjek/Kleen 4., Schadewaldt/Baumann 6.“

  1. avatar Ballbreaker sagt:

    Was gibt es eigentlich Besseres, als in der Mittagspause mal eben in Perth vorbeizusurfen und dank der perfekten Berichterstattung und der coolen Bilder quasi selber fast mit dabei zu sein!!!

    Vielen Dank an das Segelreporter-Team für ein geiles Segeljahr – Macht weiter so! Ihr seid spitze!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 40 Daumen runter 0

  2. avatar Wilfried sagt:

    man sollte ein Schild am großbaum haben. Übertriebenes Pumpen gefärhdet ihre Gesundheit.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

    • avatar jollenfutzi sagt:

      oder so schnelles Boot fahren das man mit dem scheinbaren Wind fährt und immer gleitet dann braucht man nicht zu pumpen
      aber bitter für großartigen Segler – aber zum Glück ist der eh nominiert für Olympia

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 6

      • avatar Physiker sagt:

        Hallo Holgi,

        nur mal zum Mitschreiben (und -denken): Jedes Segelboot fährt mit dem scheinbaren Wind!! Ist Physik und Mathematik, genauer Dynamik und Vektoralgebra.
        Nur kommt der scheinbare Wind bei unterschiedlich schnellen Boote auf dem gleichen Kurs eben aus einer anderen Richtung, damit verändert sich dann auch die Segeltechnik (genauer Segelstellung zur Bootslängsachse) und Taktik, vor allen Dingen auf raumen Kursen.
        Aber nochmal: Scheinbarer Wind ist immer der Wind mit dem man seglet!!

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar Marc sagt:

    Simon nach wie vor 3. und der einzige in den Top10 der nie schlechter war als Platz 7

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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