ISAF WM Perth: Stanjek/Kleen auf Medaillenkurs, Heil/Plössel im 49er sechste

Strahlender Moment

Zwei RSX Surfer erleben vor der Downunder Sonne ihren magischen Moment. © Richard Langdon Ocean Images

Robert Stanjek und Frithjof Kleen haben in der Starbootklasse die wohl schwerste deutsche Olympiaausscheidung für sich entschieden. Sie erlebten nach den Plätzen vier und acht ihren strahlendsten Moment, der noch schöner werden kann. Denn vor dem Medalrace liegen sie auf einem Bronzeplatz nur zwei Punkte von Silber entfernt.

Gold ist schon vor dem Finale an Stanjeks brasilianische Trainingspartner Robert Scheidt und Bruno Prada vergeben. Der amerikanische ex Lasersegler Mark Mendelblatt liegt auf Rang zwei, aber auch der ex Starweltmeister Fredrik Loof aus Schweden ist mit einem Sieg im zehnten Rennen auf drei Punkte an das deutsche Team heran gerutscht. Das ergibt einen spannenden Dreikampf am Samstag um Bronze und Silber.

Toni Wilhelm hebt nicht mehr ganz so ab, wie zum Start der WM Serie. Er hat aber noch die Chance auf einen Platz im Medalrace. © C. Favreau

Beim Medalrace werden auch Johannes Polgar und Markus Koy als zweites Team vom Audi Sailing Team Germany dabei sein. Sie verholten sich mit einem fünften Platz im letzten Rennen noch unter die Top Ten auf Rang neun. Babendererde/Jacobs fielen nach 28/23 am Schlusstag allerdings auf Platz 15 zurück. Schlonski/Bohn sind 19.

Während die Surfer und  Laser am Freitag nicht in das Geschehen eingriffen, ging es auf dem 49er Parcours hoch her. Dabei erlitten Schadewaldt/Baumann mit 7/23/22 bei ihren Medaillenambitionen einen schweren Rückschlag und rutschten drei Rennen vor Schluss sogar als elfte aus den Top Ten. Die Olympiaqualifikation ist allerdings nicht in Gefahr.

Wilhelm gibt Gas vor Perth. Die traumhaften Thermikwindbedingungen blieben allerdings bisher überwiegend aus. © C. Favreau

Dafür sprangen die Youngster Erik Heil und Thomas Plössel eindrucksvoll in die Bresche. Mit 5/15/6 schoben sie sich auf Rang sechs vor. Ihr Abstand auf das zuletzt etwas schwächelnde Dänen-Brüderpaar Toft Nielsen auf dem Bronzeplatz beträgt 13 Punkte.

Dramen spielen sich auch auf dem 470er Kurs der Frauen ab. Nach den Plätzen 34/26 sind Tina Lutz und Susann Beucke auf Platz 20 zurückgefallen. Das würde nicht mehr für die Olympiaqualifikation ausreichen.

Diese Plätze sind scheinbar das Ergebnis der Deckungsarbeit von Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher. Sie konzentrieren sich offenbar inzwischen auf die Aufgabe, ihren knappen Vorsprung aus der bisherigen Olympiaqualifikation zu verteidigen und die Gegnerinnen aus den Top 18 zu segeln.

Das achte Rennen im Tracker zeigt eine außerordentliche Nähe der beiden Boote während der Startphase. Kadelbach dreht allerdings kurz vor dem Start ab und kommt nicht mehr in die Reichweite der Gegnerinnen. Die schaffen es trotzdem nur knapp unter die Top 30.

Der Nachbau der "Endeavour" des Entdeckers James Cook ist bei ständig präsent. Sie soll nach dem Ende der WM rund Australien segeln. © Paul Kane/Perth 2011

Im siebten Rennen zeigt der Tracker ebenfalls Kontaktaufnahmen während der Startphase aber nicht beim direkten Start. Kadelbach/Belcher kommen allerdings besser von der Linie weg und legen sich fortan vor die Konkurrentinnen. Insgesamt bleiben sie so zwar mit 25/36 ebenfalls unter ihren Möglichkeiten, liegen aber so in der internen Olympiaqualifikation wieder vorne.

Das Problem: Beide Teams erreichen zurzeit nicht die Nationenqualifikation. 14 Länder erhalten bei den 470er Frauen in Perth eine Fahrkarte nach London. Das wäre zurzeit nach der Bereinigung durch Doppelstarter der 19. Platz. Eine zweite Chance gibt es bei der WM 2012 Mitte Mai in Barcelona. Dort werden weitere fünf Tickets an die noch nicht qualifizierten Nationen vergeben.

Und bei aller Rechnerei müssen die Frauen auch noch das DOSB Kriterium der Top zehn Nationen nach allen drei Qualifikationsevents im Auge behalten. Da haben beide Crews aber besonders in Kiel sehr stark gepunktet.

Ergebnisse

DSV Qualifikation nach zwei Events

 

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Carsten Kemmling

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11 Kommentare zu „ISAF WM Perth: Stanjek/Kleen auf Medaillenkurs, Heil/Plössel im 49er sechste“

  1. avatar Afterguard sagt:

    Bei den 470er-Frauen müssen nicht nur die Doppelstarter sondern auch die Britinnen abgezogen werden, weil die in Weymouth gesetzt sind. Das heißt, neben den Britinnen qualifizieren sich die 14 besten Nationen aus Perth. Daher reicht im Moment Platz 20 aus.

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    • avatar Pinne sagt:

      Ganz schwach von Kadelbach/ Belcher…

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 9

      • avatar Marc sagt:

        Eher taktisch stark. Moralisch vielleicht schwach, aber das würdest du sicherlich auch tun, wenn du 4 Jahre für dieses Ziel arbeitest.

        PS: zwei Proteste? Hat Frau Lutz ihre Eltern dabei? 😉

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 7

    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      ja stimmt, danke. wir rechnen hier gerade wild. wenn lutz/beucke 20. würden, hätten sie deutschland qualifiziert, aber kadelbach würde fahren.
      alles läuft auf eine vertagung der entscheidung bis zur nächsten wm hinaus. jedenfalls geht es hoch her zwischen den mädels. aus perth ist zu hören, dass es schon zwei proteste bei diesem duell gab.

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  2. avatar Afterguard sagt:

    Protest Summary ist online:
    ein Protest “withdrawn” und der andere wg. behaupteten Verstoß gegen RRS 2 ist “dismissed”

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

    • avatar rodeo sagt:

      protest wegen rrs 2 wäre ja vermutlich wegen “nach hinten segelns”.
      dazu gibts aber ein aktuelles q&a von ende november:

      A 001:

      Situation
      In a fleet race, Boat A adopts tactics that clearly interfere with and hinder Boat B’s progress in the
      race. While using those tactics, boat A does not break any rule, except possibly rule 2.
      Question
      In which of the following circumstances would Boat A’s tactics be considered unsportsmanlike and
      a breach of rule 2?
      (a) Boat A’s tactics benefit her series result.
      (b) Boat A’s tactics increase her chances of gaining selection for another event.
      (c) Boat A’s tactics increase her chances of gaining selection to her national team.
      (d) Boat A and Boat C had agreed that they would both adopt tactics that benefited Boat C’s
      series result.
      (e) Boat A was attempting to worsen Boat B’s race or series score for reasons unconnected
      with sport.
      Answer
      In circumstances (a), (b) and (c), Boat A would be in compliance with recognised principles of
      sportsmanship and fair play because there is a sporting reason for her actions.
      In circumstance (d), both Boat A and Boat C would clearly break rule 2. In addition, by receiving
      help prohibited by rule 41 from Boat A, Boat C would also break rule 41.
      In circumstance (e) Boat A would break rule 2 because, with no good sporting reason, her actions
      would clearly break recognised principles of sportsmanship and fair play.

      nur zur info 😉

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

      • avatar rodeo sagt:

        ein q&a ist zwar nur eine richtlinie und nicht bindend, aber eine internationale jury wird sich vermutlich in aller regel daran halten..
        das wäre eine mögliche erklärung für den dismiss, sofern das überhaupt das thema war 😉

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      • avatar Lyr sagt:

        Sehr interessant! Vielen Dank T. 😉 Kann mir gut vorstellen, dass das der Grund für den dismiss ist.

        Generell finde ich das nach hinten segeln um zB. den ersten Platz in einer Regatta zu sichern legitim und auch sportlich. In diesem Fall geht es aber darum, das beste deutsche Team zu ermitteln und da finde ich es nicht richtig bzw. ergebnisverfälschend, wenn zu solchen Mitteln gegriffen wird. Lutz ist zur Zeit in einer besseren Form und müsste deshalb geschickt werden. Hätte sie diese Formsteigerung geahnt, hätte sie ja auch in Weymouth Kadelbach nach hinten segeln können… wo steckt da der Sinn !? 😉

        naja, nur mal meine 5cent zu dem Thema.
        Aber Glückwunsch an Stanjek/Kleen !!! Tolle Leistung.

        grüße Jan

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  3. avatar Christian sagt:

    Der Fight der 470er Mädels erinnert ein wenig an die diesjährige 505 WM, wo Holt Hunger in der letzten Wettfahrt auch nach hinten segeln wollte.

    Diese Strategie ist legal, wenn keine sonstige Regeln verletzt werden, und sie ist normalerweise auch legitim. Dieser besondere Fall ist allerdings schon etwas delikat, wenn nämlich durch das nach-hinten-Segeln die Nationenqualifikation platzt und im worse case keines der beiden Teams nach Weymouth fährt… Aber warten wir erstmal gesicherte Infos ab, noch ist ja alles weitgehend Spekulatius.

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  4. avatar Hieronymus sagt:

    Es ists chon traurig, wenn doe Mädchen intern einander behindern – statt wie vor 1972 IOlympia als es noch mehr um die Ehre als um das Geld ging, stolz darauf ist, dabei zu sein, die Reservecrew zu sein anstatt gegeneinander zu fighten.

    Es sind diegelciehn Coaches & vielelicht ist auch ein wenig fehlgeleitete elterliche Motivation bei K&K der Grudn, die Nerven blank liegen zu lassen – Eltern sollten nicht meine, in den Kindern ihre eigene Nichtqualifilation “zu rächen”. Together we are strong !

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  5. avatar Friedrich sagt:

    Als Vater Optisegelnden Nachwuchses sage ich dazu nur: Eltern sollten, wenn nötig, ihren Kindern die Stullen schmieren und sie zu den Regatten fahren (wenn nötig!), sich dann ganz schnell verdrücken, selber Segeln gehen, Golf spielen, ins Museum gehen oder einfach wieder nach Hause fahren. Wenn sie die Kinder abholen, dürfen sie Kinder fragen, ob sie Spaß hatten. Mehr nich!

    Alle anderen hören einmal “Er hat ihr Boot geputzt….” von Frank S. und machen sich dann ihren Kopf. BTW: wie benimmt sich derselbe eigentlich als Optivater???

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